Paderborns Erzbischof Hans-Josef Becker hat zum ersten Mal ehrenamtliche Laien aus dem pastoralen Raum Delbrück-Hövelhof zum Begräbnisdienst beauftragt. Bertold Filthaut, Klara Kersting, Anita Papenheinrich, Helga Renneke und Michaela Welling sehen ihrem offiziellen Start Anfang September mit Spannung entgegen. „Zu den Reaktionen unter den Gläubigen gehören Besorgnis über Veränderungen, aber auch persönliche Bitten um eine Begleitung in schweren Stunden“, freuen sie sich auf die neue Herausforderung.
„Ich konnte die Mutter von lieben Bekannten beerdigen. Das war schon vorher ein guter Start, bei dem ich mich sehr wohl gefühlt habe“, berichtet Helga Renneke aus Hövelhof. Als Krankenschwester und Heilpädagogin hat sie auch beruflich viel mit Sterbenden und ihren Angehörigen zu tun.
„Wir möchten näher an den Menschen sein“, spricht Michaela Welling die Motivation für das Ehrenamt an. Die Gemeindereferentin wohnt in Kaunitz. Sie wechselt bald nach Paderborn, um die Leitung des Paulus-Kollegs zu übernehmen. Über diese zusätzliche Beauftragung habe sie schon lange nachgedacht. „Meine 100-jährige Großtante hat dieses Vorhaben wohlwollend begleitet. Bei ihrer Beerdigung konnte ich erstmals die Feier leiten“, ergänzt sie. „An Wendepunkten menschlichen Lebens zu arbeiten, ist für mich sehr sinnerfüllend“, blickt Gemeindereferent Bertold Filthaut aus Hövelhof in die Zukunft und kündigt an: „Wir leisten unseren Dienst im ganzen pastoralen Raum. Es gibt einen Plan. Dafür melden wir unsere Bereitschaftszeiten.“
Die Notfallseelsorgerin Anita Papenheinrich aus Ostenland begleitet Sterbende und Trauernde. Aus dieser Berufung heraus habe sie sich für das zusätzliche Ehrenamt entschieden. „Ein bis zwei Beerdigungen im Monat werden es sein. Das Kondolenzgespräch ist sehr wichtig. Für die Vorbereitung benötigen wir am Anfang mehr Zeit. Schließlich fehlt uns die Routine. Der Ablauf steht fest. Bei den Texten bietet sich eine individuelle Gestaltung“, so ihre Einschätzung.
Klara Kersting aus Delbrück war Erzieherin. Viel Ehrenamt in kirchlichen Bereichen habe in ihr den Entschluss reifen lassen. „Bei einem Treffen mit den Bestattern erfolgte auch eine Tour über die Friedhöfe. Wir haben uns über die örtlichen Gegebenheiten informiert“, erzählt sie.
Welling und Filthaut erläutern die Voraussetzungen: „Das Pastoralteam und der Pfarrgemeinderat beraten darüber, ob sie von dieser kirchenrechtlich gegebenen Vollmacht Gebrauch machen möchten. Sie fassen den Beschluss und stimmen den Personen zu. Für uns hat Dechant Bernd Haase die Anträge gestellt. Wir bekamen drei Ausbildungsplätze und zwei Beauftragungen für Hauptamtliche.“
Der zentrale Kursus sei sehr begehrt. Es gäbe eine Warteliste, berichten sie von sechs Wochenend-Einheiten im St. Bonifatius Bildungs- und Exerzitienhaus in Elkeringhausen. Die Beauftragung sei auf drei Jahre befristet erfolgt.