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„Aus dem Behütet- und Bedachtsein zieht geweihtes Leben seine Stärke“

Weihbischof Matthias König feiert Libori-Pontifikalamt mit Ordenschristen, Missionaren und „Missionaren auf Zeit“


„Aus dem Behütet- und Bedachtsein in Gemeinschaft und Kloster zieht geweihtes Leben seine Stärke“, sagte Weihbischof Matthias König in seiner Predigt.pdp
Weihbischof Matthias König hat am Libori-Mittwoch im Hohen Dom zu Paderborn das traditionelle Pontifikalamt mit den Ordenschristen, Missionaren und „Missionaren auf Zeit“ gefeiert. Mit Blick auf das diesjährige Leitwort des Liborifestes sagte er in seiner Predigt, es sei ein Ziel des geweihten Lebens, dass Menschen behütet und bedacht sind. Aus diesem „Geborgen- und Gesichertsein“ zögen Ordenschristen und Missionare den Antrieb, ihren Dienst an den Menschen im Auftrag Gottes zu tun. „Die Gemeinschaft, die behütet sein lässt, das Kloster, das Bedachung schenkt, wollen bergenden Rückhalt geben, der dann zur Stärke des geweihten Lebens wird, wenn daraus die Kraft zur Hingabe erwächst“, so der Weihbischof.  


Begleitet von Trommelmusik trugen Gäste aus Afrika beim Pontifikalamt mit den Ordenschristen, Missionaren und „Missionaren auf Zeit“ das Evangeliar nach vorne in den Altarraum.pdp
Früher seien Ordensleute oft mit dem Vorurteil konfrontiert worden: „Der oder die macht das doch nur, um versorgt zu sein!“, erläuterte Weihbischof König. Tatsächlich sei das in früherer Zeit eine Motivation gewesen, einem Orden beizutreten. Aus anderen Gesellschaften könnten Missionarinnen und Missionare auch heute davon berichten, dass junge Menschen in großer Zahl in ein Kloster gingen, weil sie dort eine fundierte Ausbildung bekämen und ihr Leben sinnvoll gestalten könnten. Eine gelebte Ordensberufung verspräche sozialen Aufstieg, Ausbildung und ein umfassendes Versorgtsein. „Das ist nicht von vorneherein negativ zu bewerten“, so der Weihbischof. „Wir alle wissen aus fast allen Lebensbereichen, wie hehre Ideale sich mit sehr pragmatischen Motiven vermischen.“ Problematisch werde es dann, wenn sich die vordergründigen und materiellen Dinge in den Vordergrund schieben würden.


Beim Pontififkalamt mit den Ordenschristen, Missionaren und „Missionaren auf Zeit“ konzelebrierten auch Bischöfe, Ordenspriester und Missionare aus der Weltkirche, unter anderem Bischof Lúcio Muandula aus dem Bistum Xai-Xai in Mosambik (3.v.r.) und Bischof Kyrillos William Samaan, koptisch-katholischer Bischof von Assiut in Ägypten (2.v.l.).pdp
Glaube wolle nicht nur eine „Bedachung“ gewähren, er wolle auch im übertragenen Sinne „bedacht“ sein, fuhr Weihbischof König fort. „Glaube bedarf des Nachsinnens, der ständigen Reflexion und muss immer wieder neu in die jeweilige Zeit übersetzt werden, damit er vor den Menschen einer Epoche begründet werden kann.“ Gerade die Orden und Kongregationen hätten sich schon vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil Verdienste dabei erworben, den Glauben ins Heute zu übersetzen. Durch die Jahrhunderte hindurch seien sie Zentren der Kultur, Bildung und Fortentwicklung gewesen, viele große Theologen waren und seien Ordensleute.

Doch auch im ganz wörtlichen Sinne gäben Orden den Menschen Obdach: „Gerade in den Veränderungen, die unsere Gemeinden in dieser Zeit durchmachen, sind Ihre Gemeinschaften in nicht wenigen Fällen Anlaufstellen für Suchende und Fragende und Schutzraum für jene, die bei Gott aufs Neue Geborgenheit suchen“, sagte Weihbischof König. Außerdem gäben missionarische Gemeinschaften an vielen Orten der Welt Kranken und Sterbenden ein Obdach oder beherbergten Schüler in Internaten. Auch das sei eine Umsetzung des Libori-Leitwortes „behütet und bedacht“, so der Bischofsvikar für Aufgaben der Weltkirche und Weltmission sowie für Institute des geweihten Lebens und für die Gesellschaften des apostolischen Lebens.

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