Einfach faszinierend ein neugeborenes Kind zu sehen! Ich selbst habe zwar keine eigenen Kinder – ich lebe als Ordensfrau seit vielen Jahren im Kloster – aber meine jüngste Nichte hat vergangenes Jahr ihr erstes Kind zur Welt gebracht, einen gesunden Jungen, Bela. Und ich durfte Bela schon ganz früh sehen und auf den Arm nehmen. Da ging mir das Herz auf!
Und seit den Tagen verfolge ich intensiv seine Entwicklung: Wie er angefangen hat sich zu drehen, sich zu strecken und aufzurichten, um alleine zu sitzen. Und dann der Kampf gegen die Schwerkraft, um auf eigenen Füßen zu stehen. Kinder üben tatsächlich den Aufstand und beginnen dann zu laufen. Was das bedeutet: unermüdliches Üben, bis Muskelkraft, Gleichgewichtssinn und Koordination von Bewegungen ausgebildet sind. Und wie oft fallen sie hin, um es dann aber wieder zu versuchen: sich immer wieder an irgendwelchen Möbelstücken hochzuziehen, um auf die Füße zu kommen. Im wahrsten Sinne des Wortes wollen sie selbständig werden, mehr noch: Sie wollen sich eigenständig fortbewegen und das bedeutet nichts anderes als Freiheit zu gewinnen.
Bela ist jetzt ein Jahr alt und ich freue mich mit ihm, wie er sich die Welt Schritt für Schritt erobert. Dabei ist das ja erst der Anfang, denn „auf eigenen Füßen zu stehen“, bedeutet ja noch viel, viel mehr.
Guten Morgen, ich bin Schwester Ancilla Ernstberger aus dem Michaelskloster in Paderborn und bin immer noch fasziniert von den ersten Schritten meines Großneffen Bela ins Leben.