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Auf den Spuren des Heiligen Liborius

Werner-Georg Kölling, Mitglied des Kirchenvorstand und des Fördervereins St. Liborius Wengern.

Innerhalb unserer Reihe „Auf eine Kaffeelänge mit …“ treffen wir uns wöchentlich mit einer Person aus dem Erzbistum Paderborn. Einzige Bedingung der Zusammenkunft: Das Meeting endet, sobald der Kaffeebecher geleert ist. Diesmal haben wir uns mit Werner-Georg Kölling aus Wetter-Wengern getroffen. Er ist Mitglied im örtlichen Kirchenvorstand und 2. Vorsitzender des Fördervereins St. Liborius Wengern.

Die Legende berichtet: Von Le Mans nach Paderborn über die Ruhr in Wengern

Rund 6.500 Einwohner zählt die kleine Gemeinde Wengern an der Ruhr bei Wetter. Die St. Liborius Kirche – mitten im Ortskern gelegen – hat seit ein paar Jahren „nur“ noch den Status einer Filialkirche und ist der Pfarrei St. Peter und Paul (Wetter – Sprockhövel – Wetter) im Bistum Essen zugehörig. Auf den Spuren der Geschichte findet man jedoch eine enge Verbindung zum 130 Kilometer entfernten Paderborn. Darauf sind die Wengeraner stolz und wahren gern das Gedanken an den Heiligen Liborius, den man in diesen Tagen im benachbarten Erzbistum feiert.

„Unsere Seniorengemeinschaft fährt jedes Jahr mit großer Freude zum Liborifest nach Paderborn und erinnert sich dabei auch gern daran, dass der Weg der Reliquien des Heiligen von Le Mans nach Paderborn der Legende nach an unserem Dorf vorbeiführte“, sagt Werner-Georg Kölling, der seit 1979 dem örtlichen Kirchenvorstand der Diaspora-Gemeinde angehört. Die Legende berichte weiter, so Kölling, dass im Jahre 836 die Gebeine des Heiligen Liborius bei der Überführung von Le Mans nach Paderborn an einer schmalen Stelle über die Ruhr gebracht wurden und möglicherweise sogar eine Nacht in der damaligen Kapelle von Wengern aufbewahrt wurden.

Um 11 Uhr läuten die Glocken

„Das war aber die Stelle, an der die heutige evangelische Kirche im Dorf steht“, erklärt der 79-jährige Kölling weiter. Als Kirchengebäude wird die damals katholische Kirche erstmals 1246 erwähnt. Aus dieser Historie erkläre sich, warum sich die katholische Gemeinde und die neue katholische Kirche in Wengern den Namenspatron St. Liborius erwählt hätten. „Am Rogate-Sonntag 1543 trat die ganze Gemeinde unter Pfarrer Schluck zum evangelischen Glauben über“, berichtet Werner-Georg Kölling aus historischen Unterlagen. Der Pfarrer habe sogar im persönlichen Briefwechsel mit Martin Luther gestanden. Eine Besonderheit sei aus dieser Zeit in Gedenken an die Reformation geblieben, so Kölling weiter, da die Glocken der Evangelischen Dorfkirche in Wengern traditionell werktags schon um 11 Uhr zur Mittagsstunde läuten.

Relikte aus katholischer Zeit blieben

Danach gab es in Wengern vorerst keine eigene katholische Kirche mehr. Aus der katholischen Zeit der jetzigen evangelischen Kirche, in derer Nachbarschaft das Henriette-Davidis-Museum steht und an 1801 in Wengern geborene Kochbuchautorin erinnert, sind noch der Altar, der alte romanische Taufstein, Wandbemalungen und das Triumphkreuz erhalten.

Förderverein kümmert sich um Erhalt der neuen St. Liborius Kirche

„In der Zeit der Industrialisierung siedelten sich wieder Katholiken hier an“ berichtet Kölling aus den Geschichtsbüchern Evangelischen Pfarrgemeinde. „Erste Gottesdienste wurden 1905 in einer Apotheke gefeiert. Der Grundstein für die heutige neue katholische Kirche wurde 1915 gelegt.” Natürlich hieß die neue Kirche St. Liborius. Bei der Neustrukturierung des Bistums Essen im Jahr 2007 wurde die einst selbständige Kirchengemeinde zur Filialkirche. Seitdem liegen der Betrieb und der finanzielle Unterhalt beim Förderverein St. Liborius Wengern e.V.

Erinnerungen an Musikerfreizeit und BONI-Bus

Mit Paderborn verbinde Werner-Georg Kölling jedoch nicht nur das Libori-Fest. Vor gut 30 Jahren habe er mit dem Kirchenchor St. Franziskus aus Witten eine Musikerfreizeit in Paderborn gemacht und „beste Erinnerungen“. 2018 gehörte Kölling dann zum Team der Pfarrei, das beim Bonifatiuswerk in Paderborn einen BONI-Bus abholen durfte. Der Standort des rapsgelben Fahrzeugs ist die St. Liborius Gemeinde in Wengern. Mit dem Kennzeichen – EN-SL-2018 – habe man auch die Gemeinde St. Liborius verewigt: SL. „Unsere sechs Gemeindestandorte sind alle an der Peripherie gelegen, darum brauchen wir einen BONI-Bus für unsere vielfältigen Aktivitäten in der Kinder- und Jugend- und der Seniorenarbeit“, sagte Kirchenvorstandsmitglied Werner-Georg Kölling damals bei der Übergabe.

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