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© Photo Kozyr / Shutterstock.com
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„Auf das Bonifatiuswerk setzen und bauen“

Zuschüsse für Projekte in Diaspora-Kirchengemeinden des Erzbistums Paderborn

„Ohne die finanzielle Förderung durch das Bonifatiuswerk im Erzbistum Paderborn wäre so manches Angebot bei uns gar nicht umsetzbar. Die Unterstützung aus Paderborn ist für das Leben und Glauben unserer Diaspora-Gemeinde extrem wichtig.“ Davon ist Pfarrer Georg Kersting überzeugt und denkt dabei konkret an das Großprojekt der Gesamtrenovierung der Kirche im Lippischen Schlangen. Pfarrer Kersting ist Leiter des Pastoralen Raumes An Egge und Lippe, zu dem auch die Kirchengemeinde St. Marien in Schlangen gehört. Hier leben bei insgesamt über 9.000 Einwohnern lediglich rund 2.000 Katholiken, so dass die Pfarrvikarie zu den Diaspora-Gemeinden im Erzbistum Paderborn zählt.

Pfarrer Georg Kersting (l.) ist dankbar für die Förderung des Diözesan-Bonifatiuswerkes Paderborn. So kann das Gemeindeleben in der Diaspora-Kirchengemeinde St. Marien in Schlangen finanziell entlastet und räumlich belebt werden. Diözesansekretär Matthias Micheel (r.) überbringt die Bewilligung. Foto: Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn

„Wir stehen in der Diaspora vor dem Problem, dass man als katholischer Christ häufiger angefragt wird. Und rein finanziell ist es so, dass wir durch die Zuschüsse des Erzbistums für die Kirchengemeinden, die sich ja auch an der Katholikenzahl orientieren, finanziell nicht so gut ausgestattet sind“, erklärt Pfarrer Kersting. Dies werde besonders deutlich bei der aufwändigen Gesamtrenovierung der Kirche, weitere Spenden und Zuschüsse seien notwendig. „Das Bonifatiuswerk im Erzbistum Paderborn unterstützt bei solchen finanziellen Kraftanstrengungen. Darauf kann die Diaspora seit Jahrzehnten setzen und bauen.“

Herausforderung: Diaspora

Die Pfarrvikarie St. Marien in Schlangen sei die einzige Diaspora-Gemeinde in seinem Pastoralen Raum, erläutert Pfarrer Kersting weiter. In Bad Lippspringe, Altenbeken, Neuenbeken, Benhausen und Marienloh dagegen leben die katholischen Christinnen und Christen nicht in der Minderheit. Im Hinblick auf das Gemeindeleben freut sich der Seelsorger, dass das Engagement in seinen Kirchengemeinden groß ist und sich viele einbringen. „In St. Marien Schlangen ist aufgrund der Diaspora-Situation alles aber etwas überschaubarer, vertrauter, die wenigen Katholiken kennen sich richtig gut und helfen einander.“

Gerade bei finanziellen Aufgaben für eine Kirchengemeinde sei die geringe Zahl an Katholiken allerdings eine Herausforderung, erklärt Pfarrer Kersting: Die Zuschüsse aus dem Erzbischöflichen Generalvikariat seien geringer und auch das Spendenaufkommen bei Sammlungen und Kollekten sei vergleichsweise gering, da einfach zahlenmäßig weniger Spender da seien. „Hier auf das Diözesan-Bonifatiuswerk setzen und bauen zu können, das ist schon sehr wertvoll und nimmt auch so manche Sorge“, ist Pfarrer Kersting dankbar.

Diaspora-Gemeinden benötigen die solidarische Unterstützung des Diözesan-Bonifatiuswerkes, um beispielsweise Gesamtrenovierungen ihrer Kirche umsetzen zu können. V.l.n.r.: Pfarrer Georg Kersting, Bonifatiuswerk-Diözesansekretär Matthias Micheel, Kirchenvorstandsmitglied Joachim Burchart, PGR-Vorsitzende Ulrike Burchart. Foto: Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn

Das Urteil von Pfarrer Georg Kersting bestätigt das Ehepaar Burchart: Joachim Burchart ist Mitglied des Kirchenvorstandes, Ulrike Burchart ist Vorsitzende des Pfarrgemeinderates der Pfarrvikarie St. Marien Schlangen. Joachim Burchart erzählt begeistert, dass die Katholische Kirche in Schlangen mit viel Eigenleistung 1954 gebaut wurde: „Menschen sind zum nahegelegenen Truppenübungsplatz in die Senne gefahren und haben dort Bausteine von Häusern geholt, um die Kirche bauen zu können.“ Viele in Schlangen lebende Katholiken seien zugezogen, haben gebaut und hätten deshalb bei Sammlungen und Kollekten kaum etwas übrig, ordnet das Kirchenvorstandsmitglied ein.

Ehefrau Ulrike Burchart betont als Vorsitzende des Pfarrgemeinderates die enge Verbundenheit in der Diaspora-Gemeinde St. Marien. Man kenne sich und helfe einander. Ihr ist auch die Gemeinschaft mit den evangelischen Christen in Schlangen ein Anliegen und sie freut sich über die wechselseitige Gastfreundschaft. Während der Gesamtrenovierung von St. Marien feiern die Katholiken in der evangelischen Kirche am Mittwoch einen Wortgottesdienst.

Förderleistungen des Diözesan-Bonifatiuswerkes

Nicht nur die Kirchengemeinde St. Marien in Schlangen wird im Jahr 2020 durch die Mittel des Diözesan-Bonifatiuswerkes gefördert. Mit großer Freude stellen der Diözesanvorsitzende Wolfgang Winkelmann und der Diözesansekretär Matthias Micheel die Förderleistungen vor, die bei der letzten Vorstandssitzung geprüft und beschlossen wurden. Das Projekt der Gesamtrenovierung der Pfarrkirche St. Marien in Schlangen wird dabei mit fast 56.000 Euro bezuschusst. Pfarrer Winkelmann verweist darauf, dass das Diözesan-Bonifatiuswerk für das Jahr 2020 bisher etwa 190.000 Euro für Bauprojekte in der Diaspora des Erzbistums Paderborn bereitstellen konnte. Gefördert werden neben Schlangen Projekte in Lübbecke, Herford, Lemgo, Spenge, Rahden, Versmold, Schötmar und Dreis-Tiefenbach. Hinzu kommt eine Förderung von Kirchbusfahrten in einer Größenordnung von jährlich rund 7.000 Euro.

Solidarität

„Wir sind sehr dankbar, dass wir das Gemeindeleben in den Diaspora-Kirchengemeinden des Erzbistums finanziell entlasten und damit zugleich richtig gut fördern können“, betont der Diözesanvorsitzende des Bonifatiuswerkes Wolfgang Winkelmann, der selbst lange Jahre als Pfarrer in der Diaspora des Siegerlandes gewirkt hat. Es sei eine große Solidaritäts-Leistung aller Katholiken im Erzbistum Paderborn, die durch ihre Spende für das Diözesan-Bonifatiuswerk die bereitgestellten Zuschüsse so erst ermöglichen. Die diözesanweite Kollekte für die pastorale Arbeit der Diaspora-Gemeinden im Erzbistum Paderborn findet alljährlich Ende Januar / Anfang Februar in allen Kirchengemeinden statt. Im Jahr 2021 wird die Sammlung am 31. Januar stattfinden.

Doch nicht allein das Diözesan-Bonifatiuswerk unterstützt Gemeinden in der Diaspora und gibt so die Solidarität der Katholiken weiter. Matthias Micheel erinnert in diesem Zusammenhang an die wertvolle Arbeit der Zentrale des Bonifatiuswerkes, dem „Hilfswerk für den Glauben“ in der Diaspora Nord- und Ostdeutschlands, ganz Nordeuropas und des Baltikums. Gerade auch die religionspädagogischen Materialien der Zentrale seien von herausragender Qualität und vielfältig einsetzbar, insbesondere in der Erstkommunion- und Firmkatechese. Viele Gemeinden arbeiten seit Jahren damit. Und Geistlicher Rat Winkelmann ergänzt: „Die Zusammenarbeit mit der Zentrale in Paderborn am Kamp ist ganz hervorragend. Wir werden von dort beispielhaft unterstützt.“

Diaspora-Gebiete im Erzbistum Paderborn

Das Diözesan-Bonifatiuswerk Paderborn unterstützt Projekte in den Diaspora-Regionen im Erzbistum Paderborn, somit in den Regionen, in denen der Anteil der Katholiken an der Gesamtbevölkerung eher gering ist. Zu den Diaspora-Regionen des Erzbistums zählen in Nordrhein-Westfalen die Dekanate Bielefeld-Lippe, Herford-Minden sowie Siegen, in Hessen das Dekanat Waldeck und die Pfarrei St. Georg in der Stadt Bad Pyrmont in Niedersachsen.

Vorstand des Diözesan-Bonifatiuswerkes Paderborn

Zum Vorstand des Diözesan-Bonifatiuswerkes Paderborn gehören Geistlicher Rat Wolfgang Winkelmann aus Siegen als Diözesanvorsitzender, Generalvikar Alfons Hardt, Prälat Thomas Dornseifer, Dechant Gerald Haringhaus (Herford), Domkapitular a. D. Gisbert Wisse (Arnsberg), Pfarrer DDr. Markus Jakobs (Detmold), Pastor Stephan Berkenkopf (Minden) sowie Matthias Micheel, der Persönliche Referent des Erzbischofs, als Diözesansekretär.

Förderung im Jahr 2020

Das Projekt der Gesamtrenovierung der Pfarrkirche St. Marien in Schlangen wird mit 55.979,50 Euro bezuschusst. Die Innenrenovierung der Kirche Heilig Geist in Lemgo erfährt eine Bezuschussung von 31.568,78 Euro, die Innenrenovierung der Kirche St. Maria Frieden in Herford von 20.866,25 Euro. 8.202,21 Euro sind für die Innenrenovierung der Kirche St. Joseph in Spenge vorgesehen, die Errichtung eines barrierefreien Zugangs zum Gemeindezentrum der Pfarrei St. Michael in Rahden wird mit 22.411,16 Euro gefördert.

Gefördert wurde bereits im laufenden Jahr 2020 die Sanierung der Kirche St. Michael in Versmold (18.117,70 Euro), die Innenrenovierung der Kirche St. Michael in Rahden (10.812,76 Euro), die Renovierung des Pfarrheimes der Namen-Jesu-Gemeinde in Dreis-Tiefenbach mit 3.800 Euro, einen Zuschuss in Höhe von 4.110,11 Euro gab es für die Sanierung des Pfarrheims der Gemeinde St. Kilian in Schötmar, Bad Salzuflen, schließlich gab es 13.848,16 Euro Zuschuss für die Sanierung der Kirche St. Johannes Baptist in Lübbecke.

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