Am 19. März 2013 hatte Papst Franziskus seinen Dienst als Nachfolger des Apostels Petrus angetreten. „Danken wir für das Geschenk seiner Gesten, Worte und Taten in diesen neun Jahren. Danken wir besonders für seinen Einsatz für den Frieden in der Welt und unter den Religionen“, sagte Erzbischof Becker im Paderborner Dom zu Beginn des Pontifikalamts.
Demütig und dankbar bleiben
Es gehöre nicht zur „Pädagogik Jesu“, mit dem Finger auf andere Menschen zu zeigen, machte der Paderborner Erzbischof in seiner Predigt ausgehend von der biblischen Szene mit der Ehebrecherin deutlich: „Jesus redet die Sünde der Frau nicht klein. Aber er reduziert sie nicht darauf.“ Unrecht müsse benannt und verändert werden. „Aber als fehlbare Menschen dürfen wir demütig bleiben und barmherzig und respektvoll miteinander umgehen“, forderte Erzbischof Becker.
Oft würden Menschen moralisch anklagen und richten. „Ist es nicht so, dass ich mir selber besser vorkomme, wenn ich weiß, wen ich zu verdammen habe?“, wies der Paderborner Erzbischof kritisch auf Neid und versteckten Hass als destruktive Kräfte hin. „Alle sind wir Sünder, wir alle haben Vergebung nötig: Mein Platz an der Sonne ist immer auch der Schattenplatz der Anderen“, verdeutlichte Erzbischof Becker.
Die biblische Geschichte von der Ehebrecherin zeige, dass Sorgen, Ängste, Engstirnigkeit und Arroganz wie Sand seien, der verwehe. „Die ganze Schöpfung wird vergehen. Mit ihrem Untergang kommt aber nicht das Nichts, sondern das Gottesreich der Liebe und Barmherzigkeit“, erklärte Erzbischof Becker. Unter den liebenden Augen Gottes wachse das Neue. „Wir glauben, dass uns Gott in Jesus Christus so nahe gekommen ist wie der Ehebrecherin im Evangelium und dass er uns anblickt.“