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© Erzbistum Paderborn
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An der Seite der Betroffenen unabhängig und kompetent

Christiane Voß wird unabhängige Ansprechperson für Betroffene von Geistlichem Missbrauch im Erzbistum Paderborn

Christiane Voß ist ab 1. Juli 2026 unabhängige Ansprechperson für Betroffene von Geistlichem Missbrauch im Erzbistum Paderborn. Menschen, die Missbrauch geistlicher Autorität erlitten haben und Hilfe suchen, können nun wählen, ob sie mit Christiane Voß als Unabhängiger Ansprechperson oder mit Rainer Fromme sprechen möchten – Fromme ist seit Sommer 2025 Beauftragter des Erzbistums für Fälle Geistlichen Missbrauchs. Neben der Entscheidung zwischen unabhängigem und institutionellem Kontakt besteht außerdem nun auch die Wahl, ob Betroffene sich lieber einer Frau oder einem Mann anvertrauen möchten – eine weitere Ermutigung für betroffene Menschen, sich mit ihren Leiderfahrungen zu melden.

Generalvikar Dr. Michael Bredeck begrüßte die künftige unabhängige Ansprechperson und betonte, er freue sich aus zwei Gründen, dass Christiane Voß zu der Aufgabe „Ja“ gesagt habe: „Diese Stelle ist ein wichtiges, positives Signal ins Erzbistum hinein, insbesondere für alle Menschen, die geistlichen Missbrauch erlitten haben. Vor allem aber ist Christiane Voß mit ihren fachlichen und persönlichen Gaben, mit denen sie von innen her an das Thema herangehen kann, hervorragend für diese Aufgabe geeignet.“

Umfangreiche Qualifikation

Christiane Voß hat als Leiterin mehrerer Beratungsstellen, darunter auch als Leitung der Ehe-, Familien- und Lebensberatung (EFL) im Erzbistum Paderborn, über Jahrzehnte Menschen in unterschiedlichen Krisen beraten und begleitet – mit psychologischer, pädagogischer und therapeutischer Qualifikation. Voß wurde als unabhängige Ansprechperson für Betroffene Geistlichen Missbrauchs offiziell vom Paderborner Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz ernannt. Ihre Aufgabe führt sie aber unabhängig aus: Sie steht in keinem dienstlichen Abhängigkeitsverhältnis zum Erzbistum Paderborn.

„Ich gehe an diese verantwortungsvolle und sensible Aufgabe mit der klaren Haltung heran, auf der Seite der Betroffenen zu stehen,“ unterstreicht Christiane Voß ihr Rollenverständnis. Den von geistlichem Missbrauch betroffenen Menschen möchte sie mit Respekt, Wertschätzung und Unvoreingenommenheit begegnen. „Meine Unabhängigkeit ist dabei eine wichtige Grundlage“, betont Voß. Zugleich macht sie deutlich: „Mit Rainer Fromme habe ich einen Ansprechpartner beim Erzbistum, dem ich vertraue. Und ich bin überzeugt, dass die Leitung des Erzbistums Grenzüberschreitungen und Fehlverhalten konsequent entgegentreten will. Die bestehende Verfahrensordnung für den Umgang mit Fällen geistlichen Missbrauchs bietet dafür einen verlässlichen Rahmen und sichert die notwendigen Schritte.“

Die neue unabhängige Ansprechpartnerin hofft, dass Betroffene den Mut finden, sich zu melden: „Durch meine langjährige Erfahrung in der psychologischen Beratung und Begleitung möchte ich dazu beitragen, dass sie Gehör finden, Unterstützung erfahren und dass ihre Anliegen ernst genommen werden.“

Unabhängige Expertise auch im Beraterstab

Menschen, die vom Missbrauch Geistlicher Autorität betroffen sind und sich melden möchten, haben nun eine weitere Anlaufstelle. „Beim ersten Gespräch ist oft noch nicht klar, in welche Richtung das Anliegen der Betroffenen geht“, beschreibt Rainer Fromme aus seiner Erfahrung als Beauftragter für Fälle Geistlichen Missbrauchs. „Ist es der Wunsch nach individueller Hilfe oder geht es darum, ein offizielles Verdachtsverfahren gegen eine beschuldigte Person oder eine Gemeinschaft anzustoßen?“. Um dies in ein oder mehreren Gesprächen zu klären, könne sich die Christiane Voß als mögliche erste Anlaufstelle Zeit nehmen und die Betroffenen bei ihrer Entscheidung begleiten. „Manchmal stellt sich auch heraus, dass es eher um eine Beschwerde oder einen allgemeinen Konflikt geht. In diesen Fällen leiten wir an die zuständigen Stellen weiter“, erklärt Rainer Fromme.

Christiane Voß stehe als unabhängige Ansprechperson näher an der Seite der Betroffenen als es der Beauftragte des Erzbistums in seiner ihm durch die Verfahrensordnung zugeschriebenen Rolle tun könne, erläutert Fromme: „Der Beauftragte ist in erster Linie ‚Anwalt des Verfahrens‘. Er sorgt dafür, dass alle Beteiligten sicher durch das Verfahren geleitet werden. Die Unabhängige Ansprechperson hingegen ist vor allem ‚Anwältin der Betroffenen‘“. Entscheidet sich eine betroffene Person, eine offizielle Meldung im Rahmen der Verfahrensordnung zu machen, werden der Beauftragte sowie ein Beraterstab in den Fall einbezogen – dies regelt sehr klar die Verfahrensordnung. „Christiane Voß bringt als geborenes Mitglied des Beraterstabes dort auch ihre unabhängige Expertise ein, wofür ich sehr dankbar bin“, sagt Rainer Fromme.

Begleitung von Betroffenen wird intensiviert

Als Beauftragter wird Fromme eng mit Christiane Voß zusammenarbeiten. „Ich bin überzeugt, dass wir mit der Beauftragung von Christiane Voß die Unterstützung und Begleitung der Betroffenen noch einmal intensivieren“, freut sich Fromme, der ebenso damit rechnet, dass durch die psychologische und therapeutische Expertise der neuen Ansprechperson die fachliche Qualität des Beraterstabs noch einmal zusätzlich gestärkt wird. „Damit sind wir sowohl für die Bereitstellung individueller Hilfe für betroffene Personen als auch für die qualifizierte Bearbeitung von Verdachtsfällen als Erzbistum Paderborn sehr gut aufgestellt“, fasst Rainer Fromme zusammen.

 

Ein Beitrag von:
Redakteurin Team Presse

Maria Aßhauer

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