„Freundschaft.“ Dieser Begriff wurde am vergangenen Samstag wohl am häufigsten genannt, als in der Kapelle St. Georg die Abschiedsparty für das Diözesanzentrum Rüthen am Eulenspiegel mit einem Gottesdienst eröffnet wurde. „Was verbindet ihr mit diesem Haus, das jetzt abgerissen und einem Neubau weichen wird?“ fragte Tobias Hasselmeyer, Diözesanjugendpfarrer des Erzbistums Paderborn und der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) aus seiner Zeit als Diözesankurat noch immer verbunden. Die Antworten zeigten die emotionale Verbindung der Anwesenden mit dem „alten“ Eulenspiegel. Freunde, Freundschaft, Familie, Zuhause. Diese Worte standen auch auf den kleinen Bausteinen aus Holz, die nun zu festen Grundsteinen für das neue Jugendbildungshaus werden sollen. Etwa 200 Menschen waren gekommen, um sich von diesem so besonderen Ort der Jugendarbeit zu verabschieden, bevor ab nächster Woche der Abriss beginnt. Nach dem Gottesdienst sah man auf dem ganzen Gelände kleine Gruppen von Menschen umher streifen. Erinnerungen an vergangene Kurswochen, Pfingst- und Sommerläger, Rovercamps und Arbeitskreistreffen wurden ausgetauscht. „Die Zimmer wirken ohne die Schlafemporen plötzlich viel kleiner“, erzählte eine ehemalige Roverleiterin. Mit einem Augenzwinkern bedauerte ein ehemaliges Mitglied eines Diözesanarbeitskreises (DAK), dass auch die Zimmernummern schon abgenommen waren. „Das wäre ein nettes Erinnerungsstück gewesen. Ich habe wahrscheinlich in jedem dieser Zimmer schon einmal übernachtet.“
Bewusst nachhaltiger
Auch die Pläne für den Neubau, der mit Unterstützung des Erzbistums Paderborn, des Landes NRW, der Stiftung Wohlfahrtspflege und der Aktion Mensch finanziert wird, wurden vorgestellt. Größer, moderner, nachhaltig und behindertengerecht – das neue Haus bekommt eine Photovoltaik-Anlage und öffentliche Ladeinfrastruktur, eine Luftwärmepumpe sorgt dafür, dass keine fossilen Brennstoffe mehr eingesetzt werden müssen. Bewusster Umgang mit Ressourcen ist seit Jahren im Fokus des Diözesanverbands und soll im neuen Haus an erster Stelle stehen. Dominique Brinkmann, Diözesanvorsitzende der Georgspfadfinder, erklärte, es sei eine Herzensangelegenheit aller Haupt- und Ehrenamtlichen Rüthen als „Wohnzimmer des Verbandes“ zu erhalten. „Das Haus am Eulenspiegel war immer ein Zuhause der DPSG und so soll es mit dem neuen Haus auch bleiben. Ich wünsche mir, dass alle Menschen sich hier wohl fühlen können.“