Die ohnehin schwierige Situation, wenn ein nahe stehender Mensch verstirbt, wird dadurch nicht gerade leichter. Im Gegenteil. Trauer und Abschiednehmen seien so oder so schwer, erklärt Dechant Georg Schröder, leitender Pfarrer des Pastoralverbundes Schmallenberg-Eslohe. „Für einige Leute ist es aber natürlich zusätzlich traurig, wenn viele Menschen, die sie gerne zur Beerdigung oder zum anschließenden gemeinsamen Kaffeetrinken eingeladen hätten, nicht kommen dürfen. Diese sichtbare Unterstützung in der Trauer fehlt sehr.“ Denn solange das Versammlungsverbot gilt, dürften Beerdigungen nur im Beisein des kleinsten Familienkreises stattfinden, bis zu 20 Personen sind erlaubt. Und auch die sollen Abstand zueinander halten.
Beerdigungen nur im kleinsten Kreis
Die meisten Angehörigen, so der Schmallenberger Pfarrer, sind sich schon vorab bewusst, dass eine Beerdigung derzeit nur im kleinsten Kreis möglich ist. Dass aber Freunde und Bekannte nicht teilnehmen können, bereite dann sogar noch mehr Trauer bei den Hinterbliebenen. Es könne aber auch genau andersrum sein. „Manche wollen es gar nicht so groß haben bei einer Beerdigung. Denen kommt das Versammlungsverbot eventuell sogar entgegen. Das ist immer ganz unterschiedlich.“
Drei Beerdigungen während der verhängten Kontaktsperre wegen des neuartigen Coronavirus hat Dechant Schröder schon abgehalten, eine vierte kommt in dieser Woche dazu. Auch er habe sich vor der ersten Beerdigung angesichts der Auflagen erst einmal Gedanken machen müssen und Rücksprache mit dem Bestatter gehalten. Der Wortgottesdienst in der Kirche und die Feier des Requiems sind ebenso wie der Gang in die Trauerhalle nicht möglich. „Wir halten uns im Freien auf. Auf dem Friedhof haben wir uns eine Stelle ausgesucht, wo wir uns versammeln“, erklärt Dechant Schröder. Dort sei auch der Sarg aufgebahrt oder stehe die Urne. Nach einem verkürzten Wortgottesdienst und Gebeten gehe man dann gemeinsam zum Grab. „Ohne Orgel, ohne Messdiener. Nur die Küsterin ist ansonsten noch dabei.“