Laden...

logocontainer-upper
logocontainer-lower
© Dennis MacDonald / shutterstock.com
© Dennis MacDonald / shutterstock.com

80 Jahre Hiroshima: „Ziel einer atomwaffenfreien Welt nicht aufgeben“

Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz äußert sich als Vorsitzender der Deutschen Kommission Justitia et Pax gemeinsam mit Landesbischof Friedrich Kramer, Friedensbeauftragter des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

Die katholische Deutsche Kommission Justitia et Pax und die Evangelische Friedensarbeit im Raum der EKD unterstreichen zum 80. Jahrestag des Abwurfs der ersten Atombomben über Hiroshima und Nagasaki, dass es weiterhin wichtig ist, das Ziel einer atomwaffenfreien Welt nicht aufzugeben, und ernsthafte Anstrengungen zu unternehmen, um dieses Ziel zu erreichen.

„Die Atombombenabwürfe in Hiroshima und Nagasaki und die vielen Opfer sind für uns Mahnung und Verpflichtung zugleich“, erklären der Vorsitzende der Deutschen Kommission Justitia et Pax, Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz, und der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Friedrich Kramer. Beide Bischöfe machen deutlich, dass die Kirchen den Einsatz solcher Waffen stets abgelehnt und auch die Androhung mit deren Einsatz immer sehr kritisch gesehen haben.

Keine Gewöhnung an Abschreckung mit nuklearen Mitteln

„Es darf keine Gewöhnung an die Abschreckung mit nuklearen Mitteln geben“, mahnt Erzbischof Bentz und verweist auf das Friedenswort der katholischen deutschen Bischöfe „Friede diesem Haus“ vom vergangenen Jahr, das diese Forderung unterstreicht. „Die Überwindung dieser Bedrohung für die Menschheit ist eine Frage des Weltgemeinwohls und wir sind gefordert, auf die Reduktion dieser Bedrohung hinzuarbeiten“, betont der Vorsitzende der Deutschen Kommission Justitia et Pax.

„Atomwaffen dürfen keinen Platz mehr in der Welt haben, sie dürfen kein Mittel der militärischen Auseinandersetzung mehr sein und man darf auch nicht mit ihnen drohen“, sagt Landesbischof Friedrich Kramer.

Warnung vor neuem nuklearen Rüstungswettlauf

Beide Bischöfe warnen im Gedenken an die Atombombenabwürfe vor 80 Jahren nachdrücklich vor einem neuen nuklearen Rüstungswettlauf. „Der russische Überfall auf die Ukraine hat die Menschen massiv verunsichert und erschüttert“, so Erzbischof Udo Markus Bentz. Erstmals seit der Kuba-Krise habe mit Russland ein Staat mit dem Einsatz von Atomwaffen gedroht. „Das lässt in vielen Staaten den Ruf nach neuen Atomwaffen als Abschreckung laut werden. Auch wenn dies nachvollziehbar ist, so muss doch gleichzeitig klar sein, dass eine militärische Abschreckung allein, erst recht nicht mit Atomwaffen, keinen Frieden garantiert“, betont Landesbischof Friedrich Kramer. Und Erzbischof Bentz ergänzt: „Es ist höchste Zeit, nach Alternativen zur Abschreckung mit nuklearen Mitteln zu suchen.“

Die Arbeit an einer atomwaffenfreien Welt nicht aufgeben

Beide Bischöfe sehen kritisch, dass mittlerweile alle atomaren Abrüstungsabkommen gekündigt oder ausgelaufen sind und der New START-Vertrag durch Russland ausgesetzt ist. Gleichzeitig warnen Friedensforscher wie das renommierte Stockholmer SIPRI-Institut vor den Risiken und Gefahren eines neuen atomaren Wettrüstens. „In der aktuellen weltpolitischen Situation ist es leider nur schwer vorstellbar, dass es wieder zu Abrüstungsverhandlungen zwischen den Atommächten kommt. Aber wir dürfen, allen Widrigkeiten zum Trotz, nie aufgeben mit der Arbeit an einer atomwaffenfreien Welt“, macht der EKD-Friedensbeauftragte deutlich.

Info Justitia et Pax

Die Deutsche Kommission Justitia et Pax (Gerechtigkeit und Frieden) wurde 1967 gegründet und versteht sich als Forum der katholischen Einrichtungen und Organisationen, die im Bereich der internationalen Verantwortung der Kirche in Deutschland tätig sind. Justitia et Pax ist deren gemeinsame Stimme in Gesellschaft und Politik und damit Akteurin des politischen Dialogs. Die Kommission erarbeitet kirchliche Beiträge zur Entwicklungs-, Friedens- und Menschenrechtspolitik Deutschlands und entwickelt Konzepte und Modellprojekte für die internationale Arbeit der katholischen Kirche.

Weitere Einträge

© artin1 / Shutterstock.com

Unsere Nachrichten Pfarrer Paul Nikolajczyk verstorben

Das Erzbistum Paderborn trauert um Pfarrer i. R. Paul Nikolajczyk. Er starb am Mittwoch, dem 30. September 2026.
© Deutsche Bischofskonferenz / Marko Orlovic

Unsere Nachrichten Die deutschen Bischöfe positionieren sich zu KI

Übernimmt Künstliche Intelligenz bald das Kommando? Diese Frage stellten sich die deutschen Bischöfe auf ihrer Herbstvollversammlung in Fulda. Erzbischof Bentz plädierte für eine richtige Balance.
© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn

Unsere Nachrichten Eine katholische Art, Medizin zu leben?

Erzbischof Bentz besucht beim Amtssitzwechsel Kinderklinik, pflegende Ordensschwestern und Klinikseelsorge im Marien Hospital Witten
Kontakt
| |
generalvikariat@erzbistum-paderborn.de
+49 (0)5251 125-0