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© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
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15 Jahre youngcaritas Arnsberg: Jugendliche berichten Weihbischof König von ihrem Engagement

Seit 15 Jahren bringt die youngcaritas Arnsberg junge Menschen zusammen, die anderen helfen möchten. Bei einem Besuch in Paderborn berichteten einige Mitglieder Weihbischof Matthias König von ihrer Arbeit.

Sie schreiben Briefe gegen Einsamkeit, besuchen Hospize und Senioreneinrichtungen, erinnern an Sternenkinder und gestalten Jugendgottesdienste. Seit 15 Jahren bringt die youngcaritas Arnsberg junge Menschen zusammen, die anderen helfen möchten. Bei einem Besuch in Paderborn berichteten einige Mitglieder Weihbischof Matthias König von ihrer Arbeit.

Am Sonntag, 19. Juli 2026, waren Jugendliche der youngcaritas Arnsberg anlässlich des 15-jährigen Bestehens ihrer Gruppe in Paderborn zu Gast. Gemeinsam besuchten sie zunächst den Hohen Dom. Anschließend kamen sie mit Weihbischof Matthias König ins Gespräch und stellten ihm ihre heutigen Projekte vor.

Der Weihbischof kennt die Initiative seit ihren Anfängen. Im Rahmen einer Visitation in Arnsberg hatte er vor 15 Jahren die Entstehung der Gruppe miterlebt. Über die Initiatorin Martina Gerdes blieb er mit der youngcaritas in Verbindung. Auch das fünfjährige Bestehen der Initiative hatte er gemeinsam mit den Jugendlichen gefeiert. Seelsorglich begleitet wird die Gruppe von Pastor Thomas Siepe aus Arnsberg.

Besonders beeindruckt zeigte sich Weihbischof König von der Vielfalt der jungen Menschen, die sich heute in der Initiative engagieren.

Es gehören junge Leute aus allen Konfessionen und Religionen dazu, die sich für die gelebte Nächstenliebe, die Caritas, einsetzen

Weihbischof Matthias König

Aus sieben Jugendlichen wird ein großes Netzwerk

Begonnen hatte die Jugendcaritas Arnsberg im Jahr 2011 mit sieben Jugendlichen. Heute zählt die gemeinsame WhatsApp-Gruppe 117 Mitglieder. Dabei hat sich die Form des Engagements im Laufe der Jahre verändert.

In der Anfangszeit übernahmen die Jugendlichen häufig regelmäßige Dienste in sozialen Einrichtungen. Einige von ihnen waren beispielsweise sonntags im Hospiz aktiv. Heute steht stärker die Mitarbeit an zeitlich begrenzten Projekten im Mittelpunkt. So können sich auch Jugendliche beteiligen, deren schulischer oder beruflicher Alltag keine dauerhaften Einsätze erlaubt.

Nach einem deutlichen Rückgang während der Corona-Pandemie wächst die Gruppe inzwischen wieder. Auch ältere Jugendliche und junge Erwachsene wenden sich an Martina Gerdes, weil sie sich sozial engagieren möchten. Erst kürzlich konnte sie eine Studentin an ein Wohnhaus für Menschen mit Behinderungen vermitteln. Dort ist die junge Frau nun regelmäßig tätig und beteiligt sich darüber hinaus an weiteren Aktionen der youngcaritas.

Eine wichtige Partnerin ist das Mariengymnasium Arnsberg. Vor den Sommerferien stellt Martina Gerdes die Initiative regelmäßig den Schülerinnen und Schülern der siebten Klassen vor. Unterstützt wird sie dabei vom stellvertretenden Schulleiter Matthias Beine, den Schulsozialarbeiterinnen und der Schulseelsorgerin Frau Mühlenschulte. Die Zusammenarbeit ermöglicht es, Jugendliche frühzeitig mit unterschiedlichen Formen ehrenamtlichen Engagements in Kontakt zu bringen.

„Alle fühlen sich als Gruppe“

Entscheidend ist für Martina Gerdes nicht allein die Zahl der Jugendlichen, sondern die Gemeinschaft, die unter ihnen entstanden ist. In der Gruppe treffen Mädchen und Jungen, Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher Schulformen sowie junge Menschen verschiedener Religionen und Konfessionen aufeinander.

„Die Gruppe ist bunt. Mädchen, Jungen, unterschiedliche Religionen und unterschiedliche Schulformen sind vertreten. Und alle fühlen sich als Gruppe. Das finde ich so schön“, sagt Martina Gerdes.

Wie viel eine solche Gemeinschaft bedeuten kann, zeigte sich auch beim Besuch in Paderborn. Beim gemeinsamen Essen sagte eine Teilnehmerin: „Ich fühle mich heute wie eine Königin. Mir wird das Getränk sogar eingeschüttet.“ Für Martina Gerdes war dies ein bewegender Augenblick. Er zeigte, dass Aufmerksamkeit, Wertschätzung und selbst kleine Gesten einem Menschen das Gefühl geben können, willkommen zu sein.

Caritas wird konkret

Die Projekte der youngcaritas sind so vielfältig wie die Jugendlichen selbst. Mit der Aktion „Briefe gegen Einsamkeit“ senden sie persönliche Grüße an Menschen, die nur wenige soziale Kontakte haben. Sie besuchen Hospize, Senioreneinrichtungen und Wohnhäuser für Menschen mit Behinderungen. Sie sammeln Spenden für soziale Projekte und entzünden Lichter zum Gedenken an Sternenkinder.

Auch digitale Fähigkeiten bringen die Jugendlichen ein. Eine Gruppe junger Streamer produziert eigene Filme, die beispielsweise als Einstimmung auf einen Gottesdienst eingesetzt werden können. Darüber hinaus wirken Mitglieder der youngcaritas bei der Gestaltung von Jugendgottesdiensten mit.

Das Engagement zeigt, dass Caritas mehr ist als organisierte Hilfe. Sie ist eine Haltung. Sie beginnt dort, wo Menschen einander wahrnehmen, Zeit miteinander teilen und Verantwortung füreinander übernehmen. Der christliche Glaube wird auf diese Weise im Alltag sichtbar.

Der Tag der Caritas am Samstag, 1. August, erinnert an diesen Auftrag. Die youngcaritas Arnsberg macht deutlich, dass gelebte Nächstenliebe weder an Konfessions- noch an Religions- oder Bildungsgrenzen endet. Sie schafft Gemeinschaft, stärkt junge Menschen und schenkt anderen die Erfahrung: Ich werde gesehen. Ich gehöre dazu.

Weitere Einblicke in die Arbeit der Gruppe gibt es auf Instagram unter @youngcaritas_arnsberg.

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