Besonders sein stellvertretendes Gebet in den Anliegen der Menschen seiner Zeit sowie seine vorbehaltlose Nächstenliebe zeichneten Bruder Jordan aus, so dass viele in ihm heute einen „Heiligen des Dortmunder Alltags“ sehen. „Nicht von ungefähr wandten sich die Männer und Frauen aus Dortmund und dem Ruhrgebiet in ihren Anliegen an ihn. Nächtelang hat er für sie gebetet“, würdigte Erzbischof Hans-Josef Becker das Wirken des Franziskaners. „Stellvertretung, einfache und tätige Gottes- und Nächstenliebe, Feindesliebe: Das verbinden wir zurecht mit dem Leben von Bruder Jordan“, sagte Erzbischof Becker in der Predigt. Bruder Jordan habe die maßlose Liebe, die von Gott her komme, gelebt und dies in einer „frommen und wissenden Heiterkeit“.
Leben und Wirken
Am 1. September 1866 in Buer geboren, entschied sich Bruder Jordan mit 28 Jahren für das Leben in der Gemeinschaft der Franziskaner. Ein tief religiöses Elternhaus bereitete diesen Weg vor. Als gelernter Sattler und Gerber, lernte er im Kloster noch Koch hinzu und war auch für die Pforte und die Sakristei und für gärtnerische Arbeiten zuständig. Stationen seines Lebens und Wirkens waren Paderborn, Münster, Neviges, Harreveld in den Niederlanden, Dingelstädt und seit 1907 Dortmund. Hier verbrachte er Stunden im Gebet, manchmal auch ganze Nächte. Immer mehr Menschen aus Dortmund und Umgebung wandten sich in ihren Nöten an ihn.