Der Auftrag der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs im Erzbistum Paderborn ergibt sich aus dem Statut des Erzbischofs von Paderborn für die Kommission (Fassung vom 1. August 2024). Darin sind die folgenden Aufgaben genannt:
- die qualitative und quantitative Erhebung sexuellen Missbrauchs im Erzbistum Paderborn;
- die Untersuchung des administrativen Umgangs mit Beschuldigten und Betroffenen;
- die Identifikation von Strukturen, die sexuellen Missbrauch ermöglicht oder erleichtert oder die dessen Aufdeckung erschwert haben;
- die Initiierung und Begleitung des Prozesses der Aufarbeitung für den Zeitraum ab dem Jahr 1941.
Wir betrachten und analysieren also die Missbrauchsfälle, die seit 1941 im Erzbistum Paderborn bekanntgeworden sind. Wir ermitteln deren Gewicht und benennen die Taten und deren Zahl. Entsprechend unserem Auftrag bemühen wir uns darum, Hintergründe zu erkennen, die in ähnlicher Form mehrfach aufgetreten sind und die uns verdeutlichen, dass darin strukturelle Ursachen für Übergriffe und ihre spätere Vertuschung liegen können. Wir prüfen auch, ob die Funktionsträger des Erzbistums Paderborn mit Betroffenen, die ihr Leid zur Anzeige gebracht haben, in angemessener Form umgegangen sind.
Durch unsere Arbeit sollen das geschehene Unrecht und das Leid der Betroffenen anerkannt sowie ein Besinnungs- und Neugestaltungsprozess in Kirche und Gesellschaft angeregt werden.
Im Interview: Birgit Cirullies