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Unabhängige Aufarbeitungskommission (UAK) Paderborn

Die unabhängige Aufarbeitungskommission (UAK) für das Erzbistum Paderborn hat am 21. Juni 2022 ihre Arbeit aufgenommen. Sie kümmert sich um die Aufarbeitung von Missbrauch im Erzbistum Paderborn für den Gesamtzeitraum von 1941 bis zur Gegenwart. Die Kommission sichtet die Akten des Erzbistums Paderborn, um sowohl quantitativ wie qualitativ die Bearbeitung zu beurteilen. Die Kommission wird sowohl eine Einzelfall- als auch eine Gesamtbewertung der Aufarbeitung im Erzbistum Paderborn vornehmen. Damit setzt das Erzbistum Paderborn die Gemeinsame Erklärung der Deutschen Bischöfe und des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM) um. Diese Erklärung sieht vor, dass eine Gesamtbewertung von einer unabhängigen Kommission vorgenommen werden soll.

Die unabhängige Aufarbeitungskommission im Erzbistum Paderborn besteht aus sieben Personen: Zwei Mitglieder wurden durch das Land NRW benannt, drei durch das Erzbistum Paderborn, zwei Mitglieder kommen aus dem Kreis der Betroffenen.

Die Aufarbeitungskommission für das Erzbistum Paderborn setzt sich aktuell wie folgt zusammen:

  • Birgit Cirullies (Leitende Oberstaatsanwältin a.D., Dortmund), Vorsitzende
  • Walther Müggenburg (Leitender Oberstaatsanwalt a.D., Essen), stellv. Vorsitzender
  • Dr. Eva Brockmann (Bereichsleitung Soziale Dienste Caritasverband Paderborn e.V., Leitung der Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche, Paderborn)
  • Reinhold Harnisch (Geschäftsführer des Kommunalen Rechenzentrums Lemgo a. D., Minden-Ravensberg/Lippe)
  • Burkhardt Stutenz (ehem. Vorstand WCA Walldorf Consulting GmbH, Straubenhardt)
  • Professorin Dr. Ute Ritterfeld (Psychologin an der Technischen Universität Dortmund i.R.)
  • Ulrich Sachse (Direktor a. D. des Amtsgerichts Hagen)

Ständige Gäste der UAK Paderborn sind:

  • Thomas Wendland (Interventionsbeauftragter)
  • Manuela Koritensky (Mitarbeiterin Intervention)
  • Vanessa Meier-Henrich (Präventionsbeauftragte)
  • Gabriela Joepen (Unabhängige Ansprechperson)
  • Martin Rehborn (Unabhängige Ansprechperson)

In der Kommission sind keine Personen, die in einem Beschäftigungsverhältnis zum Erzbistum Paderborn stehen. Dr. Eva Brockmann ist Beschäftigte des Orts-Caritasverbandes Paderborn e. V. Damit erfüllt die Kommission oftmals erhobene Forderungen: Zum einen wird der Staat durch das Land NRW an der Aufarbeitung beteiligt, zum anderen geschieht die Arbeit der Kommission gänzlich unabhängig.

Kontakt

Walther Müggenburg
E-Mail: mail@uak-paderborn.de

Jahresberichte der UAK Paderborn:

Studien – Informationen – Quellen

Mittlerweile liegt eine Reihe von internationalen empirischen Studien zum Thema Sexueller Missbrauch von Kindern und Jugendlichen vor, die sich mit den Auswirkungen auf die Betroffenen als auch auf die Persönlichkeit der Täter, die Taten und Tatumstände beziehen. Prof. Dr. Ute Ritterfeld (UAK Paderborn) und ihre Mitarbeiterin Valerie Garcia Vogt – beide TU Dortmund – haben die bereits abgeschlossenen und veröffentlichten Studien im Auftrag der unabhängigen Aufarbeitungskommission für das Erzbistum Paderborn recherchiert und systematisch zusammengefasst.

Ansprechperson: Prof. Dr. Ute Ritterfeld – Mail: ute.ritterfeld@uak-paderborn.de

Im Interview: Birgit Cirullies

Vorsitzende der unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs im Erzbistum Paderborn

Der Auftrag der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs im Erzbistum Paderborn ergibt sich aus dem Statut des Erzbischofs von Paderborn für die Kommission (Fassung vom 1. August 2024). Darin sind die folgenden Aufgaben genannt:

  1. die qualitative und quantitative Erhebung sexuellen Missbrauchs im Erzbistum Paderborn;
  2. die Untersuchung des administrativen Umgangs mit Beschuldigten und Betroffenen;
  3. die Identifikation von Strukturen, die sexuellen Missbrauch ermöglicht oder erleichtert oder die dessen Aufdeckung erschwert haben;
  4. die Initiierung und Begleitung des Prozesses der Aufarbeitung für den Zeitraum ab dem Jahr 1941.

Wir betrachten und analysieren also die Missbrauchsfälle, die seit 1941 im Erzbistum Paderborn bekanntgeworden sind. Wir ermitteln deren Gewicht und benennen die Taten und deren Zahl. Entsprechend unserem Auftrag bemühen wir uns darum, Hintergründe zu erkennen, die in ähnlicher Form mehrfach aufgetreten sind und die uns verdeutlichen, dass darin strukturelle Ursachen für Übergriffe und ihre spätere Vertuschung liegen können. Wir prüfen auch, ob die Funktionsträger des Erzbistums Paderborn mit Betroffenen, die ihr Leid zur Anzeige gebracht haben, in angemessener Form umgegangen sind.

Durch unsere Arbeit sollen das geschehene Unrecht und das Leid der Betroffenen anerkannt sowie ein Besinnungs- und Neugestaltungsprozess in Kirche und Gesellschaft angeregt werden.

Es ist uns sehr wichtig, zu erkennen, wie eine solche Vielzahl von Taten möglich war, ohne dass die Beschuldigten Konsequenzen fürchten mussten. Um dies zu ergründen, müssen wir Erkenntnisse über Ethik und Moral der handelnden Personen gewinnen und bewerten. Ebenso wichtig ist es uns, in den Fällen, in denen das Leid der Betroffenen nicht oder nicht hinreichend anerkannt wurde, jetzt eine nachträgliche, weitestmögliche Wiedergutmachung anzumahnen.

In die zahlreichen oftmals schlimmen Fälle, über die uns Akten vorliegen, müssen wir uns einlesen und sie möglichst genau analysiert darstellen.

Wir arbeiten zum Beispiel daran, Betroffenen Hilfe zu ermöglichen, wenn es darum geht, ihre Anliegen gegenüber dem Erzbistum Paderborn vorzubringen. Die Kommunikationsabteilung des Erzbistums hat auf unsere Anregung hin die Bistumshomepage dahingehend verändert und ergänzt, dass Betroffene leichter Zugang zu den Hilfsangeboten des Erzbistums erhalten.

Ich würde Betroffenen erklären, dass es für alle hilfreich sein kann, wenn das Erlebte angezeigt wird, da nur so Aufarbeitung möglich ist. Allerdings habe ich volles Verständnis dafür, wenn einzelne Betroffene das schreckliche Geschehen heute nicht mehr schildern möchten, wenn sie vielleicht über die Jahre einen Weg gefunden haben, den Missbrauch seelisch zu verarbeiten.

Kontakt
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generalvikariat@erzbistum-paderborn.de
+49 (0)5251 125-0