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Pressemeldung
23
April
2021
Paderborn

Variable Pfarrheimnutzung und Schwerpunktsetzung

Über 100 Interessierte tauschten sich digital über Immobilienstrategie des Erzbistums Paderborn aus

Ein Netzwerk aus variabel genutzten Pfarr-Räumen und pastorale Schwerpunkte – mit dieser Vision will das Erzbistum Paderborn die Zukunft seiner Immobilien gestalten. Über die dafür geplante Strategie tauschten sich am Donnerstagabend, 22. April 2021, über 100 Menschen aus dem ganzen Erzbistum bei einem virtuellen Treffen aus. Studio-Gäste im Livestream waren aus dem Erzbischöflichen Generalvikariat Paderborn Diözesanbaumeisterin Carmen Matery-Meding als Leiterin des Bereichs Bauen, Dirk Wummel als Leiter des Bereiches Finanzen und Monsignore Dr. Michael Bredeck als neuer Leiter des Bereiches Pastorale Dienste. Sie stellten sich den Fragen der virtuell zugeschalteten Teilnehmenden.

„Das Geld wird auf absehbare Zeit weniger werden“, stellte Diözesanökonom Dirk Wummel mit Blick auf den prognostizierten Rückgang an Kirchensteuermitteln beim digitalen Austausch fest. Foto: Erzbistum Paderborn.
„Das Geld wird auf absehbare Zeit weniger werden“, stellte Diözesanökonom Dirk Wummel mit Blick auf den prognostizierten Rückgang an Kirchensteuermitteln beim digitalen Austausch fest. Foto: Erzbistum Paderborn.

Bereits 2017 machte eine im Erzbistum Paderborn erschienene Arbeitshilfe mit dem Titel „Die Aufgabe von Immobilien“ durch zwei grundsätzliche Fragen auf dringenden Handlungsbedarf aufmerksam: Welche Aufgabe hat ein kirchliches Gebäude vor dem Hintergrund veränderter Rahmenbedingungen jeweils noch? Und welche Gebäude müssen aufgegeben werden?

Seitdem habe sich die Lage weiter verschärft, machten die Studiogäste im Live-Stream deutlich: „Noch stehen uns als Kirche die notwendigen finanziellen Mittel zur Verfügung, um unsere gesellschaftlichen Aufgaben zu erfüllen“, erläuterte Dirk Wummel. Dazu zähle auch die Finanzierung der über 3.000 kirchlichen Gebäude im Erzbistum Paderborn. „Aber das Geld wird auf absehbare Zeit weniger werden“, stellte der Diözesanökonom mit Blick auf den prognostizierten Rückgang an Kirchensteuermitteln fest. Hinzu komme die geringer werdende Zahl von Kirchenmitgliedern, ergänzte Monsignore Dr. Michael Bredeck: „Der ‚Anzug‘ ist zu groß. Die Gebäude, die wir haben, sind zu viele und zu groß für die Pastoral vor Ort“, so der Leiter des Bereiches Pastorale Dienste.

„Die Gemeinden, die in der Immobilienfrage mobil werden möchten, sollen eine gute Unterstützung erhalten“, sagte Monsignore Dr. Michael Bredeck als neuer Leiter des Bereiches Pastorale Dienste im Erzbischöflichen Generalvikariat. Foto: Erzbistum Paderborn.
„Die Gemeinden, die in der Immobilienfrage mobil werden möchten, sollen eine gute Unterstützung erhalten“, sagte Monsignore Dr. Michael Bredeck als neuer Leiter des Bereiches Pastorale Dienste im Erzbischöflichen Generalvikariat. Foto: Erzbistum Paderborn.

Gute Unterstützung

„Wir wissen um die emotionalen Bindungen an Kirchen und Gebäude und um den Schmerz, wenn diese ‚Identifikationssymbole‘ aufgebeben werden“, sagte Msgr. Dr. Michael Bredeck als Leiter des Bereiches Pastorale Dienste. „Deswegen sollen die Gemeinden, die in der Immobilienfrage mobil werden möchten, eine gute Unterstützung erhalten.“ Diözesanökonom Dirk Wummel kündigte in diesem Zusammenhang eine Anpassung der Förderrichtlinien an: „Wer sich auf den Weg macht, wird personell vom Erzbistum unterstützt und erhält eine Sonderförderung“, so der Diözesanökonom. Diözesanbaumeisterin Carmen Matery-Meding blickte abschließend optimistisch nach vorne: „Wir haben jetzt noch die Chance, zu agieren, statt nur zu reagieren. Wir wollen die Pastoralen Räume fit für die Zukunft machen. Ich bin überzeugt: Dabei wird viel Positives entstehen.“

Der Start der Immobilienstrategie ist in 2022 geplant.

Hintergrund: Diözesaner Weg 2030+

Das digitale Treffen ist Teil einer Reihe von virtuellen Veranstaltungen, die seit dem Diözesantag im November 2020 die Bistumsentwicklung im Erzbistum Paderborn begleiten. Der Diözesane Weg 2030+, der beim Diözesantag im November 2020 begonnen wurde, ist ein neuer Abschnitt dieser Entwicklung. Er soll die Kirche im Erzbistum unter einer breiten Beteiligung vieler Menschen für die Herausforderungen der Zukunft aufstellen. In festen Arbeitsgruppen und in digitalen Freiräumen werden derzeit kirchliche Handlungsfelder weiterentwickelt, die beim Diözesantag als Schlüsselthema vorgestellt wurden. Dazu zählen die Förderung von Engagement, das Weiterdenken Pastoraler Räume, die Feier von Liturgie und Sakramenten, die Wahrnehmung von Leitung und das Da-Sein für Menschen. Auch die künftige Immobilienstrategie des Erzbistums wird auf diesem Weg betrachtet.

 

Ein Beitrag von:

Maria Aßhauer
Redakteurin Team Presse