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30
März
2021
30.März.2021

„Bildung ist die Befähigung zur eigenbestimmten Lebensführung”

Außerschulische Bildung in den Verbänden des BDKJ ein wichtiger Grundsatz

„Bildung ist die Befähigung zur eigenbestimmten Lebensführung durch Aneignung von Selbstbildungsmöglichkeiten“, definiert Matthias Kornowski den Begriff Bildung. Nicht eine bestimme Menge im Hirn gespeicherte Daten oder reiner Wissenserwerb machen Bildung aus, sondern der Prozess des sich bildenden Subjekts. In diesem Sinne versteht der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), Diözesanverband Paderborn, die Grundsätze der außerschulischen Bildung.

Matthias Kornowski macht sich stark für außerschulische Bildung im BDKJ. (Foto: Ronald Pfaff)
Matthias Kornowski macht sich stark für außerschulische Bildung im BDKJ. (Foto: Ronald Pfaff)

„Der informelle Bereich dient zur Persönlichkeitsbildung“

Matthias Kornowski hat sich gerade intensiv mit dem Bildungsbegriff beschäftigt. Denn neben seiner Tätigkeit als Präventions-Referent im BDKJ übernimmt er auch alsbald den Bereich Jugendpolitik und außerschulische Bildung als Nachfolger von Bernd Zimmermann, der in den Ruhestand geht. „Bernd hat das Amt über Jahre engagiert und mit großem Wissen geführt. Daher ist es gut, dass ich mich gemeinsam mit ihm in die Materie einarbeiten kann“, so Kornowski.

Bundesjugendkuratorium Berater der Politik

Das Bundesjugendkuratorium – ein Gremium mit 15 Expertinnen und Experten aus Politik, Verwaltung, Verbänden und Wissenschaft – berät die Bundesregierung in grundsätzlichen Fragen der Kinder- und Jugendhilfe und in Querschnittsfragen der Kinder- und Jugendpolitik. Den drei Formen  von Bildung, die das Bundesjugendkuratorium definiert hat, nimmt sich auch der BDKJ an: formelle, nichtformelle und informelle Bildung.

„Die Schulen sind eher mit der formellen Bildung gemeint. Es geht um hierarchisch strukturierte und zeitlich aufeinander aufbauende Schulsysteme mit Leitungskontrolle und Zertifizierung“, erläutert Kornowski. Gerade die nichtformelle Bildung findet man im Jugendverband wieder. Workshopangebote, pädagogische Fortbildungen, Prävention oder auch Kurse für Gruppenleiterinnen und Gruppenleiter. „Der informelle Bereich dient zur Persönlichkeitsbildung. Dabei lernen junge Menschen viele Kompetenzen.“

Ehrenamtliche gut qualifizieren

Eine besondere Form außerschulischer Bildung sind Qualifizierungsmaßnamen für Ehrenamtliche, deren Inhalte zum Teil durch Gesetze (Jugendschutz, Datenschutz, Aufsichtspflicht, Schutzkonzepte) vorgegeben sind. Jugendverbände können jedoch eigene Schwerpunkte setzen, die zum Profil des jeweiligen Verbandes passen. Als Themenfelder bieten sich an: Politische Bildung, berufsvorbereitende Bildung, ökologisch-naturkundliche Bildung oder religiös-theologische Bildung.

„Der staatliche Auftrag der Jugendarbeit schließt religiöse Bildung aus. Da gibt es einen eigenen Topf der deutschen Bistümer, die dies finanzieren. Von ihrem Selbstverständnis her ist die katholische Jugendverbandsarbeit ein Ort, wo religiös-theologische Bildung ihren Platz hat – informell und non-formal“, erläutert Matthias Kornowski.

Weitere Beispiele aus den Jugendverbänden

  • Berufsvorbereitende Bildung: Das Bewerbungstraining der Kolpingjugend DV Paderborn gehört seit über 20 Jahren dazu. Das Bewerbungstraining richtet sich in der Regel an Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen besonders von Haupt- und Förderschulen. Chancengleichheit in Gesellschaft und im Berufsleben ist ein großes Anliegen der Kolpingjugend.
  • Das Projekt „vorbildlich – christlich – ich“ will Leitende in der katholischen Jugendarbeit ermutigen, mit ihren Gruppen das Thema Glauben und Werte ins Gespräch zu heben. Ansprechpartner ist der BDKJ Stadtverband Dortmund.
  • Der DJK Sportverband Diözesanverband Paderborn bietet gesundheitliche Bildung mit dem Kurs „NeuroKinetik – das ganzheitliche Gehirntraining“ an. Übergeordnetes Ziel des Trainigs ist die Förderung der individuellen Hirnleistungsfähigkeit und der kognitiven Gesundheit durch Aus- und Neubildung neuronaler Netzwerke. Diese geschieht insbesondere durch motivierende, herausfordernde, komplexe Bewegungsübungen, die motorische Kompetenzen als auch das Sinnessystem umfassend trainieren.
  • Regelmäßig für der DPSG Diözesanverband Paderborn für bis zu 300 Jugendliche die „Fahrt ins Grüne“ durch, zu der Jugendlichen zwischen 13 und 16 Jahren angesprochen sind. Unter dem Motto „Nicht mehr ganz grün hinter den Ohren“ stand im Herbst 2018 z.B. ein sexualpädagogisches Wochenende an.
  • Workshops und Schulungen zu naturkundlichen und ökologischen Themen bietet die katholische Landjugendbewegung (KLJB) an. Neben Veranstaltungen zu heimischen Wildpflanzen, Obstsorten, Lebensmittelbezug und ganzheitlichen Verwertungsmöglichkeiten, öko-fairen Kochkursen mit regionalen und saisonalen Rohstoffen initiierte die KLJB auch das Podcastprojekt „Studio Hoink“ mit dem Untertitel „Vielfalt entdecken – Schöpfung bewahren“.

 

Ein Beitrag von:

Ronald Pfaff
Redakteur