Ein besonderer Ort für einen besonderen Anlass: Zum 60. Mal ruft das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken mit seiner Diaspora-Aktion zu Solidarität mit Menschen auf, die ihren Glauben in der Diaspora leben. Die bundesweite Eröffnung der Aktion findet am Sonntag, 8. November, um 10 Uhr im Dom St. Salvator zu Fulda statt. Der Gottesdienst wird vom Domradio (www.domradio.de) und dem Fernsehsender EWTN.TV live im Stream übertragen.
60. Diaspora-Aktion: Bonifatiuswerk eröffnet bundesweite Aktion am 8. November in Fulda
Glauben bezeugen – Hoffnung teilen
Mit Fulda verbindet das Bonifatiuswerk eine besondere Geschichte: Im Dom ist der heilige Bonifatius begraben, der als „Apostel der Deutschen“ bezeichnet wird. „Der heilige Bonifatius lebte bereits vor 1.300 Jahren vor, was heute das Motto unseres Hilfswerks ist: Keiner soll alleine glauben!“, sagt Monsignore Georg Austen, Generalsekretär des Bonifatiuswerkes. Unter dem Leitwort „Glauben bezeugen – Hoffnung teilen“ steht die Diaspora-Aktion in diesem Jahr ganz im Zeichen des christlichen Glaubens, der Menschen stärkt, Orientierung gibt, Gemeinschaft schafft und gerade in schwierigen Lebenssituationen Hoffnung schenkt. Das Leitwort lädt dazu ein, den Glauben im Alltag durch konkrete Taten der Nächstenliebe erfahrbar zu machen. Gerade dort, wo Christinnen und Christen in extremer zahlenmäßiger Minderheit leben, sind verlässliche Gemeinschaften, lebendige Glaubensorte und solidarische Unterstützung von besonderer Bedeutung.
„Christinnen und Christen sollen wissen, dass sie nicht allein sind, nur weil sie vor Ort eine kleine Gemeinschaft bilden. 60 Jahre Diaspora-Aktion sind für uns Anlass, auf das Erreichte dankbar zurückzublicken – und zugleich zu fragen, wo unsere Solidarität heute besonders gebraucht wird“, sagt Monsignore Georg Austen. Die Diaspora-Aktion erinnere uns daran, „dass wir als Christinnen und Christen über Gemeinde- und Ländergrenzen hinweg zusammengehören. Wir wollen Menschen und Gemeinden solidarisch stärken, die ihren Glauben unter besonderen Bedingungen leben“.
Zusammen mit den Verantwortlichen des Bonifatiuswerks freut sich der Fuldaer Bischof Dr. Michael Gerber auf die bundesweite Eröffnungsaktion:
Die kirchlichen Hilfswerke, so gerade auch das Bonifatiuswerk, machen besonders deutlich, dass wir Kirche als Volk Gottes sind, das eine lebendige Gemeinschaft aus vielen Völkern ist. Wir engagieren uns in Solidarität füreinander und miteinander – und wir lernen voneinander. Das wird bei der Eröffnung in Fulda spürbar sein.
Bischof Dr. Michael Gerber
Hoffnung teilen, wenn das Leben schwer wird
Ein Beispiel für gelebte christliche Solidarität ist die Hospiz- und Trauerarbeit des Malteser Hilfsdienstes in Berlin. Das Bonifatiuswerk stellt sie als ein Beispielprojekt der diesjährigen Diaspora-Aktion vor. Die Angebote begleiten Menschen, die einen nahestehenden Angehörigen verloren haben, mit ihrer Trauer leben oder selbst mit einer lebensverkürzenden Erkrankung konfrontiert sind. Gesprächskreise, gemeinsame Kochund Backangebote wie „Trauer & Klöße“, Sommer-Picknicks und das Angebot „Tango bewegt die Seele“ eröffnen Möglichkeiten, mit anderen Betroffenen in Kontakt zu kommen und neue Kraft zu schöpfen.
Auch im hohen Norden Europas ist die Unterstützung des Bonifatiuswerkes gefragt. Auf den Lofoten in Nordnorwegen ist die katholische Kirche der Heiligen Familie in Stamsund ein wichtiger Glaubens- und Begegnungsort für eine kleine, weit verstreut lebende Gemeinde. Wind, Wetter und Feuchtigkeit haben dem historischen Holzgebäude zugesetzt. Die notwendige Sanierung soll dazu beitragen, die Kirche als Ort des Gebets, der Begegnung und der Gemeinschaft zu erhalten.
Die beiden Projekte stehen beispielhaft für die vielfältigen Aufgaben des Bonifatiuswerkes. Es unterstützt jährlich etwa 1.000 Projekte für katholische Christinnen und Christen in Deutschland, Nordeuropa sowie in Estland und Lettland und fördert Initiativen, die den Glauben stärken, Gemeinschaft ermöglichen und Menschen in schwierigen Lebenssituationen begleiten.
Fulda als Ort mit besonderer Symbolkraft
Mit Fulda hat das Hilfswerk zur 60. Diaspora-Aktions-Eröffnung einen Ort mit großer Symbolkraft gewählt. Das Grab seines Namenspatrons ist bis heute ein bedeutender Wallfahrtsort. Der oft als „Apostel der Deutschen“ bezeichnete Bonifatius setzte sich für die Verbreitung und Vergewisserung des christlichen Glaubens in den weltkirchlichen Beziehungen ein – ein Anliegen, das auch den Auftrag des nach ihm benannten Hilfswerkes prägt.
„Dass wir die 60. Diaspora-Aktion am Grab des heiligen Bonifatius eröffnen, verbindet unsere Geschichte mit dem Auftrag für die Gegenwart. Es geht nicht darum, Vergangenes einfach fortzuschreiben. Das Ziel ist, die Welt heute auf Grundlage unserer wertvollen Tradition im christlichen Geist zu gestalten“, so Monsignore Austen.
Bundesweiter Diaspora-Sonntag am 15. November
Höhepunkt der diesjährigen Aktion ist der Diaspora-Sonntag am 15. November. In den katholischen Gemeinden Deutschlands wird an diesem Tag für die Arbeit des Bonifatiuswerkes gesammelt. Die Spenden helfen dabei, Gemeinden und Projekte in der Diaspora zu unterstützen.
Weitere Informationen zur Diaspora-Aktion 2026 und zu den Förderprojekten gibt es unter www.bonifatiuswerk.de/diaspora-aktion/