Als er das Zimmer betritt, stehen die Angehörigen ratlos rund um das Krankenbett. Krankenhauspfarrer Stephan Massolle fragt sie, ob er dem Sterbenden die Krankensalbung spenden soll. „Nein“, lautet ihre Antwort. Das Vaterunser möchten sie aber gerne gemeinsam beten. Bevor er die Familie verlässt, tritt er an den Sterbenden heran, legt seinen Daumen auf dessen Stirn, um ihn zu segnen. Genau als er zum Kreuzzeichen ansetzt, ertönt ein anhaltendes Piepen. Das Herz des Mannes hat aufgehört zu schlagen.
„Solche Begegnungen vergisst man nicht“, erzählt Pastor Massolle. „Sowas geht unter die Haut.“ Für ihn war es, als habe er dem Sterbenden mit dieser Berührung den Impuls gegeben, gehen zu dürfen. Die Angehörigen waren angerührt und dankbar für diese letzte Geste, erinnert sich der Priester.