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© Hans Blossey / luftbild-blossey.de
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Studientag Theologie macht Schule 2026 – Krieg und Frieden im Fokus

Rund 30 Religionslehrkräfte kamen an der Theologischen Fakultät Paderborn zusammen, um sich intensiv mit historischen, sozialethischen und didaktischen Perspektiven auf das Thema „Krieg und Frieden“ auseinanderzusetzen.

„Krieg und Frieden“ lautete das Leitthema des diesjährigen Studientages für Religionslehrerinnen und -lehrer, zu dem die Theologische Fakultät Paderborn am Mittwoch, 23. September 2026, in Kooperation mit der Abteilung Religionspädagogik des Erzbischöflichen Generalvikariats eingeladen hatte. Rund 30 Lehrkräfte nutzten die Gelegenheit, sich im Rahmen der Fortbildung über dieses hochaktuelle Thema auszutauschen und neue Impulse für den Schulalltag zu gewinnen.

Theologische Bildung und Dialog auf Augenhöhe

Prof. Dr. Stephan Wahle, Prorektor und Inhaber des Lehrstuhls für Liturgiewissenschaft an der Fakultät, und Jessica Bohn, Schulreferentin der Fakultät, begrüßten die Teilnehmenden zum Auftakt der Veranstaltung. Prof. Wahle betonte, dass die Fakultät in Kooperation mit dem Bereich Schule und Hochschule mit dem Format Theologie macht Schule einen substantiellen Beitrag zur theologischen Bildung von Lehrkräften leisten möchte. Zugleich hob er hervor, wie wichtig und bereichernd der Austausch mit den Lehrerinnen und Lehrern sowie Schülerinnen und Schülern für eine theologische Hochschule wie die Theologische Fakultät Paderborn ist.

Kirchenhistorische Einblicke: Pius XII. und die Vatikanischen Archive

Den ersten Vortrag hielt Jun.-Prof. Dr. Matthias Daufratshofer, Lehrstuhlinhaber für Kirchengeschichte unter besonderer Berücksichtigung der Bistumsgeschichte an der Theologischen Fakultät Paderborn. In seinem kirchenhistorischen Beitrag „Nichts ist verloren mit dem Frieden. Aber alles kann verloren sein mit dem Krieg.‘ Pius XII. und der Zweite Weltkrieg im Licht der neu zugänglichen Vatikanischen Archive“ widmete sich Daufratshofer der Frage nach dem Handeln des Heiligen Stuhls während des Zweiten Weltkriegs. Er richtete den Fokus auf die zentralen Fragen zum Pontifikat Pius’ XII. (1939-1958): Was wussten Pius XII. und die Römische Kurie wann vom Holocaust, der millionenfachen Ermordung der europäischen Jüdinnen und Juden? Hat der Papst lediglich „geschwiegen“ oder gab es zugleich Hilfeleistungen im Verborgenen? Um diesen Fragen nachzugehen, nahm Daufratshofer die Teilnehmenden mit in die Archive des Vatikans und stellte ausgewählte Dokumente aus dem Pontifikat Pius’ XII., die seit der Öffnung der Bestände im Jahr 2020 zugänglich sind, in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. Die anschließende intensive Diskussion zeigte nicht nur die anhaltende Aktualität des Themas, sondern auch, wie sehr die Forschung durch die Archivöffnung derzeit in Bewegung ist.

Nach einer kurzen Pause erhielten die Lehrerinnen und Lehrer von Celina Lüke und Anika Fischer, Mitarbeiterinnen der Diözesanstelle Berufungspastoral im Erzbistum Paderborn, Informationen zur Arbeit der Diözesanstelle und zum Christlichen Orientierungsjahr „Come“.

Sozialethische Perspektiven: Tragfähigkeit des „gerechten Friedens“

Im zweiten Vortrag sprach Prof. Dr. Jonas Hagedorn, Lehrstuhlinhaber für Christliche Gesellschaftslehre an der Theologischen Fakultät Paderborn, zum Thema „‚Wenn du den Frieden willst, bereite den …  vor‘. Krieg und Frieden aus sozialethischer Perspektive“. Hagedorn behandelte aus christlich-sozialethischer Perspektive, wie sich Frieden angesichts aktueller Krisen und Kriege sichern lässt und ob das kirchliche Leitbild der Theorie vom „gerechten Frieden“ weiterhin trägt. Die Profilierung eines „gerechten Friedens“ in Abgrenzung von der Lehre vom „gerechten Krieg“, die die Kirchen vorgenommen hatten, betont u.a. eine internationale Rechtsordnung, die militärische Gewalt begrenzt und Kriegsverbrechen konsequent verfolgt. Im Mittelpunkt dieser Lehre, die im Ökumenischen Rat der Kirchen angebahnt wurde, stehen die Möglichkeiten ziviler Konfliktprävention durch zivilgesellschaftliche Akteure sowie durch faire wirtschaftliche Verflechtungen, wobei einseitige Abhängigkeiten und die Vorstellung eines automatischen „Wandels durch Handel“ kritisch geprüft werden. Dass gerechter Frieden weiterhin eine tragfähige Orientierung bieten kann, wenn – mit langem Atem – an der Durchsetzung internationalen Rechts festgehalten wird und wenn wechselseitige Abhängigkeiten gerecht und kooperativ gestaltet werden, sollte nicht zu schnell ad acta gelegt werden, so der Sozialethiker.

Praxisnahe Workshops

Nach einem gemeinsamen Mittagessen hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in zwei Workshops zu den Themen „Christliche Friedensethik in Schule und Religionsunterricht. Neue Impulse und Materialien ab Jg. 8 und für SEK II“ und „Make peace – not war. Schulpastorale Impulse zur Stärkung einer Friedenskultur in der Schule“ die Möglichkeit einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema „Krieg und Frieden“, um Impulse für den Unterricht und für eine Friedenskultur in der Schule mit in den Alltag zu nehmen. Geleitet wurden die Workshops von Dr. Saskia Breuer und Dr. Stefan Klug aus der Abteilung Religionspädagogik des Erzbischöflichen Generalvikariats Paderborn und von Dr. Heike Bee-Schroedter und Natascha Hudson aus der Abteilung Schulpastoral im Erzbischöflichen Generalvikariat Paderborn.

 Spiritueller Abschluss

Zum Abschluss des Studientages kamen die Teilnehmenden zu einem kurzen Friedensgebet in der Liboriuskapelle auf dem Gelände der Theologischen Fakultät zusammen. Musikalisch begleitet wurde das Gebet von Sebastian Pietsch, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Liturgiewissenschaft an der Theologischen Fakultät, am Cello.

Lebendige Diskussion

„Das Thema des Studientages stieß inhaltlich bei den Teilnehmenden auf großes Interesse; es wurde lebendig diskutiert und nachgefragt“ freut sich Jessica Bohn. „Die Mischung von fachwissenschaftlichen Vorträgen und didaktischen Hinweisen war sehr wertvoll“ war die Rückmeldung einer Lehrerin.

Auch 2027 macht Theologie Schule

Das Format „Theologie macht Schule“ wird durch den Verein der Freunde und Förderer der Theologischen Fakultät Paderborn e.V. gefördert und soll auch 2027 wieder stattfinden. Neben dem Studientag Theologie macht Schule umfasst das Schulprogramm der Theologischen Fakultät Paderborn auch die SchulUni.Theologie, den Facharbeitspreis, die MasterClass.Theologie und das SchnupperStudium.Theologie.

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