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© Deutsche Bischofskonferenz / Marko Orlovic
© Deutsche Bischofskonferenz / Marko Orlovic

Die deutschen Bischöfe positionieren sich zu KI

Übernimmt Künstliche Intelligenz bald das Kommando? Diese Frage stellten sich die deutschen Bischöfe auf ihrer Herbstvollversammlung in Fulda. Erzbischof Bentz plädierte für eine richtige Balance.

Die deutschen Bischöfe haben die Achtung von Menschenwürde und Rechtsstaatlichkeit beim Einsatz Künstlicher Intelligenz gefordert. KI müsse immer im Dienst der Menschen stehen; niemals dürfe sich der Mensch der KI anpassen müssen, sagte der Bischofskonferenz-Vorsitzende Heiner Wilmer am Mittwoch in Fulda.

So dürften Algorithmen nicht über den Zugang zu Arbeit, Bildung oder zu medizinischer Behandlung entscheiden, sagte der Münsteraner Bischof. Menschen müssten immer in der Lage bleiben, KI-Entscheidungen nachzuvollziehen und zu korrigieren. KI dürfe nicht zu einer wachsenden sozialen Ungleichheit führen, indem nur eine reiche und mächtige Elite Zugang zu den neuen Systemen hätte.

KI in vielen Bereichen segensreich

Die Bischöfe betonten bei ihrer Herbstvollversammlung, es gehe ihnen nicht um Technikfeindlichkeit. KI könne in vielen Bereichen ein hilfreiches Werkzeug sein. Etwa in Medizin oder wenn KI den Zugang zu Bildung erleichtere.

Der Paderborner Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz sagte, es brauche die richtige Balance, die neuen Techniken nicht zu verteufeln, ihnen aber auch nicht blind und naiv zu vertrauen: „KI ist nicht der apokalyptische Brandbeschleuniger dem Weltende entgegen.“ Gleichzeitig dürfe KI auch nicht als „messianischer Weltretter“ überhöht werden.

Die katholische Soziallehre habe wichtige Kriterien entwickelt, an denen sich auch KI orientieren müsse, sagte Bentz. Dazu gehörten die Achtung von Menschenwürde, Gemeinwohl, Solidarität und Gerechtigkeit. Eindringlich forderten die Bischöfe, die Folgen des KI-Booms bei Umweltzerstörung, Ressourcenverbrauch und unmenschlichen Arbeitsbedingungen in den Blick zu nehmen.

Kulturkampf um KI

Der Münchner Kardinal Reinhard Marx sprach bereits von einem Kulturkampf um die Zukunft Künstlicher Intelligenz: „Manche Techbosse glauben, dass sich die Demokratie überlebt hat und an ihre Stelle die Herrschaft von Eliten, unterstützt von KI, treten muss.“ Dieser Zukunftsvision widerspreche die Kirche scharf.

„Wir können der aktuellen Machtkonzentration der KI-Techunternehmen etwas entgegen stellen“, betonte der Münchner Erzbischof. „Dazu brauchen wir die Vereinten Nationen und auch ein starkes Europa.“

KI verändert Kirche

Die Bischöfe zeigten sich überzeugt, dass KI auch Seelsorge und kirchliche Verwaltungsabläufe verändern wird. Die genauen Folgen seien derzeit noch nicht abzusehen. Künstliche Intelligenz könne aber niemals menschliche Begegnungen ersetzen oder Sakramente wie Beichte oder Krankensalbung spenden.

„Sakramentales Geschehen geht nur zwischen Mensch und Mensch“, sagte Marx. „Und niemals zwischen Mensch und Maschine.“ KI könne die Stärken der Kirche deutlicher hervortreten lassen, nämlich zum Beispiel Menschen in Not beizustehen, Trauernde zu trösten und Feste zu feiern.

Wilmer betonte: „Ich glaube nicht, dass wir als Kirche ersetzt werden.“ Nötig sei aber eine veränderte Religion, die die Menschheit menschlicher mache. „Es geht nicht darum, wie werden die Maschinen intelligenter, sondern wie wird der Mensch menschlicher.“

Text: Volker Hasenauer (KNA)

Das Statement von Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz zum Nachlesen:

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