Die deutschen Bischöfe haben die Achtung von Menschenwürde und Rechtsstaatlichkeit beim Einsatz Künstlicher Intelligenz gefordert. KI müsse immer im Dienst der Menschen stehen; niemals dürfe sich der Mensch der KI anpassen müssen, sagte der Bischofskonferenz-Vorsitzende Heiner Wilmer am Mittwoch in Fulda.
So dürften Algorithmen nicht über den Zugang zu Arbeit, Bildung oder zu medizinischer Behandlung entscheiden, sagte der Münsteraner Bischof. Menschen müssten immer in der Lage bleiben, KI-Entscheidungen nachzuvollziehen und zu korrigieren. KI dürfe nicht zu einer wachsenden sozialen Ungleichheit führen, indem nur eine reiche und mächtige Elite Zugang zu den neuen Systemen hätte.
KI in vielen Bereichen segensreich
Die Bischöfe betonten bei ihrer Herbstvollversammlung, es gehe ihnen nicht um Technikfeindlichkeit. KI könne in vielen Bereichen ein hilfreiches Werkzeug sein. Etwa in Medizin oder wenn KI den Zugang zu Bildung erleichtere.
Der Paderborner Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz sagte, es brauche die richtige Balance, die neuen Techniken nicht zu verteufeln, ihnen aber auch nicht blind und naiv zu vertrauen: „KI ist nicht der apokalyptische Brandbeschleuniger dem Weltende entgegen.“ Gleichzeitig dürfe KI auch nicht als „messianischer Weltretter“ überhöht werden.
Die katholische Soziallehre habe wichtige Kriterien entwickelt, an denen sich auch KI orientieren müsse, sagte Bentz. Dazu gehörten die Achtung von Menschenwürde, Gemeinwohl, Solidarität und Gerechtigkeit. Eindringlich forderten die Bischöfe, die Folgen des KI-Booms bei Umweltzerstörung, Ressourcenverbrauch und unmenschlichen Arbeitsbedingungen in den Blick zu nehmen.