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© Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn
© Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn

Erzbistumsarchiv verfolgt ehrgeiziges Ziel

Bestände-Übersicht des Archivs des Erzbistums Paderborn geht am 5. Oktober 2026 online / Digitale Präsentation der Archivalien ist langfristiges Ziel des engagierten Archiv-Teams

Der kommende Montag, 5. Oktober 2026, ist sicherlich nicht nur für Historiker oder Familienforscher auch weit über das Erzbistum Paderborn hinaus ein Datum, das sie lange Zeit herbeigesehnt haben: Das Erzbistumsarchiv Paderborn geht erstmals mit seiner Bestände-Übersicht online und ermöglicht damit allen Interessierten, sich „von zu Hause aus“ einen Überblick über die gebotenen Informations- und Forschungsmöglichkeiten zu verschaffen. „Langfristig möchten wir selbstverständlich alle Archivalien der ältesten Bestände digital präsentieren und damit allen weltweit zur Verfügung stellen“, bekräftigt Erzbistumsarchivar Domvikar Hans Jürgen Rade. Das sei ein „ehrgeiziges und ambitioniertes Ziel“, ein Zukunfts-Ziel, das durch die engagierten und motivierten Archivmitarbeitenden aber umsetzbar sei, ergänzt Michael Streit als Geschäftsführer des Erzbistumsarchiv. Die Erschließungs- und Digitalisierungsarbeit der Bestände werde mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Die gute Nachricht dabei: Das, was bereits erschlossen und digitalisiert ist, wird kontinuierlich online gestellt und steht damit jetzt schon zur Verfügung.

Der 5. Oktober als Start der Online-Präsentation der Bestandsübersicht des Erzbistumsarchivs wurde bewusst gewählt, erläutert Erzbistumsarchivar Rade: Es ist der Gedenktag des heiligen Meinolf von Böddeken (gestorben 857), der als Archidiakon auch die Verantwortung für das Archiv des jungen Bistums Paderborn trug. Als Gedächtnis des Erzbistums Paderborn hütet das Erzbistumsarchiv eine Fülle von Dokumenten, die die Erinnerung an den Weg des Erzbistums, seiner Einrichtungen und Pfarreien durch die Geschichte bewahren.

Das älteste Dokument im Archiv des Erzbistums Paderborn ist eine Kaiserurkunde aus dem Jahr 964. Verwahrte Fragmente reichen bis in die karolingische Zeit zurück. Das Erzbistumsarchiv beherbergt ein Siegel des Bischofs Liuthard (Bischof von Paderborn 862-887), das als ältestes deutsches Bischofssiegel gilt. Die Urkunden, Akten und Handschriftenbände sind in Beständen gegliedert, deren Inhalte durch Findbücher und andere analoge Findmittel erschlossen sind. Sofern die Bestände nicht Schutzfristen oder dem Datenschutz unterliegen, stehen sie nicht nur Historikerinnen und Historikern, sondern allen, die an der Geschichte ihrer Pfarrgemeinde, ihrer Familie oder einer historischen Fragestellung interessiert sind, für Forschungen zur Verfügung.

Neue Möglichkeiten

Um die Findbücher auswerten und die Archivalien ansehen zu können, mussten die Forschenden bislang ins Erzbistumsarchiv ins Erzbischöfliche Generalvikariat in Paderborn kommen. Die Recherche ist ab jetzt einfacher und für Forschende und die Allgemeinheit leichter zugänglich. Das Erzbistumsarchiv präsentiert auf der Plattform www.archive.nrw.de im ersten Schritt eine Übersicht – Tektonik genannt – seiner älteren Bestände. Die Übersicht enthält grundlegende Information zu den Inhalten, zum Umfang, zur Laufzeit, zur Entstehungs- und Überlieferungsgeschichte, zum Bearbeitungsstand und zu weiterführender Literatur.

Die Bestandsübersicht bietet die Basis, um in der nächsten Stufe sukzessive die Inhalte (Findbücher) der Bestände online zugänglich zu machen. Langfristig werden nach und nach Digitalisate der Urkunden, Akten und Handschriften online einsehbar sein, wie schon jetzt die Kirchenbücher des Erzbistums Paderborn auf https://data.matricula-online.eu/de/. „Das Erzbistumsarchiv macht mit der Onlinestellung der Tektonik seiner Bestände den längst überfälligen Schritt in die digitale Welt“, freuen sich die Mitarbeitenden.

Stichwort: Archivportal NRW

Das Archivportal NRW (www.archive.nrw.de) wird vom Landesarchiv NRW bereitgestellt und bietet eine sparten- und institutionenübergreifende Recherchemöglichkeit in den Beständen der Archive in NRW. Hierzu zählen mehr als 500 Archive, die mehr als 8.800 Findmittel zu Beständen bereitgestellt haben. Nutzerinnen und Nutzer können somit in über fünf Millionen Archivalien recherchieren und sich mehr als eine Millionen Digitalisate von Archivalien anzeigen lassen. Die Benutzung des Portals ist kostenlos und ohne Anmeldung möglich.

Der Lesesaal des Erzbistumsarchivs im Konrad-Martin-Haus in Paderborn ist weiterhin von Montag bis Donnerstag von 9 bis 16 Uhr geöffnet. Eine telefonische Anmeldung (0 52 51/1 25-12 52) wird unbedingt empfohlen.

Ein Beitrag von:
Pressereferent Team Presse

Thomas Throenle

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