Was sich jetzt abzeichnet, zieht sich durch die gesamten zweieinhalb Stunden und über zweieinhalb Kilometer Weg, die nun folgen: Wie alle Mitwirkenden mit ganzem Herzen ihre Rollen spielen – und dadurch mitreißen. Sie selbst scheinen bewegt durch ihre Rolle, als ob sie sich tief damit auseinandergesetzt hätte. So getragen spielen sie diese, voller Respekt, sich der Tragweite dessen, was sie spielen, absolut bewusst.
Und wir als begleitende Zuschauerinnen und Zuschauer sind mittendrin, gehen mit. Wir haben die einzigartige Möglichkeit, Gott durch die Erfahrungen, die andere Menschen mit ihm gemacht haben und die in der Bibel aufgeschrieben wurden, kennen zu lernen. Hier sogar im gelebten Spiel, denn nun beginnt die erste Szene: Wir befinden uns auf dem Kirchplatz vor einem Podest, das sonst dem Ort als Kulturbühne dient. Heute ist es das Haus der Elisabeth.
Von hinten zieht Maria durch die Besuchergruppe zu Elisabeth. Letztere verfällt in Jubel angesichts der frohen Botschaft, die Maria ihr mitbringt: „Du bist gebenedeit unter den Frauen und gebenedeit ist das Kind, das du unter deinem Herzen trägst.“ Worte, die uns aus dem Ave-Maria, vertraut sind und dabei vielleicht manchmal hölzern klingen. Hier aber wird das Evangelium gespielt. Im Dialog wird es lebendig!