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© cpd/Tanja Münnich
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Caritas und Krankenhäuser fordern verlässliche Bedingungen für Gesundheitsversorgung

Sozialpolitische Wanderung bringt Politik und Praxis zwischen Gütersloh und Wiedenbrück ins Gespräch

Paderborn/Gütersloh, 17.09.2026 (cpd) – Verlässliche Rahmenbedingungen für Krankenhäuser und eine weiterhin wohnortnahe Gesundheitsversorgung haben Vertreter von Krankenhäusern und Caritas bei einer sozialpolitischen Wanderung zwischen Gütersloh und Rheda-Wiedenbrück angemahnt. Rund 40 Teilnehmende aus Politik, Gesundheitswesen und Caritas diskutierten auf der knapp zehn Kilometer langen Strecke vom St. Elisabeth Hospital Gütersloh zum St. Vinzenz Hospital Wiedenbrück über die Folgen der Krankenhausreform, wirtschaftlichen Druck und den Fachkräftemangel. An der Wanderung nahmen unter anderem Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz und die Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im nordrhein-westfälischen Landtag, Wibke Brems, teil. Hinzu kamen Vertreter katholischer Krankenhausträger, niedergelassene Ärzte, Führungskräfte aus Pflege und Gesundheitswesen sowie Vorstände und Mitarbeitende der Caritas.

„Die Gesundheitsversorgung steht vor tiefgreifenden Veränderungen“, sagte Diözesan-Caritasdirektorin Esther van Bebber zum Auftakt. „Um tragfähige Lösungen zu finden, brauchen wir den Dialog zwischen allen Akteuren. Diese Wanderung schafft Raum für Perspektivwechsel und ein besseres Verständnis füreinander.“

„Wer gemeinsam geht, steht sich nicht gegenüber“, sagte Erzbischof Bentz in einem Impuls zum Motto der Caritas-Jahreskampagne „Zusammen geht was“.

 

Wer sich gemeinsam auf den Weg macht, hat ein gemeinsames Ziel.

 

Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz

Verlässliche Rahmenbedingungen für Krankenhäuser

Während der Wanderung tauschten sich die Teilnehmenden in wechselnden Gesprächsgruppen über Erfahrungen aus Politik, Krankenhausalltag, Pflege und sozialer Arbeit aus. Neben den Folgen der Krankenhausreform ging es um die Sicherung einer flächendeckenden Versorgung und eine stärkere Zusammenarbeit der unterschiedlichen Akteure.

Bei einem Zwischenstopp auf Gut Schledebrück schilderte Matthias Bitter, Geschäftsführer der Katholischen Hospitalvereinigung Ostwestfalen gGmbH, die Auswirkungen der Reformprozesse auf die Krankenhäuser. Neue gesetzliche Rahmenbedingungen, wirtschaftlicher Druck und veränderte Versorgungsstrukturen führten vielerorts zu tiefgreifenden Veränderungen. Mit Blick auf die Schließung des Marienhospitals in Oelde appellierte Bitter an die Politik, den Austausch mit den Trägern zu intensivieren. „Die Krankenhäuser befinden sich in einem tiefgreifenden Transformationsprozess. Um die Versorgung vor Ort langfristig zu sichern, brauchen wir verlässliche Rahmenbedingungen und einen engen Austausch zwischen Politik und Praxis“, sagte Bitter. Gerade bei schwierigen Entscheidungen müsse der Dialog erhalten bleiben.

Christian Larisch, Vorsitzender der diözesanen Arbeitsgemeinschaft der katholischen Krankenhäuser, betonte die Bedeutung eines engen Schulterschlusses aller Beteiligten:

Die Krankenhausreform verändert die Versorgungslandschaft nachhaltig. Damit die Menschen auch künftig wohnortnah und qualitativ hochwertig versorgt werden können, müssen Politik, Kostenträger und Leistungserbringer gemeinsam Verantwortung übernehmen und regionale Lösungen entwickeln.

Christian Larisch - Vorsitzender der diözesanen Arbeitsgemeinschaft der katholischen Krankenhäuser

Starke Netzwerke vor Ort

Dass eine verlässliche Gesundheitsversorgung nur im Zusammenspiel vieler Akteure gelingen kann, betonte auch Sascha Busert, Vorstand des Caritasverbandes für den Kreis Gütersloh: „Gesundheitsversorgung endet nicht an der Krankenhaustür. Gerade Menschen mit Unterstützungsbedarf sind auf gute Übergänge zwischen Krankenhaus, Pflege, Beratung und sozialen Diensten angewiesen. Deshalb brauchen wir starke Netzwerke vor Ort.“

Andrea Klausing, Referatsleitung Krankenhäuser im Diözesan-Caritasverband Paderborn, hob den persönlichen Austausch zwischen den Beteiligten hervor. „Die Herausforderungen im Gesundheitswesen lassen sich nicht am Schreibtisch lösen.“

Zum Abschluss sprachen sich Teilnehmende dafür aus, den Austausch zwischen Politik, Krankenhäusern und Caritas fortzuführen. Auch das Format der sozialpolitischen Wanderung soll nach dem Wunsch der Beteiligten eine Fortsetzung finden.

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