Das Routennetz verbindet damit mittlerweile 39 Kirchen und Kapellen auf vier Rundtouren. Winzenick ist dankbar für das Gemeinschaftsprojekt, das auch vom Erzbistum Paderborn als innovatives Vorhaben gefördert wurde. „Die Dorfkirchen-Radroute erreicht Menschen dort, wo sie unterwegs sind: auf dem Rad, im Urlaub, zwischen zwei Orten, vielleicht ganz ohne festen kirchlichen Anlass.“ Auf diese Weise werden Kirchen und Kapellen als offene Orte erlebbar. „Wer eintritt, kann schauen, zuhören, eine Frage mitnehmen oder einfach für einen Moment still werden – ganz ohne Schwelle und ohne Vorwissen.“
Für die Gemeindereferentin verkörpert das Projekt genau das, was Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz unter dem „mehr im weniger“ versteht und in seinem letzten Hirtenwort angesprochen hat. „Diese Radtouren haben bei den Einheimischen das Bewusstsein dafür geschärft, was für ein Schatz die Kirchen und Kapellen sind und dass sie erhalten bleiben müssen“, sagt sie. Gemeindemitglieder kommen von sich aus auf Winzenick zu und organisieren Orgelkonzerte oder Segnungsgottesdienste, um Radfahrerinnen und Radfahrer auf ihren Touren durch das Sauerland in der jeweiligen Kirche oder Kapelle willkommen zu heißen. Diesen einladenden und positiven Eindruck von Kirche nehmen die Menschen mit nach Hause. Davon ist die Gemeindereferentin überzeugt. Einige Einheimische, die den Küsterdienst übernehmen oder die Kirchräume auf- und abschließen, berichten ihr, dass sie von Besucherinnen und Besuchern angesprochen worden seien.