Die traditionelle Wallfahrt der Tamilen ins niederrheinische Kevelaer findet am Samstag, 8. August 2026, zum 39. Mal statt. Sie gilt als größte katholische Zusammenkunft tamilischer Gläubiger in Europa. Jährlich nehmen rund 12.000 Tamilen aus verschiedenen europäischen Ländern daran teil.
Die Marienwallfahrt ist weit mehr als eine religiöse Veranstaltung. Sie ist ein eindrucksvolles Zeugnis gelebten Glaubens, stärkt den Zusammenhalt der tamilischen Katholiken über Ländergrenzen hinweg und vermittelt besonders den jüngeren Generationen die religiösen und kulturellen Wurzeln ihrer Gemeinschaft. Zudem stellt die Wallfahrt nach Kevelaer eine spirituelle Verbindung zum Marienwallfahrtsort Madu in Sri Lanka dar.
Das feierliche Pontifikalamt in Kevelaer beginnt um 11 Uhr im Forum Pax Christi. Das Thema 2026 lautet „Raum geben“. Neben der katholischen Liturgie gibt es traditionelle Tänze und Musik. Unverkennbar dabei sind hinduistische Einflüsse. Auch die Atmosphäre ist besonders. Rund um den Kapellenplatz und die Basilika bieten Garküchen und Händler Sari-Stoffe und Spezialitäten an. Die Tamilenwallfahrt ist ein großes und buntes Fest des Glaubens und der Kultur.
Für die Tamilen in Deutschland sei die Wallfahrt „ein Ort des Glaubens, der Erinnerung, der kulturellen Identität sowie der Begegnung und des Zusammenhalts“, sagt Joseph Robinson Sprecher der katholischen Tamilengemeinde in Deutschland für das Erzbistum Paderborn. Gemeinsam mit Anita Benedict Emmanuel Anton und Nihila Penstus als Vertreterinnen der jüngeren Generation der katholischen Tamilengemeinde beantwortet er Fragen über die Situation und Geschichte der Tamilen in Deutschland.