Begonnen hatte die Jugendcaritas Arnsberg im Jahr 2011 mit sieben Jugendlichen. Heute zählt die gemeinsame WhatsApp-Gruppe 117 Mitglieder. Dabei hat sich die Form des Engagements im Laufe der Jahre verändert.
In der Anfangszeit übernahmen die Jugendlichen häufig regelmäßige Dienste in sozialen Einrichtungen. Einige von ihnen waren beispielsweise sonntags im Hospiz aktiv. Heute steht stärker die Mitarbeit an zeitlich begrenzten Projekten im Mittelpunkt. So können sich auch Jugendliche beteiligen, deren schulischer oder beruflicher Alltag keine dauerhaften Einsätze erlaubt.
Nach einem deutlichen Rückgang während der Corona-Pandemie wächst die Gruppe inzwischen wieder. Auch ältere Jugendliche und junge Erwachsene wenden sich an Martina Gerdes, weil sie sich sozial engagieren möchten. Erst kürzlich konnte sie eine Studentin an ein Wohnhaus für Menschen mit Behinderungen vermitteln. Dort ist die junge Frau nun regelmäßig tätig und beteiligt sich darüber hinaus an weiteren Aktionen der youngcaritas.
Eine wichtige Partnerin ist das Mariengymnasium Arnsberg. Vor den Sommerferien stellt Martina Gerdes die Initiative regelmäßig den Schülerinnen und Schülern der siebten Klassen vor. Unterstützt wird sie dabei vom stellvertretenden Schulleiter Matthias Beine, den Schulsozialarbeiterinnen und der Schulseelsorgerin Frau Mühlenschulte. Die Zusammenarbeit ermöglicht es, Jugendliche frühzeitig mit unterschiedlichen Formen ehrenamtlichen Engagements in Kontakt zu bringen.
„Alle fühlen sich als Gruppe“
Entscheidend ist für Martina Gerdes nicht allein die Zahl der Jugendlichen, sondern die Gemeinschaft, die unter ihnen entstanden ist. In der Gruppe treffen Mädchen und Jungen, Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher Schulformen sowie junge Menschen verschiedener Religionen und Konfessionen aufeinander.
„Die Gruppe ist bunt. Mädchen, Jungen, unterschiedliche Religionen und unterschiedliche Schulformen sind vertreten. Und alle fühlen sich als Gruppe. Das finde ich so schön“, sagt Martina Gerdes.
Wie viel eine solche Gemeinschaft bedeuten kann, zeigte sich auch beim Besuch in Paderborn. Beim gemeinsamen Essen sagte eine Teilnehmerin: „Ich fühle mich heute wie eine Königin. Mir wird das Getränk sogar eingeschüttet.“ Für Martina Gerdes war dies ein bewegender Augenblick. Er zeigte, dass Aufmerksamkeit, Wertschätzung und selbst kleine Gesten einem Menschen das Gefühl geben können, willkommen zu sein.