Die Ergebnisse zeigen deutlich: Kirchengebäude wirken als natürliche Temperaturpuffer. Während die Außentemperaturen im Tagesverlauf durchschnittlich von rund 19 °C auf fast 28 °C anstiegen und anschließend wieder sanken, blieb die Temperatur im Inneren der Kirchen nahezu konstant. Über den gesamten Tag veränderte sie sich im Mittel lediglich um rund 0,6 °C.
Besonders deutlich wird dieser Effekt während der heißesten Stunden des Tages. Zwischen 12 und 18 Uhr lag die durchschnittliche Temperatur in den Kirchen bei 22,3 °C, während es draußen im Mittel 27,4 °C heiß war. Damit waren die Kirchen in dieser Zeit durchschnittlich 5,1 °C kühler als ihre Umgebung. Der größte gemessene Temperaturunterschied betrug 5,5 °C.
In den frühen Morgenstunden lagen die Temperaturen in den Kirchen teilweise leicht über den Außentemperaturen. „Das ist ein typischer Effekt der massiven Bauweise“, erläutert Michael Peine, Klimaschutzmanager des Erzbistums Paderborn. „Dicke Außenwände, große Raumvolumina und die hohe Speichermasse der Gebäude führen dazu, dass Wärme nur langsam aufgenommen und ebenso langsam wieder abgegeben wird.“ Dadurch reagieren Kirchen wesentlich träger auf Temperaturveränderungen als ihre Umgebung. Gerade an heißen Sommertagen entsteht so ein angenehm stabiles Raumklima, ohne dass eine zusätzliche technische Kühlung nötig ist.“
Türen schließen, damit die angenehme Temperatur erhalten bleibt
Wer an heißen Tagen eine Kirche besucht, kann selbst dazu beitragen, dass das natürliche Raumklima möglichst lange erhalten bleibt. „Damit möglichst wenig warme und feuchte Außenluft in das Gebäude gelangt, sollten die Außentüren nach dem Betreten oder Verlassen, soweit es die jeweilige Kirche zulässt, immer wieder geschlossen werden“, empfiehlt der Klimaschutzmanager. „So bleibt die angenehme Temperatur im Inneren möglichst lange erhalten.“
Die Kirchen im Erzbistum Paderborn sind vielerorts in der Regel tagsüber geöffnet und für alle Menschen zugänglich. Um sich vor Vandalismus zu schützen, kann es an manchen Orten allerdings eine Zugangsbeschränkung zum Hauptraum geben. Dennoch bleibt dann der Eintritt während der Öffnungszeiten meist möglich, um wenigstens in den Vorräumen beten, innehalten oder einfach eine kurze Pause von der Sommerhitze machen zu können.