Wenn an diesem Sonntagmorgen um 10:45 Uhr die Glockenklänge durch die Straßen von Bestwig-Velmede hallen, wartet in der Pfarrkirche St. Andreas schon alles auf die heilige Messe: Die Kerzen sind angezündet. In der Sakristei liegen Messgewänder säuberlich und in korrekter Reihenfolge bereit. Das Mikrofon steckt geprüft im Halter, der Schalter auf On. Betreten bald darauf die ersten Besucher die denkmalgeschützte Kirche, wirkt alles festlich und gepflegt wie immer. Kaum einer ahnt, wie viel Arbeit hinter einem Gottesdienst steckt: Vorbereiten, organisieren, reparieren, improvisieren, begleiten – Markus Klein ist seit über 35 Jahren Küster in der Gemeinde und kümmert sich mit Herzblut darum, dass hier alles reibungslos läuft.
Was einen Küster ausmacht? „Pünktlichkeit. In all den Jahren bin ich nur einmal zu spät gekommen“, erinnert sich der 59-Jährige. „Ganz viel Dabeisein gehört dazu. Und Idealismus.“ In der sieben Kilometer entfernten St.-Walburga-Kirche in Meschede hat seine Kollegin Lydia Webelhaus heute Dienst. Was eine Küsterin ist, fällt ihr auf Anhieb schwer zu sagen: „All die Tätigkeiten sind für mich inzwischen so selbstverständlich, dass ich sie kaum in Worte fassen kann.“ Mit dem Küsterdienst will sie ihrem christlichen Auftrag folgen, in Nächstenliebe zu leben: „Es ist für mich ein Dienst an den Menschen, die die Kirche besuchen, und zugleich ein Dienst an Gott, indem ich ihnen freundlich mit einem offenen Ohr und Herzen begegne.“ Auch Markus Klein treibt seine tiefe Verbundenheit zu Gott und Jesus Christus an.