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© godongphoto / Shutterstock.com
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„Wir verstehen uns wir teilen unseren Glauben“

Weihbischof Josef Holtkotte feiert in der Domkrypta mit über 50 gehörlosen Menschen einen Dankgottesdienst zu deren Jubelkommunion

„Unser Leben sei ein Fest“ – mit diesem lebensbejahenden Lied begann in der vergangenen Woche ein besonderer Gottesdienst in der Krypta des Paderborner Doms: Über 50 gehörlose Menschen, die vor 40 bis hin zu 80 Jahren ihre erste Heilige Kommunion empfangen haben, feierten mit Weihbischof Josef Holtkotte einen Dankgottesdienst. Die Heilige Messe war von Schwester Judith Beule SMMP federführend vorbereitet worden. Die Koordinatorin der Seelsorge für und mit Menschen mit Hör- und Sprachbehinderungen und Taubblinde Menschen im Erzbistum Paderborn übersetzte den Gottesdienst in Gebärdensprache.

Miteinander auf dem Weg

„Miteinander auf dem Weg“ war der Leitgedanke der Heiligen Messe. „Gerade für uns als gehörlose Gemeinschaft ist das ‚Miteinander‘ etwas ganz Besonderes. Wir verstehen uns, wir teilen unser Leben, unseren Glauben und unsere Freude“, drückte ein Mitglied der Festgemeinde zu Beginn des Gottesdienstes das Miteinander aus. Um Zusammenhalt wurde auch in den Fürbitten gebetet, die ebenfalls von mitfeiernden Gehörlosen vorgetragen wurden.

„Vor 40 bis vor 80 Jahren sind Sie zur Kommunion gegangen“, begrüßte Weihbischof Josef Holtkotte die Jubilarinnen und Jubilare. „Sie haben sich in all den zurückliegenden Jahren immer wieder durch die heilige Kommunion stärken lassen für Ihr Leben, für all das, was Sie besonders herausgefordert hat. Sie haben Ihr Leben mit Gott gelebt. Dafür danken wir heute.“

Auf dem Weg mit Gott

Eine Jubelkommunion feiern zu können, heiße, viele Jahre auf dem Weg mit Gott zu sein, sagte Weihbischof Holtkotte in seiner Predigt. Die Jubilarinnen und Jubilare seien eine Gemeinschaft, die von sich sagen könne: „Wir verstehen uns – auch ohne viele Worte. Wir teilen unseren Glauben. Wir geben einander Kraft.“ Gehörlose Menschen seien vertraut mit Herausforderungen: zum Beispiel nicht verstanden zu werden, sich erklären zu müssen, sich allein zu fühlen, veranschaulichte Weihbischof Holtkotte und machte klar: „Aber: Gott sieht dich. Gott kennt dich. Gott liebt dich – so wie du bist.“

Zum Abschluss seiner Predigt betonte der Paderborner Weihbischof: „Heute sagt Gott wieder: Ich gehe weiter mit euch.“ Niemand könne wissen, was der weitere Lebensweg mit sich bringe – aber Gott sei mit auf dem Weg, ermutigte Weihbischof Josef Holtkotte: „Das gibt Hoffnung. Das gibt Mut. Das gibt Freude.“

Am Ende des Gottesdienstes fanden dementsprechend aufrichtige Worte des Dankes von den Jubilarinnen und Jubilaren ihren Platz: „Ich danke Gott für meinen Weg. Ich danke Gott für die Menschen an meiner Seite. Sie helfen mir und geben mir Kraft. Sie zeigen mir, wie ich weitergehen kann. Ich sage: Danke, Gott.“

Das Miteinander endete nicht im Gottesdienst, sondern setzte sich bei einem gemeinsamen Mittagessen im Paderborner Liborianum fort. Außerdem kamen die Jubilarinnen und Jubilare am Nachmittag in den Genuss einer Führung durch das Erzbischöfliche Diözesanmuseum.

Ein Beitrag von:
Redakteurin Team Presse

Maria Aßhauer

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