Am 7. und 8. Oktober 2026 fand in Fulda unter dem Motto „Wenn Kulturen aufeinandertreffen“ das zweite Symposium mit Netzwerktreffen statt. Veranstalter waren das Institut für christliche Organisationskultur in Dortmund (Erzbistum Paderborn) und der Campus für Theologie und Spiritualität (CTS) in Berlin. Der zweitägige Austausch verband einen intensiven und persönlichen Vernetzungsabend von Geschäftsführenden, Personal- und Organisationsentwicklern, Kommunikationsexperten und Ethikbeauftragten konfessioneller Einrichtungen aus ganz Deutschland mit einem Fach- und Workshoptag zum christlichen Profil in Organisationen. Die Teilnehmenden und die Veranstaltenden ziehen ein positives Fazit. Sie nehmen neue Kontakte und zahlreiche Ideen mit nach Hause.
Wenn Kulturen aufeinandertreffen
Austausch, Impulse und Vernetzung
Den Auftakt bildete am Mittwoch, 7. Oktober 2026, ein Vernetzungsabend. In persönlicher Atmosphäre kamen die Expertinnen und Experten aus den Einrichtungen zusammen. Eine moderierte Kennenlernrunde, ein gemeinsames Abendessen und ein kurzer Impuls boten Gelegenheit zum Austausch. Beim anschließenden offenen Ausklang konnten die Gespräche vertieft und neue Kontakte für den Symposiumstag geknüpft werden.
Für Direktor Hannes Groß ist es zentral, Menschen mit dieser Vision zusammenzubringen: „Unsere konfessionellen Einrichtungen im Gesundheits- und Sozialwesen überschreiten längst die Bistumsgrenzen, gleichzeitig bleiben die Träger teilweise unter sich. Fusionen, Wachstum, Personalmangel und vieles andere stehen aber bei allen an der Tagesordnung. Und gleichzeitig wollen wir unsere Ausrichtung als christliche Einrichtungen zukunftsfähig gestalten. Das geht nicht allein und muss nicht allein gehen. Da ist es höchste Zeit, dass wir ein Format und eine Austauschplattform anbieten und diese weiter ausbauen: Mit den Trägern und für die Träger.“ Das ist der Anspruch, mit dem Hannes Groß, Direktor des Instituts für christliche Organisationskultur (ICO), und P. Ludger Schulte vom Campus für Theologie und Spiritualität (CTS) Berlin das Netzwerk im vergangenen Jahr erstmals ins Leben gerufen haben. Beide möchten die Vernetzung konfessioneller Einrichtungen weiter stärken und die gemeinsame Auseinandersetzung mit dem christlichen Profil in Organisationen intensiv und kreativ voranbringen.
Am Donnerstag, 8. Oktober 2026, folgte dann das Symposium. Im Mittelpunkt standen Impulse aus Management, christlicher Unternehmenskultur und Organisationsentwicklung sowie die konkrete Frage, wie Kulturwechsel nach Fusionen oder Zusammenlegungen in christlichen Einrichtungen gestaltet werden können: staatlich und christlich, katholisch und evangelisch oder beides gleichzeitig.
Wenn unterschiedliche Kulturen aufeinandertreffen
In konfessionellen Einrichtungen treffen unterschiedliche Traditionen, Denkweisen und Erwartungen aufeinander – von Trägern, Ordensgemeinschaften und staatlichen Partnern bis hin zu den Mitarbeitenden. Für die Teilnehmenden ist längst klar, dass Leitbilder allein dafür nicht ausreichen. Aber was ist es dann? Gefragt waren konkrete Ansätze, die Führung, Identität und Zusammenarbeit im Alltag verbessern können. Genau hier setzte das gemeinsame Symposium an. Workshops und eine gemeinsame Auswertungsphase ermöglichten es, die Impulse auf die eigene Praxis und konkrete Fragestellungen zu übertragen. Die Ergebnisse wurden zusammengeführt. Ein Ausblick zeigte, wie die begonnenen Prozesse in Organisationen weitergeführt werden können.Impulse gaben unter anderem Prof. Dr. Katrin Keller (FOM Hochschule für Management und Ökonomie) zum Kulturwechsel aus Management-Sicht und Jens Freiwald (Stiftung der Cellitinnen) zur christlichen Perspektive. In den Workshops ging es um ökumenische Fusionen, staatlich-christliche Fusionen, unterschiedliche Ordenskulturen sowie die Frage, wie christliche Kultur gemeinsam gestaltet werden kann. Diese Perspektiven brachten Dr. Jens Langner (ehemals EVV Dresden), Dr. Christian Heitmann (Curacon Wirtschaftsprüfung GmbH) und Prof. Dr. Thomas Thiessen (BSP Business & Law School Berlin) ein. Damit verband das Symposium unterschiedliche Erfahrungen aus Management, Beratung, christlicher Unternehmenskultur und Organisationsentwicklung. P. Ludger Schulte betonte, dass das christliche Profil weit mehr sein muss und kann als nur professionell und menschlich zu arbeiten.
Es muss uns jucken, hier weiterzugehen, besser zu werden und weiterzumachen. Die Frage nach unserem Fundament, die Frage nach Christus, ist in unserem Krankenhauskontext sehr relevant. Es geht nicht nur um medizinische Behandlung und Pflege, sondern auch darum, bereit zu sein, Tränen zu trocknen, wenn Menschen uns brauchen.
Christliches Profil auch in Zukunft stärken
Die Teilnehmenden nahmen Orientierung für die aktive Gestaltung von Kulturwechseln, Praxisbeispiele zu Fusionen und Kooperationen sowie Impulse für den Umgang mit unterschiedlichen Träger- und Ordenskulturen mit. Der Austausch mit Leitungskollegen, die vor ähnlichen Herausforderungen standen, bot zusätzliche Anregungen für laufende Projekte und Prozesse.
Die Zusammenführung der Ergebnisse und der Ausblick erfolgten durch Hannes Groß vom Institut für christliche Organisationskultur und Prof. P. Dr. Ludger Schulte OFMCap von CTS Berlin. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie das christliche Profil auch bei unterschiedlichen Organisationskulturen sichtbar und im Alltag wirksam bleiben kann. Schon jetzt ist klar: Im Herbst 2027 laden die beiden zum dritten Symposium und zur Vernetzung ein.