Was trägt eine Kirche, die kleiner wird – und wie bleibt sie nah bei den Menschen? Diese Frage prägte den dritten Abend des Amtssitzwechsels von Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz. Nach einem Gottesdienst in der St.-Bonifatius-Kirche in Herne-Mitte lud er zur Podiumsdiskussion ein. Zu Gast war Bischof Erik Varden, Vorsitzender der Nordischen Bischofskonferenz, der in dieser Woche mit seinen nordischen Amtskollegen das Bonifatiuswerk in Paderborn besuchte.
„In Skandinavien gibt es eine Kirche der Minderheit, die aber nicht weniger wirksam ist. Gerade in der Frage, wie wir mit der säkularen Welt umgehen müssen, können wir miteinander ins Gespräch gehen und voneinander lernen“, stimmte der Erzbischof zu Beginn des Gottesdienstes auf das Thema des Abends ein. In seiner Predigt griff er die Sorgen vieler Gläubiger auf: „Kirche in der Minderheit klingt in Deutschland immer nach einem Verlust. Manche haben den Eindruck, Kirche werde nicht mehr gebraucht.“ Auch in Gesprächen vor Ort begegne er Trauer und Verlustängsten.