Die Tagung wurde organisiert von Dominique-Marcel Kosack (Direktor für den Bereich „Charismatisches Christentum“ am Möhler-Institut), Miriam Raschka (Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Theologischen Fakultät), Christian Stoll (Leitender Direktor des Möhler-Instituts und Professor für Dogmatik und Dogmengeschichte an der Theologischen Fakultät) und Cornelia Dockter (Junior-Professorin für Ökumenische Theologie an der Theologischen Fakultät und Assoziierte Direktorin am Möhler-Institut).
Am ersten Tag stand die Frage im Vordergrund, welche Bedeutung spirituelle Erfahrungen für die Begründung des Glaubens und als theologische Kategorie haben können. Die evangelische Theologin Ulrike Sallandt aus Osnabrück setzte sich dazu mit der Erfahrungsorientierung und Körperlichkeit pfingstkirchlicher Glaubenspraxen in Lateinamerika auseinander. Dabei betonte sie unter anderem, dass implizites religiöses Wissen solcher Praxen über den Gehalt theoretischer Begriffe hinausgeht – so verleihe „der persönliche Akt der Erlösung, der emotional und sinnlich erlebt wird, dem Gläubigen einen Sinn, der über das klassische Verständnis der Soteriologie hinausgeht“. Peter D. Neumann, pfingstkirchlicher Theologe an der reformierten Redeemer University im kanadischen Ancaster, und Markus Iff vom Theologischen Seminar der Freien evangelischen Gemeinden in Ewersbach fragten nach dem Einfluss spiritueller Erfahrungen auf die Begründung von Glaubensgewissheit.
Der zweite und der dritte Tag standen ganz im Zeichen sakramentaler und ekklesiologischer Zugänge. Der renommierte pfingstkirchliche Theologe Frank D. Macchia aus dem US-amerikanischen Costa Mesa zeigte anhand biblischer Zeugnisse die Bedeutung Christi als „Spirit-bearer“ (Geistträger) auf und verband ausgehend von der Geisttaufe Fragen der Christologie, der Lehre vom Heiligen Geist und der Sakramententheologie. „Da die Kirche im Heiligen Geist geboren ist“, ist er nach Macchia der Grund ihres Daseins und nicht nur ein sekundärer Faktor, „der sie bloß belebt“. Miriam Raschka fragte vor dem Hintergrund aus katholischer Perspektive unter anderem nach dem Zusammenhang von Geisttaufe und Sakramentalität der Kirche. Die katholischen Theologen Juan F. Usma Gomez vom Dikasterium zur Förderung der Einheit der Christen in Rom und Dominique-Marcel Kosack setzten sich mit dem gegenwärtigen offiziellen katholisch-pfingstkirchlichen Dialog auseinander und widmeten sich dabei besonders der Frage nach einer Annäherung der Kirchen in Fragen des Kirchen- und Sakramentenverständnisses.