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© Michael Scheffel
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Siegener Seelsorgerinnen und Seelsorger besuchen Obdachlosenseelsorge Gubbio in Köln

Einblicke in die Kirche auf der Straße und in die Arbeit mit Menschen am Rand der Gesellschaft

Im Rahmen ihrer Jahresfahrt haben Mitglieder der Dekanatspastoralkonferenz Siegen die Obdachlosenseelsorge Gubbio in Köln besucht. Die Einrichtung ist in der ehemaligen Franziskanerkirche mitten in der Innenstadt beheimatet und steht unter der Trägerschaft des Erzbistums Köln.

Vor Ort informierten sich die Teilnehmenden – darunter Priester, Gemeindereferentinnen und weitere pastorale Mitarbeitende – über die seelsorgliche und soziale Arbeit von Schwester Christina Klein, Olper Franziskanerin, sowie eines Sozialarbeiters und eines Pastoralreferenten. Dreimal pro Woche bietet Gubbio bis zu 15 obdachlosen Menschen einen geschützten Schlafplatz in der Kirche. Darüber hinaus finden regelmäßig Nachmittage mit Gesprächs- und Gebetsangeboten statt. Monatlich werden Eucharistiefeiern angeboten, oft zelebriert von Weihbischof Ansgar Puff.

Kirche auf der Straße

Ein zentraler Aspekt der Arbeit ist die „aufsuchende Pastoral“: Das Team von Gubbio begegnet obdachlosen Menschen direkt auf den Straßen und Plätzen Kölns. Unterstützt wird es dabei durch ein breites Netzwerk kirchlicher und freier Hilfeträger. Die Arbeit umfasst zudem Einzelgespräche, spirituelle Impulse, Besinnungstage und die Teilnahme an der Sternwallfahrt für Obdachlose.

Schwester Christina berichtete von der oft prekären Situation obdachloser Menschen in Köln: Rund 500 leben dauerhaft auf der Straße, etwa 8.000 weitere sind wohnungslos und kommen bei Freunden, Verwandten oder in Einrichtungen unter. Viele Betroffene seien suchtkrank oder psychisch belastet. Besonders bedrückend sei, dass obdachlose Menschen am frühen Morgen gezielt aus der Innenstadt gedrängt würden – mit dem Ziel, das Stadtbild für Touristinnen und Touristen „sauber“ zu halten.

Impulse für die pastorale Arbeit im Siegerland

Der Besuch bei Gubbio war für die Teilnehmenden aus dem Erzbistum Paderborn ein bewegender Einblick in eine Seelsorge, die sich bewusst an die Ränder der Gesellschaft begibt. Schwester Christina formulierte es so: „Obdachlosenseelsorge ist Kirche Jesu Christi auf der Straße.“ Die Gäste aus dem Siegerland nahmen wichtige Impulse für die eigene pastorale Arbeit mit.

Ein Besuch auf dem Kölner Melatenfriedhof rundete den Tag ab und bot Raum für Austausch und Besinnung.

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