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© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn

Wer pilgert, ist nie allein unterwegs

Gemeinsam auf dem Weg: Beim Pilgern erleben Jugendliche und Gläubige Erzbischof Udo Markus Bentz ganz nah. Ein bewegender Tag in Gemeinschaft und voller persönlicher Begegnungen, ehrlicher Ratschläge und neuer Motivation.

Unterwegs sein, ganz bewusst in der Gegenwart Gottes. Schweigen, reden, beten. Jeder im eigenen Tempo, und trotzdem gemeinsam. „Pilgern ist ein Bild für unseren Glauben“, sagte Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz zu Beginn seiner Predigt in der Pilgermesse, die den Auftakt für den Weg von Herdecke nach Hagen-Haspe bildete. Christsein heiße nicht, festzusitzen. Wer mit Gott gehen wolle, könne kein Stubenhocker sein.

Und so machten sich rund 130 Männer und Frauen, jung und alt, im Rahmen des Amtssitzwechsels auf den Westfälischen Jakobsweg. Und entdeckten: Wenn wir in Bewegung sind, kommt auch innerlich etwas in Bewegung. Was genau? Das zeigen einige Eindrücke der Pilgerinnen und Pilger.

Claudia Sarter (St. Peter und Paul, Wetter)

„Das Schöne am gemeinsamen Pilgern war, dass es gemeindenübergreifend ist und man mit vielen Leuten ins Gespräch kommt. Normalerweise bedeutet Pilgern für mich eher ein Zurücknehmen, auf das eigene Tempo zu achten, still zu sein und einfach die Gedanken schleifen zu lassen. Dass der Erzbischof selbst mitgeht, finde ich super, weil es nah ist und uns allen hier dieses Gefühl von Nähe vermittelt. Gerade bei den vielen Veränderungen im Erzbistum ist das Gefühl, nicht übersehen zu werden, sehr wichtig. Solche gemeinsamen Glaubenserlebnisse und Gemeinschaft braucht schließlich jeder Mensch.“

Florian (16 Jahre alt, St. Johannes Baptist, Boele)

„Wir waren im Frühjahr schon einmal von der Firmvorbereitung aus pilgern, aber sonst war ich persönlich noch nie pilgern, weshalb das eine ganz neue Erfahrung für mich ist. Durch das viele Beten sammelt man sehr viele Eindrücke, und ich brauche erst einmal ein paar Tage, um alles zu ordnen und die Begegnung mit dem Erzbischof zu verarbeiten. Wir haben mit ihm über Berufsfindung geredet, und er hat uns den Rat gegeben, nach unseren Stärken und unserer Leidenschaft zu suchen. Also etwas zu tun, das man wirklich gerne macht und wo man etwas bewegen kann. Er hat uns erzählt, dass ihm früher selbst unklar war, was er machen möchte, und dass für jeden ein Weg bereitsteht, der einen glücklich macht. Im Vorfeld hätte ich nicht gedacht, dass wir so nah mit dem Erzbischof selber reden, sondern dass er vorne mit anderen Personen läuft. Umso schöner fand ich es, dass er sich unter die Menschen begeben und auch sehr lange mit uns geredet hat.“

Rainer Skrubel (Balve)

„Die Pilgerwanderung ist von vorne bis hinten super organisiert, und ich wusste schon vorher, dass der Erzbischof sehr nahbar und gut ansprechbar für jeden Teilnehmer ist. Wir haben uns heute Morgen über das Reitturnier beim Balver Optimum unterhalten, wo er beim vom Erzbistum geförderten Tag der Inklusion zu Gast war. Ich bin unterwegs mit ganz vielen Leuten über unterschiedlichste Themen ins Gespräch gekommen. Das hier heute ist eine lockere Sache, die wirklich Begegnung ermöglicht und schafft. Obwohl mein letztes Pilgern schon 55 Jahre zurückliegt und ich dachte, ich könne im Zweifel nach einer Stunde abbrechen, gab es dazu gar keine Veranlassung. Wer an so etwas teilnimmt, bekommt neuen Ansporn und neue Motivation und denkt nicht ‚die da oben in Paderborn‘, weshalb ich jedem nur empfehlen kann, bei solchen Gelegenheiten mitzumachen. Ich bin heute zwar alleine hergekommen, habe mich aber in keiner Minute alleine gefühlt.“

Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz

„Ich bin jetzt erst mal müde und kaputt, aber es war ein wirklich schöner Tag – vor allen Dingen, weil wir viel Zeit hatten, miteinander ins Gespräch zu kommen. Von den jungen Leuten zusammen mit den Ältesten war eine große Spannbreite unterwegs. Es hat mich wirklich gefreut, dass so eine breite Resonanz da war und ich Neues über diese Region und das, was die Menschen bewegt, gehört habe. Wir waren wirklich auch geistlich unterwegs, mit den Stationen und dem Gebet heute Morgen beim Aufbruch. Es war ein ganz anderer Tag, weil heute nicht viele verschiedene Termine anstanden, sondern ich draußen in der Natur in Bewegung sein konnte. Wenn man miteinander geht, kommt auch innerlich etwas in Bewegung, und so gab es ganz verschiedene Gespräche.

Ein Beitrag von:
© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
Videoredaktion

Till Kupitz

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