logocontainer-upper
logocontainer-lower
© Besim Mazhiqi
© Besim Mazhiqi

Offen, unkompliziert, gastfreundlich

Rund um St. Johannes Baptist in Bielefeld-Schildesche entstehen neue Formen der Seelsorge.

Das Kalenderblatt für die zweite Septemberhälfte 2025 zeigt die Kirche St. Johannes Baptist in Schildesche, einem Stadtteil Bielefelds. Das Gotteshaus mit seinem spitz emporragenden Turm ist aber nicht das einzige kirchliche Gebäude auf der Fotografie. Das Haus mit dem Flachdach-Anbau rechts daneben ist das HOT, das Haus der Offenen Tür, der offene Kinder- und Jugendtreff der Kirchengemeinde St. Johannes Baptist. „Und das Haus nebenan mit dem Walmdach unter der riesengroßen Linde ist das gast+haus“, sagt Regina Beissel. „Hier ist die Wohnung von Pastor Herbert Bittis, und hier habe auch ich meine Wohnung. Hier leben wir und machen das, wofür wir in die Welt gesandt wurden.“

Regina Beissel ist eine „Virgo consecrata“, eine geweihte Jungfrau. „Diese Form des geweihten Lebens können Sie sich vorstellen wie eine Nonne, bloß ohne Kloster“, sagt Regina Beissel lachend. Überhaupt lacht sie in dem Gespräch viel und herzlich. Und sie spricht eine klare Alltagssprache: „Ich verdiene mein eigenes Geld, bin an keine Gemeinschaft gebunden, trage keine Ordenstracht, sondern normale Kleidung. So, wie ich das will.“

Was sie ebenfalls wollte: ihr Leben Gott und dem Dienst an den Menschen widmen. Und zwar ganz. Das Studium der Musik, die Arbeit als Therapeutin in der Jugendhilfe oder als Gemeindereferentin waren Vorstufen. Als „Virgo consecrata“ hat sie die zu ihr passende Lebensweise gefunden. Und mit ihrer Lebensgeschichte knüpft sie zugleich an die Ursprünge der Kirchengemeinde St. Johannes Baptist an.

„Wir sind offen, unkompliziert und gastfreundlich“

Deren Keimzelle war ein Frauenstift, das eine früh und kinderlos verwitwete Adlige namens Marswidis im Jahr 939 gründete. Der erste romanische Kirchenbau des Stifts brannte Anfang des 13. Jahrhunderts ab, die an derselben Stelle im gotischen Stil errichtete Kirche wurde nach der Reformation evangelisch. Die Katholikinnen und Katholiken mussten sich mit einer Kapelle zufriedengeben. Die heutige Kirche St. Johannes Baptist entstand von 1911 bis 1912. In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche mit dem Zuzug von Katholikinnen und Katholiken und mit dem Babyboom zu klein. Daher erhielt sie 1966 einen Anbau im damaligen Zeitstil, in dem auch die Vorgaben des Zweiten Vatikanischen Konzils umgesetzt waren. Die historisch bedeutendere Kirche in Schildesche ist zweifellos die evangelische. „Ich wollte gern nach 500 Jahren zurücktauschen“, scherzt Regina Beissel. „Aber die Glaubensschwestern und Glaubensbrüder spielen nicht mit.“

Dennoch ist auch St. Johannes Baptist einen Besuch wert. Die Kirche ruht in sich und ist ein Ort des Seelenheils. Das strahlt auf die benachbarten kirchlichen Gebäude aus. Im HOT finden Kinder und Jugendliche eine Fülle an sinnvollen Angeboten oder können dort einfach mal abhängen. Auch sämtliche Angebote im gast+haus nebenan sind kostenlos, richten sich aber an Erwachsene. Eröffnet wurde das gast+haus 2015. „Herbert Bittis und ich haben uns anfangs viele Dinge ausgedacht“, sagt Regina Beissel. „Doch bei aller Unterschiedlichkeit der Angebote kamen immer dieselben Leute zu uns.“ Einfach vorbeischauen, das können die eng an die Kirche gebundenen Gemeindemitglieder nach wie vor, doch das Angebot ist inzwischen auf Schwerpunktthemen eingedampft, die besonders häufig und auch von kirchenferneren Menschen nachgefragt werden: die freie Trauung im katholischen Umfeld, die freie Trauerfeier sowie die Lebensberatung und geistliche Begleitung. „Wir sind offen, unkompliziert und gastfreundlich“, fasst Regina Beissel zusammen. „Wir sind Kirche!“

St. Johannes Baptist in Bielefeld-Schildesche

Hier finden Sie weitere Informationen zu diesem Ort.

Das Kalenderbild

Erzbistumskalender 2025: St. Johannes Baptist in Bielefeld-Schildesche © Besim Mazhiqi

Bistumskalender 2025: Auf dem Weg im Erzbistum Paderborn

Der diesjährige Bistumskalender nimmt uns mit auf eine Reise durch das Erzbistum Paderborn und macht jeden Monat Halt an zwei besonderen Orten: an zahlreichen Kapellen oder Kreuzwegen, die jeweils Zeugen einer interessanten Entstehungsgeschichte sind. Darüber hinaus erzählt der Kalender faszinierende Geschichten von Menschen, die mit diesen Orten verbunden sind – manchmal nicht nur über viele Jahre, sondern sogar über weite Entfernungen hinweg. Wir stellen Ihnen hier alle zwei Wochen das neueste Kalenderblatt vor.

Weitere Einträge

© Torychemistry / Shutterstock.com

Unser Glaube Glaube wird handfest

Da wird geknotet, gegraben, gesungen und gelaufen. Annkathrin Taddays WDR-Morgenandachten bleiben nah am Alltag. Es geht um Schmerz, Durchhalten und Miteinander. Nichts ist glatt, alles hat Erde, Schweiß und Stimme. Glaube wird handfest, als Knoten, Dreck und Atem bis zum Ziel.
© Theresa Meier / Bonifatiuswerk

Unser Glaube Ein Glaube, der Fragen aushält

Warum Simon Ole Weber aus Paderborn seinen Glauben als offenen Weg versteht und was das für seine Firmung bedeutet
© Markus Nowak / Bonifatiuswerk

Unser Glaube Hier wird am Leben gebaut

Mit ihrer Firmung setzen junge Menschen im Erzbistum Paderborn ein Zeichen gelebter Nächstenliebe. Im Rahmen der Firmaktion des Bonifatiuswerkes engagieren sich Firmbewerber unter dem Leitwort „#BaustelleLeben“ für Gleichaltrige in schwierigen Lebenssituationen.
Kontakt
| |
generalvikariat@erzbistum-paderborn.de
+49 (0)5251 125-0