Das Kalenderblatt für die zweite Septemberhälfte 2025 zeigt die Kirche St. Johannes Baptist in Schildesche, einem Stadtteil Bielefelds. Das Gotteshaus mit seinem spitz emporragenden Turm ist aber nicht das einzige kirchliche Gebäude auf der Fotografie. Das Haus mit dem Flachdach-Anbau rechts daneben ist das HOT, das Haus der Offenen Tür, der offene Kinder- und Jugendtreff der Kirchengemeinde St. Johannes Baptist. „Und das Haus nebenan mit dem Walmdach unter der riesengroßen Linde ist das gast+haus“, sagt Regina Beissel. „Hier ist die Wohnung von Pastor Herbert Bittis, und hier habe auch ich meine Wohnung. Hier leben wir und machen das, wofür wir in die Welt gesandt wurden.“
Regina Beissel ist eine „Virgo consecrata“, eine geweihte Jungfrau. „Diese Form des geweihten Lebens können Sie sich vorstellen wie eine Nonne, bloß ohne Kloster“, sagt Regina Beissel lachend. Überhaupt lacht sie in dem Gespräch viel und herzlich. Und sie spricht eine klare Alltagssprache: „Ich verdiene mein eigenes Geld, bin an keine Gemeinschaft gebunden, trage keine Ordenstracht, sondern normale Kleidung. So, wie ich das will.“
Was sie ebenfalls wollte: ihr Leben Gott und dem Dienst an den Menschen widmen. Und zwar ganz. Das Studium der Musik, die Arbeit als Therapeutin in der Jugendhilfe oder als Gemeindereferentin waren Vorstufen. Als „Virgo consecrata“ hat sie die zu ihr passende Lebensweise gefunden. Und mit ihrer Lebensgeschichte knüpft sie zugleich an die Ursprünge der Kirchengemeinde St. Johannes Baptist an.