logocontainer-upper
logocontainer-lower
© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn

Lasst die Kinder und hindert sie nicht, zu mir zu kommen!

St. Antonius Bad Wünnenberg ist beides: ein altehrwürdiges Gotteshaus und ein Ort des lebendigen Glaubens

Den Blick von der Orgelempore in das Kirchenschiff und auf den Hochaltar mag Markus Jonas besonders gern. Wenn der Kirchenraum von St. Antonius wie auf dem Kalenderbild verlassen ist, genießt der engagierte Christ die Stille, die das Gotteshaus in Bad Wünnenberg ausstrahlt.

„Errichtet wurde die Kirche 1678 und 1679, nachdem der Vorläuferbau einem Stadtbrand zum Opfer gefallen war“, berichtet Jonas, der in Bad Wünnenberg aufgewachsen ist und dort mit seiner Familie lebt. Hauptberuflich arbeitet Markus Jonas als Pressereferent und Redakteur für den Caritasverband für das Erzbistum Paderborn. Es gehört zu seinem Beruf, spannende Geschichten zu erzählen. Wie das geht? Markus Jonas verbindet Fakten mit dem persönlichen Erleben: „Ich stelle mir vor, wie viele Menschen im Lauf der fast 350 Jahre in die Kirche gekommen sind, um zu beten – für sich, für ihre Kinder, für ihre Alten und Kranken, für ihre Toten. Und ich stelle mir vor, welchen Trost und welche Hoffnung die Menschen hier gefunden haben, trotz der niederdrückenden Armut um sie herum.“

Markus Jonas liebt die Stille in der Kirche. Doch zu einer besonderen Gelegenheit mag er den Blick von der Empore noch mehr als sonst. Nämlich dann, wenn die Kinderkirche sich ihrem Ende nähert und sich die Vor- und Grundschulkinder einmal im Monat während der „Church Night“, einer besonderen Vorabendmesse, zum priesterlichen Segen um den Altar versammeln. „Dann herrscht ein richtiges Gewusel in unserem altehrwürdigen Gotteshaus“, berichtet Jonas. „Unser Pfarrer bittet die Kinder dann auch um ihren Segen. Es ist immer sehr bewegend, das zu beobachten. Mich erinnert das daran, dass Jesus selbst gesagt hat: Lasst die Kinder zu mir kommen.“

Segen, Hoffnung und lebendiger Glaube

Die Segnung geschieht direkt unter dem Hochaltar. Dieser stammt aus der Originalausstattung der Barockkirche. Und auch im zentralen Altarbild geht es um Kindheit, um Segen und Verheißung. Das Bild zeigt die Darstellung des Herrn im Tempel zu Jerusalem 40 Tage nach der Geburt Jesu. Dabei kommt es zur Begegnung mit dem greisen Propheten Simeon, der die Verheißung ausspricht: Der Erlöser ist gekommen. „Ich habe lange gebraucht, bis ich das Altarbild durchdrungen habe und darin das Hoffnungszeichen sah, dass Gott uns immer eine Zukunft verheißt, auch über den Tod hinaus“, bekennt Markus Jonas. Auf die Spur gebracht hat ihn dabei die Segnung der Kinder.

Vieles von dem, was das Glaubensleben in Bad Wünnenberg in früheren Zeiten ausmachte und heute noch auszeichnet, spiegelt sich im Patronat der Pfarrkirche wider. Geweiht ist sie dem heiligen Antonius von Padua, der als Schüler des heiligen Franziskus ein Leben als Bettelmönch führte. Das passt in die lange Zeit ackerbürgerlich geprägte Kleine-Leute-Stadt Wünnenberg, die erst im Jahr 2000 zum vornehmen Namenszusatz „Bad“ kam. Zudem ist der heilige Antonius von Padua der Schutzheilige der Kinder, was sich in Bad Wünnenberg in der Kinderkirche ausdrückt.

Hochgehalten wird dort auch die Tradition der Antonius-Dienstage. An den neun Dienstagen vor Ostern finden Festgottesdienste statt, bei denen Persönlichkeiten aus nah und fern die Gastpredigt halten. Oft, aber nicht immer geht es um Lebensperspektiven aus dem Blickwinkel der franziskanischen Spiritualität und der Antonius-Predigten. „Dann ist die Kirche selbst am Wochentag rappelvoll“, freut sich Markus Jonas. Auch Angebote wie die 24-Stunden-Anbetung oder die „Church Night“ – ein Gottesdienst mit Band, Moderation, der erwähnten Kinderkirche und anschließendem Kirchencafé am jeweils ersten Samstag im Monat – werden gut angenommen. Und so ist St. Antonius zu Padua beides: ein altehrwürdiges Gotteshaus, in dem die Gebete aus fast 350 Jahren widerhallen, und der Ort eines lebendigen Glaubens.

St. Kilian in Iserlohn-Letmathe

Hier finden Sie weitere Informationen zu diesem Ort.

Das Kalenderbild

© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn

Bistumskalender 2026: Auf dem Weg im Erzbistum Paderborn

Der diesjährige Bistumskalender nimmt uns mit auf eine Reise durch das Erzbistum Paderborn und macht jeden Monat Halt an zwei besonderen Orten: an zahlreichen Kapellen oder Kreuzwegen, die jeweils Zeugen einer interessanten Entstehungsgeschichte sind. Darüber hinaus erzählt der Kalender faszinierende Geschichten von Menschen, die mit diesen Orten verbunden sind – manchmal nicht nur über viele Jahre, sondern sogar über weite Entfernungen hinweg. Wir stellen Ihnen hier alle zwei Wochen das neueste Kalenderblatt vor.

Weitere Einträge

Unser Glaube Paartherapeut: Wie der Heilige Valentin ein wenig Struktur in die Liebe bringen kann

„Freut Euch, dass Ihr hier gelandet seid! Der liebe Gott hat Euch hierhin geführt“, sagt Rudolf Sanders zu Paaren, wenn sie – meist geknickt - vor ihm sitzen. Warum ein christliches Fundament hilft und wieso der Valentinstag wichtig ist? Dies und mehr im Interview.
© Besim Mazhiqi /Erzbistum Paderborn

Unser Glaube Karnevalstrubel im Erzbistum: Aktive werben im Umzug für den Glauben

Sechs Tage närrisches Treiben beginnen und Gemeindeteams sind mittendrin. Mit Wagen zur "Baustelle Kirche - Betreten erlaubt" oder gelebter Ökumene im Karnevalsgottesdienst. Das zeigt: Glaube ist vielfältig - und ist letztlich der Ursprung der Fastnacht.
© Tobias Schulte / Erzbistum Paderborn

Unser Glaube Was hilft, im Hier und Jetzt zu leben

170 junge Menschen feiern YOUNG MISSION-Weekend unter dem Motto „PRESENT“
Kontakt
| |
generalvikariat@erzbistum-paderborn.de
+49 (0)5251 125-0