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© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
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Wie mehr Licht in die barocke Propsteikirche Belecke kam

Im Fokus des Erzbistumskalenders: Die Propsteikirche St. Pankratius in Belecke, wo schon Erzbischof em. Hans-Josef Becker als Messdiener wirkte.

Für dieses Kalenderblatt hat sich Norbert Cruse akribisch vorbereitet und ein dickes Materialpaket zusammengestellt. Neben einem gedruckten Kirchenführer enthält es Farbkopien von Zeitungsausschnitten, die bis in die frühen 1990er-Jahre zurückreichen. Dazu kommt eine Kopie des „Propstei-Boten“ vom 6. September 1959 mit einem Bericht über die seinerzeit aktuelle Generalsanierung und darüber, wie die meterdicken Pfeilervorlagen der Barockkirche aufgestemmt und mit zehn Meter hohen Stahlbetoneinlagen stabilisiert wurden.

Aber eigentlich hat Norbert Cruse diese Gedächtnisstütze gar nicht nötig. Die Propsteikirche St. Pankratius ist seine Glaubensheimat, mit der er seit seiner Zeit als Messdiener verbunden ist. Die Kirchengeschichte kennt der frühere Kirchenvorstand aus dem Effeff – und die besagte Sanierung in den späten 1950er-Jahren hat er selbst als Jugendlicher miterlebt.

Trotz seines historischen Interesses ist Norbert Cruse keinesfalls rückwärtsgewandt, wird sein Blick in die Vergangenheit nicht von Sentimentalitäten getrübt. „Ich habe die Propsteikirche vor der Sanierung als düsteren Ort erlebt“, sagt er energisch. „Erst danach und mit der späteren Umgestaltung nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil wurde sie für mich hell und einladend.“ Ebenfalls kritisch blickt Cruse auf das strenge Regiment zurück, das während seiner Zeit als Messdiener herrschte: „Wer die lateinischen Gebete nicht binnen kürzester Zeit auswendig konnte, wurde knallhart aussortiert. Zum Glück ist das heute komplett anders.“

Barocke Pracht mit langer Geschichte

Nun will aber die Propsteikirche bestaunt sein. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um eine in den Jahren 1749 und 1750 errichtete barocke Saalkirche. Nur der romanische Westturm lässt erkennen, dass es einen wesentlich älteren Vorläuferbau gab. Urkundlich erwähnt wurde diese erste Kirche als Ableger des Klosters Grafschaft bereits im Jahr 1087. „Bis zu dessen Aufhebung in der Säkularisation war die Geschichte unserer Pfarrei eng mit dem Kloster verbunden“, berichtet Norbert Cruse. Aus der Verbindung resultiert nicht nur der Ehrentitel als Propsteikirche. „Auch die schönen Barockaltäre in unserer Kirche und andere Teile der Ausstattung kamen aus dem Kloster Grafschaft hierher nach Belecke.“

Wer sich an der barocken Pracht der Propsteikirche nicht sattgesehen hat, findet weitere Werke sakraler Kunst im Stadtmuseum „Schatzkammer Propstei Belecke“. Auf dem Weg zur Schatzkammer erzählt Norbert Cruse nun endlich von seinem prominenten Messdienerkollegen Hans-Josef Becker. Ja, genau, der emeritierte Paderborner Erzbischof.

„Hans-Josef ist zwei Jahre jünger als ich. Heute ist dies wenig, damals aber machte das einen großen Altersunterschied“, erinnert sich Norbert Cruse. „Ich bin mit 14 schon zur Eisenbahn in die Berufsausbildung gegangen, er war mit zwölf für mich ein Schuljunge.“ Folglich hatten die beiden Jugendlichen nicht viel miteinander zu tun.

Wenig später entfernten sich die Lebenswege noch weiter voneinander. Norbert Cruse hatte als 17-Jähriger die Berufsausbildung absolviert und war nun gestandener Eisenbahner, Hans-Josef Becker besuchte nach der katholischen Volksschule das Aufbaugymnasium in der Nachbarstadt. Eine Erinnerung ist Norbert Cruse aber bis heute präsent: „Ausgerechnet während des Belecker Schützenfests waren wir Messdiener in Benediktbeuern in Oberbayern. Also haben wir dort ein Fahrtenschützenfest gefeiert. Ich weiß noch, wie lustig Hans-Josef Becker für uns auf der Mundharmonika aufgespielt hat.“

St. Pankratius in Belecke

Hier finden Sie weitere Informationen zu diesem Ort.

Das Kalenderbild

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