Mit der Enthüllung des „Schmerzpunktes“ hat die Katholische Akademie Schwerte am Sonntag, 5. Juli, ein sichtbares Zeichen des Erinnerns und der Verantwortung gesetzt. Die Installation in der Eingangshalle erinnert dauerhaft an Menschen, die in der katholischen Kirche und durch Menschen der Kirche sexuelle, psychische und geistliche Gewalt erfahren haben, und lädt alle Besucherinnen und Besucher ein, innezuhalten und sich der bleibenden Aufgabe der Aufarbeitung zu stellen.
Eindringliche Symbolkraft
In ihrer Einführung erläuterte Professorin Dr. Stefanie Lieb, Studienleiterin für Kunst und Kultur, die Idee, Entstehung und geistliche Konzeption des Projekts, das erstmals beim Katholikentag in Würzburg vorgestellt wurde. Die von der Künstlerin Susanne Wagner geschaffene Gestaltung verbindet einen roten Kreis mit einem darin ausgesparten weißen Kreuz. Dieses erscheint wie das Kreuz an der Halskette eines jungen Menschen und gewinnt gerade dadurch eine eindringliche Symbolkraft. Es erinnert an die Verwundbarkeit der Betroffenen und verweist zugleich auf die Hoffnung des christlichen Glaubens.
Die Enthüllung und das anschließende Gedenken wurden von der einfühlsamen musikalischen Gestaltung durch Gerlind Tautorus an der Violine begleitet. Ihre meditativen Klänge verliehen der Feier eine besondere Dichte und schufen einen Raum der Stille und des gemeinsamen Erinnerns.