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© Foto: Katholische Akademie Schwerte
© Foto: Katholische Akademie Schwerte

Katholische Akademie Schwerte setzt mit „Schmerzpunkt“ bleibendes Zeichen

Erinnerung an die Betroffenen von Missbrauch in der katholischen Kirche

Mit der Enthüllung des „Schmerzpunktes“ hat die Katholische Akademie Schwerte am Sonntag, 5. Juli, ein sichtbares Zeichen des Erinnerns und der Verantwortung gesetzt. Die Installation in der Eingangshalle erinnert dauerhaft an Menschen, die in der katholischen Kirche und durch Menschen der Kirche sexuelle, psychische und geistliche Gewalt erfahren haben, und lädt alle Besucherinnen und Besucher ein, innezuhalten und sich der bleibenden Aufgabe der Aufarbeitung zu stellen.

Eindringliche Symbolkraft

In ihrer Einführung erläuterte Professorin Dr. Stefanie Lieb, Studienleiterin für Kunst und Kultur, die Idee, Entstehung und geistliche Konzeption des Projekts, das erstmals beim Katholikentag in Würzburg vorgestellt wurde. Die von der Künstlerin Susanne Wagner geschaffene Gestaltung verbindet einen roten Kreis mit einem darin ausgesparten weißen Kreuz. Dieses erscheint wie das Kreuz an der Halskette eines jungen Menschen und gewinnt gerade dadurch eine eindringliche Symbolkraft. Es erinnert an die Verwundbarkeit der Betroffenen und verweist zugleich auf die Hoffnung des christlichen Glaubens.

Die Enthüllung und das anschließende Gedenken wurden von der einfühlsamen musikalischen Gestaltung durch Gerlind Tautorus an der Violine begleitet. Ihre meditativen Klänge verliehen der Feier eine besondere Dichte und schufen einen Raum der Stille und des gemeinsamen Erinnerns.

Bleibende Anfrage

In seiner Gedenkansprache betonte Akademiedirektor Monsignore Dr. Michael Menke-Peitzmeyer, der Schmerzpunkt stehe „nicht zuerst für die Kirche, sondern für die Betroffenen“. Erinnerung bedeute, den Schmerz nicht zu verdrängen, Verantwortung anzunehmen und sich der eigenen Geschichte auch dort zu stellen, wo sie schmerzhaft und beschämend sei. Der Schmerzpunkt dürfe deshalb kein dekoratives Symbol bleiben, sondern müsse zu einer bleibenden Anfrage an das Handeln der Kirche und jedes Einzelnen werden.

Zugleich hob Menke-Peitzmeyer die Bedeutung des weißen Kreuzes hervor. Es erinnere daran, dass Gott nicht auf der Seite der Täter stehe, sondern an der Seite der Verwundeten. Christlicher Glaube zeige sich dort, wo Menschen geschützt, ihre Würde geachtet und Vertrauen durch glaubwürdiges Handeln neu ermöglicht werde.

Gleichzeitig erinnerte er an die Verpflichtung, die Katholische Akademie Schwerte als einen Ort zu gestalten, an dem Achtsamkeit, Wahrhaftigkeit und Verantwortung füreinander dauerhaft ihren Platz haben.

Hintergrundinformation zur Intervention „Schmerzpunkt“ auf dem Katholikentag in Würzburg unter: schmerzpunkt

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