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© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn

„Jede selbstlose Tat verbessert diese Welt“

Erzbischof Bentz würdigt Einsatz von Feuerwehr und Rettungsdiensten beim Amtssitzwechsel in Herne

Bei seinem Amtssitzwechsel ins östliche Ruhrgebiet hat Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz am Mittwoch, 23. September, in Herne Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdiensten und Hilfsorganisationen getroffen. Bei einem gemeinsamen Mittagessen dankte er den haupt- und ehrenamtlich Engagierten für ihren Dienst an der Gesellschaft.

Beim Besuch der neu entstehenden Hauptfeuer- und Rettungswache in Herne erhielt Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz einen Eindruck von dem 30.000 Quadratmeter großen Gelände. In Zukunft werden hier 350 Berufsfeuerwehrleute und 73 Einsatzfahrzeuge ein neues Zuhause finden. Der alte Standort an der Sodinger Straße soll mit der Inbetriebnahme im Frühjahr nächsten Jahres aufgegeben werden.

Eine Sache soll jedoch am alten wie am neuen Standort gleich bleiben: eine Statue des heiligen Florian – des Schutzpatrons der Feuerwehrleute. Direkt vor dem Gebäude soll er in Zukunft alle Menschen auf der Wache begrüßen. Dr. Christian Märkert, Leiter der Berufsfeuerwehr in Herne, betont die Wichtigkeit des Heiligen: „Wir brauchen die Hilfe von Gott und unserem Schutzpatron in jedem Einsatz, damit wir heile zu unseren Familien zurückkommen.“ Grundsätzlich sei der Glaube für viele Einsatzkräfte eine wichtige Stütze. „Deshalb heißt unser Leitspruch auch: ‚Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr‘“, so Märkert.

Auch für die insgesamt 450 Ehrenamtlichen der Freiwilligen Feuerwehr Herne wird es auf dem Gelände einen Platz geben. Diese räumliche Nähe soll nicht zuletzt dazu beitragen, Haupt- und Ehrenamt miteinander zu verzahnen.

Passend zu diesem Thema ging der Erzbischof im Anschluss an den Besuch der neu entstehenden Hauptfeuer- und Rettungswache in den Austausch mit haupt- und ehrenamtlichen Engagierten von Rettungsdiensten und Hilfsorganisationen aus der ganzen Stadt – darunter unter anderem die Freiwillige Feuerwehr, die Berufsfeuerwehr, der Malteser Hilfsdienst, der Arbeiter-Samariter-Bund und die Notfallseelsorge.

Im Mittelpunkt der Begegnung standen die Herausforderungen ihres Dienstes, das Zusammenspiel von Haupt- und Ehrenamt sowie die gesellschaftliche Bedeutung ihres Engagements.

Hier wird gesellschaftlicher Zusammenhalt erfahrbar

„Unsere Gesellschaft lebt von Menschen, die Verantwortung übernehmen und sich für andere einsetzen“, sagte Erzbischof Bentz. Gerade bei Feuerwehr, Rettungsdiensten und Hilfsorganisationen werde konkret erfahrbar, was gesellschaftlicher Zusammenhalt bedeute: „Menschen sind füreinander da und können sich aufeinander verlassen. Dafür bin ich Ihnen dankbar.“

Der Erzbischof würdigte besonders den Einsatz, der sich nicht allein in materiellen Größen messen lasse. „Eine Gesellschaft lebt auch von dem, was sich nicht in Geld bemessen lässt: von der Zeit, dem Engagement und dem Einsatz für andere“, sagte Bentz. „Jede selbstlose Tat im Verborgenen verbessert diese Welt mehr als irgendeine lautstarke Parole.“

Im Gespräch mit dem Erzbischof berichteten die Einsatzkräfte von dem hohen zeitlichen Invest in ihr Ehrenamt. Da müssten sowohl der Arbeitgeber als auch Kolleginnen und Kollegen sowie die Familien mitspielen. „Wenn nachts mein Melder klingelt, ist die ganze Familie wach“, berichtet ein Engagierter der Freiwilligen Feuerwehr. Viele der Anwesenden hätten bereits negative Erfahrungen im Umgang mit Hauptamtlichen gemacht. „Oft haben sie nicht auf dem Schirm, was Ehrenamt bedeutet“, so eine Stimme aus der Runde. „Schließlich haben wir auch noch einen Job und unseren Familien.“

Auch in der Kirche seien das Zusammenspiel von Haupt- und Ehrenamt eine zentrale Frage, so der Erzbischof. Beide Seiten brächten eigene Erfahrungen und Fähigkeiten ein. Entscheidend seien auch für ihn gegenseitige Wertschätzung und verlässliche Rahmenbedingungen, damit Menschen Verantwortung übernehmen könnten.

Engagement stiftet Sinn

Zugleich könne freiwilliges Engagement auch für die Engagierten selbst prägend sein, betonte Bentz: „Wer erlebt, dass sein Einsatz anderen hilft, kann darin viel Sinnstiftung und Wirksamkeit finden.“

Begleitet wurde der Erzbischof von Hernes Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda. Er wertete den Besuch als „sichtbaren Ausdruck von Wertschätzung“ für die haupt- und ehrenamtlichen Einsatzkräfte der Stadt. Besonders angesichts zunehmender Übergriffe auf Rettungskräfte sei dieser Respekt ein wichtiges Signal.

„In Herne treten wir derlei Vorkommnissen entschieden entgegen und freuen uns, dass auch der Erzbischof unseren Einsatzkräften mit einem Besuch den Rücken stärkt“, sagte Dudda.

Zum Dank und als Zeichen der Wertschätzung überreichte der Erzbischof sowohl dem Oberbürgermeister als auch Märkert, Leiter der Berufsfeuerwehr in Herne, stellvertretend für alle anwesenden Rettungsdienste und Hilfsorganisationen ein Kreuz, das extra für den Amtssitzwechsel des Erzbischofs entworfen wurde. Auf der neuen Feuerwehrwache wird das Kreuz einen Platz in einem der Konferenzräume finden, versprach Märkert. Hier tagen unter anderem die professionsübergreifenden Runden des Katastrophenschutzes.

Der Termin in Herne ist Teil des Amtssitzwechsels von Erzbischof Bentz ins östliche Ruhrgebiet. Während der Woche begegnet er Menschen in unterschiedlichen gesellschaftlichen, kirchlichen und beruflichen Zusammenhängen und sucht das Gespräch über Herausforderungen und Perspektiven der Region.

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