Mit acht Jahren sei sie nach Deutschland gekommen, lebe nun 35 Jahre hier, mache aber trotzdem die Erfahrung, dass ihr etwas anderes Aussehen dazu führe, dass sie sich immer noch ein wenig als „Fremdling“ fühle. Das berichtet Fatima Abboud, Leiterin der Integrationsagentur Soest und Werl des Caritasverbandes, aus eigenen Lebenserfahrungen. „Ich fühle mich deutsch, ich träume auf Deutsch aber tatsächlich sehe ich nicht so aus. Aber ich bin auch stolz, dass ich nicht so aussehe, meine arabische Identität ist mir sehr wichtig.“:
Wenn sie im Libanon unterwegs sei, fühle sie sich auf der einen Seite heimischer, „weil ich nicht anders aussehe. Auf der anderen Seite fühle ich nicht wie die Leute im Dorf. Denen bin ich zu modern.“ Sie hat einen Weg gefunden, diesen Zwiespalt aufzufangen. „Mittlerweile habe ich meine arabische und deutsche Identität zu einem großen Weltbild entwickelt, einem offenen Weltbild. Ich sehe einen Mehrwert im interkulturellen Dasein. Wir können viel offener auf die Welt blicken, wenn wir beide Welten verstehen.“ Das funktioniert aus ihrer Sicht auch mit dem Glauben.
Für die Integrationsarbeit begeistert sie sich, weil sie das Privileg habe „für die positiven Projekte da zu sein“. Sie erlebt Menschen, die „wirklich in der neuen Heimat ankommen“. So wie Amal Al-Khatib, die vor zehn Jahren aus Syrien nach Deutschland floh. „Ich habe Deutsch gelernt und im Café angefangen.“, Seit zwei Jahren arbeitet sie bei der Caritas in der Betreuung alter Menschen. Und seit einem Jahr betreibt sie zusätzlich ein Kleingewerbe. „Ich mache arabisches Essen“, strahlt sie und serviert Leckeres zur Ausstellungseröffnung. „Wir sind stolz, dass wir Dich für uns gewinnen konnten“, lobt Fatima Abboud. Wie Amal Al-Khatib gebe es viele Flüchtlinge, die sich schnell integrierten, viele Erfolgsgeschichten. Und eben nicht nur „Gegenwind“, wie oft in den Medien zu lesen sei. „Ich bin sehr stolz, für Menschen mit Migrationshintergrund zu arbeiten.“
Georg Karbowski und Wallfahrtsseelsorgerin Ursula Altehenger sind begeistert über den großen Besucherzuspruch schon zur Eröffnung und hoffen, dass viele Besucherinnen und Besucher den Weg in die sehenswerte Ausstellung finden.
Die Wanderausstellung ist bis zum 18. März im Wallfahrtskloster in Werl zu sehen, und zwar täglich von 8 bis 18 Uhr.