Jürgen Franke aus Benhausen, Dr. Gerhard Kilz aus Paderborn und Carsten Spiegel aus Erwitte haben sich auf dem Weg gemacht, um als Ständige Diakone in der Katholischen Kirche zu wirken. Erzbischof Hans-Josef Becker wird den drei Männern aus dem Erzbistum Paderborn am Samstag, 14. März 2020, im Hohen Dom zu Paderborn durch Handauflegung und Gebet die Diakonenweihe spenden. Nach dem Empfang des Weihesakramentes werden die Männer als Ständige Diakone mit der Seelsorge im Pastoralverbund oder Pastoralen Raum ihrer Heimatgemeinde beauftragt. Die drei Weihekandidaten sagen hier, was ihnen als Ständiger Diakon wichtig ist.
Drei Männer auf dem Weg zum Ständigen Diakonat
Jürgen Franke aus Benhausen: authentischer Ansprechpartner
„Nach dem Studium war ich in meinen ersten Berufsjahren als Lehrer am Gymnasium und an der Realschule St. Michael in Paderborn tätig. Diese Zeit hat meine Religiosität sehr beeinflusst und mein heutiges Selbstverständnis als Lehrer geprägt“, sagt Jürgen Franke aus der Kirchengemeinde St. Alexius in Paderborn-Benhausen. Er wurde 1971 geboren, ist seit 1995 verheiratet und hat drei Kinder. Während seiner Tätigkeit als Lehrer an den vom Erzbistum Paderborn getragenen Schulen St. Michael wurde er zum Dienst als Kommunionhelfer beauftragt, erinnert sich Franke. Mittlerweile ist er Schulleiter der Freiligrathschule in Lage. Nach dem Umzug der Familie nach Benhausen entstand das Engagement in der Kirchengemeinde St. Alexius Benhausen. Vielfältig ist hier das kirchliche Engagement von Franke: Er ist aktiv als Lektor und Kommunionhelfer, seit 2009 ist er Mitglied des Kirchenvorstandes, seit 2018 geschäftsführender Vorsitzender dieses Gremiums, den Dienst des Kommunionhelfers übt Franke auch im Brüderkrankenhaus in Paderborn aus, zudem ist er Mitglied der „Schola Cantorum“ des Pastoralen Raums „An Egge und Lippe“.„Aus diesem ‚Gesamtpaket‘ sowie aus dem Bedürfnis, meiner eigenen Spiritualität mehr Raum geben zu wollen, entstand der Wunsch, Diakon zu werden.“
Die Frage, was ihm als zukünftigen Diakon wichtig ist, beantwortet Weihe-Kandidat Franke so: „Die Kirche verzeichnet in der Gesellschaft derzeitig einen Imageverlust. Viele Menschen kehren ihr den Rücken, weil sie sich nicht mehr angesprochen und / oder beheimatet fühlen. Als Diakon ist es mir deshalb wichtig, in der Kirchengemeinde beziehungsweise im Pastoralen Raum von den Menschen als authentischer Ansprechpartner wahrgenommen zu werden. Ich möchte durch meinen Dienst und die Art und Weise, wie ich diesen ausfülle, aktiv daran mitwirken, das kirchliches Lebens vor Ort eine Zukunft hat.”
Dr. Gerhard Kilz aus Paderborn: Botschaft Jesu weitergeben
„Ich möchte im Alltag durch den Kontakt mit anderen Menschen die frohe und auch heilende Botschaft unseres christlichen Glaubens deutlich machen“, sagt Dr. Gerhard Kilz aus der Kirchengemeinde St. Julian in Paderborn. Der 1959 geborene und seit 2000 verheiratete Vater von zwei Kindern ergänzt: „Als Ansprechpartner oder vielleicht auch als jemand, der einfach nur da ist und Trost spendet“. Sein Jura-Studium hat Kilz mit dem zweiten Juristischen Staatsexamen abgeschlossen und ist heute tätig als Hochschullehrer an der Katholischen Hochschule NRW, Abteilung Paderborn. Er lehrt dort Sozial- und Verwaltungsrecht am Fachbereich Sozialwesen. Ehrenamtlich engagiert sich Dr. Kilz als Kommunionhelfer und bringt die Heilige Kommunion zu Kranken. Zudem setzt er sich in der seelsorglichen Begleitung älterer Menschen und der Begleitung wohnungsloser Menschen ein.
Als zukünftiger Diakon möchte er mitarbeiten an einer offenen und gastfreundlichen Kirche, in der jeder Mensch, so wie er ist, willkommen ist, sagt Dr. Gerhard Kilz im Hinblick auf seine Diakonen-Weihe. „Ich möchte gerade in der Mitarbeit in sozialcaritativen Projekten, so beispielsweise beim SKM, mithelfen, den diakonischen Auftrag unserer Kirche zu erfüllen.“ Wichtig sei ihm zudem, die Freude am Glauben und der Botschaft Jesu weiterzugeben. „Das bedeutet: In Beziehung zu treten mit anderen Menschen, gleich wo sie sich befinden, sei es in der Mitte oder eher am Rande der Gesellschaft. Wenn Jesus in der Mitte ist, stehen wir alle in einem Kreis um IHN herum“, konkretisiert der zukünftige Ständige Diakon.
Carsten Spiegel aus Erwitte: … ein Gesicht geben
Carsten Spiegel kommt aus der Kirchengemeinde St. Laurentius in Erwitte. Er wurde 1972 geboren, ist seit 1999 verheiratet und hat zwei Kinder. Spiegel hat Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt: Wirtschaftsinformatik studiert. Als Diplom-Betriebswirt (FH) ist Spiegel heute tätig als Leiter Finanzen in einem Unternehmen. In seiner Kirchengemeinde in Erwitte engagiert er sich als Kommunionhelfer, Lektor und im Bereich der Sakramentenpastoral. „Ich möchte der frohen Botschaft und der Kirche ein Gesicht geben. Der frohen Botschaft, indem ich diese durch Wort und Tat lebe und meinen Glauben nach außen trage. Und der Kirche möchte ich das Gesicht geben, das die Menschen auch aus ganz anderen Zusammenhängen kennen: als Musiker auf Schützenfesten, als Arbeitskollege oder auch als Besucher von Elternversammlungen in der Schule“, sagt Carsten Spiegel im Blick auf seine Motivation, Ständiger Diakon zu werden.
„Ich möchte Menschen begeistern und auch Menschen mitnehmen, die sich vielleicht von der Kirche und dem Glauben entfernt haben oder auch noch nie einen richtigen Zugang dazu hatten“, schaut Carsten Spiegel auf seinen zukünftigen Dienst als Ständiger Diakon in der Katholischen Kirche voraus. „Dabei würde es mich auch freuen, wenn ich den einen oder anderen einmal überraschen könnte“, ergänzt Spiegel.
Stichwort: Diakon
Das Wort Diakon leitet sich vom griechischen Wort diakonos ab und bedeutet „Diener“, „Helfer“. Ein Diakon ist gesandt zur besonderen Nachfolge Christi. Inner-halb der Kirche bekleidet er ein geistliches Amt, den Diakonat. Seine Aufgaben beschränken sich aber nicht auf den Gottesdienst (leiturgia – Liturgie), vielmehr umfassen sie auch die Verkündigung (martyria – Zeugnis) und den „Dienst am Nächsten“ (diakonia – Diakonie / Caritas) und damit alle drei Grundvollzüge der Kirche. Für einen Diakon ist der „Dienst am Nächsten“ wesentlich, er ist insbesondere dazu aufgerufen, zu den Armen und Kranken, den „Menschen am Rande“ zu gehen. Die von einem Bischof gespendete sakramentale Weihe zum Diakon ist ein Element des dreigliedrigen Weihesakraments (Diakon – Priester – Bischof), dadurch ist der Diakon in die Gemeinschaft der Geistlichen, den Klerus, eingegliedert.
Diakone assistieren dem Priester bei der Feier der Eucharistie, verkünden dabei das Evangelium und dürfen predigen. Sie können das Sakrament der Taufe spenden, bei der kirchlichen Eheschließung assistieren, Beerdigungen leiten, Wortgottesdienste feiern und die Kommunion spenden. Die Feier der Eucharistie bleibt den Priestern vorbehalten, ebenso wie die Spendung des Sakramentes der Krankensalbung und des Bußsakramentes.
Verheiratete Männer, die 35 Jahre und älter sind, können nach einer entsprechen-den Ausbildung und mit Zustimmung ihrer Ehefrau zum Diakon geweiht werden, um als Ständiger Diakon eingesetzt zu werden. Ständige Diakone üben in der Regel zusätzlich zum Seelsorgedienst einen bürgerlichen Beruf aus. Wer ein Zölibatsversprechen ablegt, kann die Diakonenweihe bereits mit 25 Jahren empfangen. Auch Priesteramtskandidaten werden zunächst zum Diakon und dann zum Priester geweiht.
Bei von einem Diakon geleiteten liturgischen Feiern trägt der Diakon als Amtszeichen die Diakonenstola über dem Chorgewand oder der Albe. Die liturgische Kleidung des Diakons bei der Assistenz in der Eucharistiefeier ist die Dalmatik, die wie das priesterliche Messgewand über Albe und Stola getragen wird.