Wurden in früheren Zeiten Kirchen baufällig oder zu klein, wurde meist nicht lange gefackelt: Das alte Gebäude wurde entweiht und abgetragen, an der geräumten Stelle errichteten die Bauleute ein neues Gotteshaus. Bestes Beispiel ist der Hohe Dom zu Paderborn, der auf vier Vorläuferbauten steht.
Zwar nicht baufällig, aber doch stark renovierungsbedürftig und für die wachsende Gemeinde zu klein – dies galt auch für die Kirche St. Peter in Padberg an der Schwelle vom 19. zum 20. Jahrhundert. Ein Abriss stand für den damaligen Patronatsherrn Graf Wilhelm Droste zu Vischering aber außer Frage. Aus dem westfälischen Uradelsgeschlecht der Droste zu Vischering entstammten Bischöfe, Domherren und Äbtissinnen. Auch ein Großprior des Malteserordens und ein Landkomtur des Deutschen Ordens trugen den Namen Droste zu Vischering – und dann ist da noch Maria Gräfin Droste zu Vischering, bekannt unter ihrem Ordensnamen Maria vom Göttlichen Herzen und von Papst Paul VI. am 1. November 1975 seliggesprochen. Wer aus so einem Geschlecht stammt, lässt keine Kirchen abreißen, erst recht keine fast tausendjährigen – sondern baut neue.
„Der Großvater meines verstorbenen Mannes hatte dabei sehr konkrete Vorstellungen“, erzählt die heutige Patronatsherrin Ulrike Gräfin Droste zu Vischering. Dies betraf zunächst den Standort. Die neue Kirche sollte nicht wie St. Peter oben am Berg, sondern mitten im Dorf stehen. Dort mussten allerdings zuvor fünf Häuser weichen. Der Graf ließ deren Bewohnerinnen und Bewohner kostenfrei auf andere, von ihm gegebene Grundstücke umsiedeln.