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10
September
2021
10.September.2021

Zusammen lachen, zusammen weinen

Für kranke Menschen ein Lichtblick: Über das Engagement der Grünen Damen und Herren im Krankenhaus

Tod und Trauer, Leid und Schmerz. Aber auch Hoffnung. Fast nirgendwo sind Worte wie diese so allgegenwärtig, wie in Krankenhäusern. Ein Klinikaufenthalt kann ein einschneidendes Erlebnis sein. Einige Menschen kämpfen sogar um ihr Leben, manche sterben. Im St. Elisabeth Hospital in Gütersloh ist das nicht anders: Menschen, die dort sind, machen mehr oder weniger eine schwere Zeit durch. Die Frage ist: Was schafft Erleichterung?

Marita Horsthemke geht als Grüne Dame von Zimmer zu Zimmer
Marita Horsthemke geht als Grüne Dame von Zimmer zu Zimmer und nimmt sich Zeit für die Kranken. Copyright: Till Kupitz / Erzbistum Paderborn
Marita Horsthemke geht als Grüne Dame von Zimmer zu Zimmer und nimmt sich Zeit für die Kranken. Copyright: Till Kupitz / Erzbistum Paderborn

Bei Marita Horsthemke hingegen war das ganz anders. Sie hat vor elf Jahren einen schweren Verkehrsunfall gehabt. Wenn sie an den Unfall denkt, dann zuallererst an ihren Schutzengel. „Dass ich lebe, habe ich meinem Schutzengel zu verdanken“, sagt sie.

Für die Kranken da sein und zusammen beten

Den Unfall zu überleben, hat ihr Leben nachhaltig verändert. Der Gedanke, sich neu auszurichten und ihre Mitmenschen in den Fokus zu nehmen, ließ sie nicht mehr los. Besser als andere weiß sie, wie wichtig Lachen im Krankenhaus ist, um trauriger Stimmung und eigenem Leid zu entfliehen. Zumindest für einige Minuten. Und im Kampf mit dem Tod gelte mehr denn je, andere nicht alleine zu lassen.

Denn wenn die Grünen Damen und Herren eines sind, dann: da. Sie sind da, in einer schlimmen Lebensphase. Hören zu, unterstützen, beten gemeinsam mit den Kranken. Öfters komme es vor, dass sie eine Kerze in der Kapelle des Krankenhauses im Auftrag der Patienten anzünden oder mit ihnen dort Momente der Stille verbringen. Einfach mal zusammensitzen und die Gesellschaft eines anderen Menschen erleben. Denn nicht jede Person im Krankenhaus bekommt Besuch. Dann kann es schnell einsam werden.

Zeit als wichtigste Ressource der Grünen Damen und Herren

Denn so sehr sich das Krankenhauspersonal um die Versorgung der Menschen kümmert: Nicht immer bleibt noch Zeit für ein Gespräch am Krankenbett. Die Grünen Damen und Herren sind auch gerne mal eine halbe Stunde auf einem Zimmer. „Sich in unserer schnelllebigen Welt wirklich Zeit für jemanden zu nehmen, wie oft gibt es das noch?“, fragt Marita Horsthemke. Nicht gleich wieder los zu müssen, sondern im wahrsten Sinne über Gott und die Welt zu reden – die Zeit, die die Grünen Damen und Herren mitbringen, ist wohl die wichtigste Ressource in ihrem Krankenhaus-Engagement.

Das stößt auf Dankbarkeit. Selbst kleinste Gesten wie das Öffnen einer Flasche oder eines Fensters sorgen für Freude. Und Gutes tun, das tut auch einem selbst gut, berichtet Marita Horsthemke. Nun sind sie und ihre Kolleginnen und Kollegen selbst Engel. Zumindest haben es einige Patientinnen und Patienten im Krankenhaus schon so formuliert.

Beiträge im Themenspecial "Bürgerschaftliches Engagement"

Ein Beitrag von:

Till Kupitz
Redakteur