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175 Jahre St. Johannes Hospital Dortmund

Pontifikalamt und Festakt setzen Zeichen für Menschlichkeit und medizinische Zukunft

Mit einem feierlichen Pontifikalamt in der Propsteikirche und einem anschließenden Festakt im Rathaussaal Dortmund hat das katholische St. Johannes Hospital am Samstag sein 175-jähriges Bestehen gefeiert. Zum Festakt waren insbesondere offizielle Gäste und Partner aus Kirche, Politik, Gesundheitswesen, Wirtschaft und Gesellschaft sowie weitere Stakeholder des Krankenhauses eingeladen. Gemeinsam blickten sie auf die traditionsreiche Geschichte des Hauses zurück und richteten zugleich den Blick auf die Herausforderungen und Chancen einer menschlichen Gesundheitsversorgung der Zukunft. Ein eigenes Betriebsfest, bei dem die Mitarbeitenden im Mittelpunkt stehen, wird im Herbst gefeiert.

Anlässlich des 175-jährigen Jubiläums des St. Johannes Hospitals Dortmund kamen Vertreterinnen und Vertreter aus Kirche, Politik und Gesundheitswesen zusammen. Zu sehen sind (v. l. n. r. bzw. entsprechend der Bildreihenfolge): Christoph Rzisnik (CFO Kath. St. Paulus Gesellschaft), Henning Eichhorst (CEO Kath. St. Paulus Gesellschaft), Ljubica Flasche (Geschäftsführung SJG St. Paulus GmbH), Michael Greiner (Geschäftsführung SJG St. Paulus GmbH), Prof. Dr. Giovanni Maio (Universität Freiburg), Prof. Dr. Martin Rehborn (Aufsichtsrat Kath. St. Paulus Gesellschaft), Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz, Propst Andreas Coersmeier, Oberbürgermeister Alexander Kalouti, Priv.-Doz. Dr. Ralf G. Meyer (Chefarzt Innere Medizin 2 und Ärztl. Direktor St. Johannes Hospital, 2. Reihe). Foto: Gerd Müller © Foto: Gerd Müller / JoHo
Anlässlich des 175-jährigen Jubiläums des St. Johannes Hospitals Dortmund kamen Vertreterinnen und Vertreter aus Kirche, Politik und Gesundheitswesen zusammen. Zu sehen sind (v. l. n. r. bzw. entsprechend der Bildreihenfolge): Christoph Rzisnik (CFO Kath. St. Paulus Gesellschaft), Henning Eichhorst (CEO Kath. St. Paulus Gesellschaft), Ljubica Flasche (Geschäftsführung SJG St. Paulus GmbH), Michael Greiner (Geschäftsführung SJG St. Paulus GmbH), Prof. Dr. Giovanni Maio (Universität Freiburg), Prof. Dr. Martin Rehborn (Aufsichtsrat Kath. St. Paulus Gesellschaft), Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz, Propst Andreas Coersmeier, Oberbürgermeister Alexander Kalouti, Priv.-Doz. Dr. Ralf G. Meyer (Chefarzt Innere Medizin 2 und Ärztl. Direktor St. Johannes Hospital, 2. Reihe). Foto: Gerd Müller

Pontifikalamt mit Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz

Den Auftakt des Jubiläumstages bildete das festliche Pontifikalamt, das Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz gemeinsam mit Propst Andreas Coersmeier sowie den Seelsorgerinnen und Seelsorgern des St. Johannes Hospitals zelebrierte. In seiner Predigt hob der Erzbischof die besondere Verantwortung katholischer Krankenhäuser hervor. Die Würde des Menschen sei von Gott gegeben und dürfe niemals auf eine rein biologische oder technische Betrachtung reduziert werden. „Der Mensch ist keine Biomasse, die es zu reparieren gilt“, machte Bentz deutlich. „Ein Krankenhaus ist mehr als eine Einrichtung des Gesundheitswesens. Hier werden Verletzlichkeit und Endlichkeit des Lebens sichtbar. Menschen kommen, weil sie Hilfe brauchen, weil Krankheit ihr Leben unterbricht und Fragen aufbrechen: Was trägt mich? Worauf hoffe ich? Wer bleibt an meiner Seite? Darum ist jedes Krankenhaus ein geistlicher Ort, ein katholisches Krankenhaus in besonderer Weise ein pastoraler und diakonischer. Hier wird das Evangelium nicht nur verkündet, sondern im Pflegen, Begleiten, Trösten und Heilen erfahrbar.“ Das Krankenhaus müsse ein verlässlicher Lebens- und Schutzraum sowie ein Ort ethischer Sensibilität bleiben.

Ein Krankenhaus ist mehr als eine Einrichtung des Gesundheitswesens. Hier werden Verletzlichkeit und Endlichkeit des Lebens sichtbar. Menschen kommen, weil sie Hilfe brauchen, weil Krankheit ihr Leben unterbricht und Fragen aufbrechen: Was trägt mich? Worauf hoffe ich? Wer bleibt an meiner Seite?

Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz

Festakt im Rathaussaal

Im Anschluss an das Pontifikalamt versammelten sich die Gäste zum Festakt im Rathaussaal. Nach einem Sektempfang und dem gemeinsamen Foto eröffnete Priv.-Doz. Dr. Ralf G. Meyer, Ärztlicher Direktor im St. Johannes Hospital, als Moderator das Programm und führte durch den Vormittag. Den ersten Redebeitrag hielt Oberbürgermeister Alexander Kalouti. Ergänzt wurde sein Grußwort durch eine Videobotschaft von Ministerpräsident Hendrik Wüst. Beide würdigten das St. Johannes Hospital als unverzichtbaren Bestandteil der Dortmunder Gesundheitsversorgung und dankten den Mitarbeitenden für ihren täglichen Einsatz. Kalouti hob insbesondere die Werte hervor, die das JoHo seit Jahrzehnten prägten: Vertrauen, Empathie, Zeit für die Menschen und Zuversicht. Das Krankenhaus schenke Patientinnen und Patienten nicht selten eine zweite Chance und leiste damit weit mehr als medizinische Versorgung. Konfessionelle Krankenhäuser seien für die Stadtgesellschaft von unschätzbarem Wert und leisteten einen gesellschaftspolitischen Beitrag „erster Güte“. Mit ihren Investitionen stärkten sie nachhaltig die Zukunft der Region. Dortmund und das St. Johannes Hospital seien enge Partner für die Menschen der Stadt.

Seinen Festvortrag eröffnete der Aufsichtsratsvorsitzende der Kath. St. Paulus Gesellschaft Prof. Dr. Martin Rehborn mit den Worten: „Wir feiern heute Ihr Fest, denn ein Krankenhaus lebt von seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – Engagement, fachliches Können und die erforderliche Portion Esprit.“ Anschließend zeichnete er die spannende Entwicklung des Hauses über 175 Jahre nach und machte deutlich, wie das Krankenhaus medizinischen Fortschritt stets mit seinem christlichen Auftrag verbunden hat.

Über die Region hinaus

Henning Eichhorst, CEO der Kath. St. Paulus Gesellschaft, richtete den Blick auf die Bedeutung des St. Johannes Hospitals innerhalb des Verbundes. „Der Erfolgsfaktor für die Zukunft von Krankenhäusern ist die Einbindung in starke Konzernstrukturen.“ Das leiste die Paulus Gesellschaft mit allen ihren Facetten und Angeboten: „Wir haben Krankenhäuser, Altenpflege und Jugendhilfe. Einen Bildungscampus sowie MVZs, Labor und Apotheke, dazu Forschung, medizinische Partnerschaften und ambulante Pflege.“ Allein das JoHo versorge einen Großteil der Patienten nicht nur in Dortmund, sondern weit über die Region hinaus. Er unterstrich dabei, dass engagierte Mitarbeitende die Grundlage einer zukunftsfähigen Gesundheitsversorgung bilden.

Für die Geschäftsführung sprach Ljubica Flasche, die die gesellschaftliche Verantwortung des Hauses sowie die Bedeutung von Solidarität, Menschlichkeit und nachhaltigem Engagement für Patientinnen und Patienten hervorhob. Im Mittelpunkt ihrer Rede standen die Mitarbeitenden des St. Johannes Hospitals: „Wenn wir heute auf 175 Jahre zurückblicken, sprechen wir oft über medizinische Meilensteine und Neubauten und das zu Recht. Aber die eigentliche Stärke dieses Hauses liegt woanders. Sie liegt in den Menschen, in den Mitarbeitenden.“ Flasche machte deutlich, dass die Zukunft des Krankenhauses vor allem durch die Ideen und das Engagement der Beschäftigten gestaltet werden.

Wahrnehmung des Menschen

Den Abschluss der Redebeiträge gestaltete der Medizinethiker Prof. Dr. Giovanni Maio, Universität Freiburg. Unter der Leitfrage nach der Identität der Medizin stellt er den Menschen konsequent in den Mittelpunkt. Entscheidend sei nicht allein die Diagnose oder die technische und medikamentöse Behandlung, sondern die Wahrnehmung des Menschen in seiner gesamten Lebenssituation und Befindlichkeit. Gerade eine schwere Diagnose – etwa eine Krebserkrankung – erschüttere das Selbstverständnis und die Autonomie eines Menschen. Aufgabe guter Medizin sei es deshalb, die Verletzlichkeit des Menschen wahrzunehmen und ihm durch menschliche Zuwendung Mut zum Weiterleben zu geben. Die Identität der Medizin zeige sich darin, den Menschen stets in seiner Ganzheit zu sehen und gemeinsam Verantwortung für ihn zu übernehmen.

Während des gemeinsamen Mittagessens bot der Festakt Gelegenheit zum persönlichen Austausch. Für die kulinarische Begleitung des Jubiläumstages sorgte das Küchenteam des St. Johannes Hospitals mit einem hervorragend abgestimmten Menü und erstklassigem Service.

Medizinische Exzellenz mit Menschlichkeit

Ein besonderer Dank gilt allen Gästen aus Kirche, Politik, Gesundheitswesen, Wirtschaft und Gesellschaft, die trotz der hochsommerlichen Temperaturen den Weg in den Rathaussaal gefunden und das 175-jährige Jubiläum gemeinsam gefeiert haben. Ihre Teilnahme, ihre Wertschätzung und die zahlreichen persönlichen Begegnungen machten den Festtag zu einem eindrucksvollen Zeichen der Verbundenheit mit dem St. Johannes Hospital.

Mit dem Jubiläum setzte das St. Johannes Hospital Dortmund ein sichtbares Zeichen für Kontinuität und Zukunft zugleich. Seit 175 Jahren steht das JoHo für hochwertige medizinische Versorgung, Innovation und christlich geprägte Fürsorge. Die Redebeiträge des Festtages machten deutlich: Auch künftig wird das JoHo seinem Anspruch treu bleiben, medizinische Exzellenz mit Menschlichkeit, ethischer Verantwortung und einer ganzheitlichen Sicht auf den Menschen zu verbinden – zum Wohl der Menschen in Dortmund und der gesamten Region.

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