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© Heiko Appelbaum / Erzbistum Paderborn
© Heiko Appelbaum / Erzbistum Paderborn

Ein Abschied, der gleichzeitig ein Aufbruch ist

Pauluskolleg feiert letztes Paulusfest an der Husener Straße

Es liegen nur wenige Hundert Meter zwischen dem bisherigen Standort des Pauluskollegs an der Husener Straße und der zukünftigen Heimat des Begegnungs-, Wohn- und Lernortes für Studierende aller theologischen Fachrichtungen auf dem Leocampus an der Leostraße in Paderborn. Demnach wird sich der Aufwand für den Umzug in einem überschaubaren Rahmen halten. Beim jetzigen Abschiedsfest auf dem Gelände des Pauluskollegs am Samstag, 27. Juni 2026, gab es dennoch manchen emotionalen Moment – hängen doch viele Erinnerungen am „Paulus an der Husener“.

Generalvikar Monsignore Dr. Michael Bredeck zelebrierte die Eucharistiefeier im Rahmen des Paulusfestes, das zugleich ein Abschiedsfest von der Husener Straße war. Der Generalvikar dankte dem Pauluskolleg, dem Priesterseminar und der Diözesanstelle Berufungspastoral im Erzbistum Paderborn dafür, „dass sie diesen Übergang gemeinsam gestalten und die jungen Menschen in dieser Phase begleiten“.

Als im Anschluss an den Gottesdienst im schattigen Garten des Pauluskollegs die Paulusfigur symbolisch verpackt und in einen Umzugskarton gelegt wurde und ein Student die Flagge im Garten einholte, wurde den Gästen auch bildlich vor Augen geführt, dass nun ein neues Kapitel beginnt.

Blick ist nach vorn gerichtet

Alex Thätner, Referentin im Team des Pauluskollegs und Referentin Personalentwicklung Pastorales Personal im Erzbischöflichen Generalvikariat, sprach von einem „sehr emotionalen Augenblick, denn ich verbinde mit dem Pauluskolleg viele gute Erinnerungen“. Nun richte sie aber den Blick nach vorn und das gelte für alle Beteiligten.

Michaela Welling leitet das Pauluskolleg seit dem 1. September 2019 und betonte in ihrem Beitrag, „dass die Bewohnerinnen und Bewohner dieses Hauses dem Gebäude ein Gesicht geben. Somit ist es nicht nur eine bloße Immobilie, sondern ein Ort der vielfältigen Begegnungen“.

Die Leiterin des Pauluskollegs blickte auf die vergangene Zeit, aber auch voller Zuversicht nach vorn: „Wir gehen räumlich betrachtet nun dahin zurück, wo wir herkommen, werden aber verändert sein. Und wir kommen mit Geschichte und Geschichte kann Zukunft werden.“

Raum für Begegnungen geben – das sei durch die zukünftige Nutzung des Geländes an der Husener Straße ebenfalls gewährleistet. Hier entsteht in den kommenden Monaten ein Studierendenwohnheim der Katholischen Hochschulgemeinde (KHG), in dem bis zu 45 Studentinnen und Studenten gemeinschaftlich wohnen werden. Möglich wurde dieser Schritt durch die Bereitschaft der Verantwortlichen des Pauluskollegs, neue Räumlichkeiten auf dem Leocampus-Gelände zu beziehen.

Viel mehr als ein Ort zum Wohnen

Generalvikar Dr. Michael Bredeck sprach in seiner Predigt die zahlreichen Erinnerungen an, die alle, die mit dem Pauluskolleg verbunden sind und waren, in sich tragen. Das Pauluskolleg sei „viel mehr als ein Ort zum Wohnen“: Junge Menschen kämen aus unterschiedlichen Orten und mit ihren eigenen Lebensgeschichten zusammen. Sie stünden vor wichtigen Entscheidungen auf ihrem Lebensweg: Welchen Weg soll ich einschlagen? Welche Werte sollen mein Leben prägen? Wofür will ich meine Fähigkeiten einsetzen? „Der Aufruf Jesu an Petrus ‚Folge mir nach‘ bedeutet für mich in diesem Zusammenhang nicht primär, alles stehen und liegen zu lassen. Für mich geht es darum, Jesus in die konkreten Fragen des Alltags hineinzulassen: in das Lernen und die Arbeit, in die Freundschaften, die geschlossen werden, und die Konflikte, die entstehen können, und schließlich auch in die Suche nach dem eigenen Platz im Leben. Das Pauluskolleg schafft einen Raum genau dafür“, erläuterte Generalvikar Dr. Bredeck.

Förderverein steht hinter dem Umzug

Für den Aufbruch sprachen sich Paula Buchholz und Denise Henze vom Verein „Freunde und Förderer des Pauluskollegs“ aus: „Es ist wahrlich eine Zwischenzeit – zwischen Abschied und Aufbruch, zwischen Vertrautem und Unbekanntem. Wir als Förderverein gehen den Weg mit und stehen den Mitwirkenden gerne zur Seite.“

Bezogen auf die Paderborner Innenstadt kann die räumliche Neustrukturierung positive Effekte haben. Einerseits wird der Leocampus perspektivisch gestärkt, andererseits entsteht an der Husener Straße zusätzlicher Wohnraum für junge Menschen in einem äußerst attraktiven innerstädtischen Quartier, was die Attraktivität der Stadt als Bildungsstandort weiter erhöht.

Das nächste Paulusfest dürfte dann bereits an der Leostraße stattfinden – auch dort gibt es einen weitläufigen Park, der Gästen viel Raum zum Austausch bietet.

Text und Fotos: Heiko Appelbaum

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