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© Sabine Robrecht / Kirchengemeinde Corvey
© Sabine Robrecht / Kirchengemeinde Corvey

Zeichen der Hoffnung: Lightroom-Gottesdienst bringt Osterbotschaft zum Leuchten

Authentisches Zeugnis, starke Symbolik und modernes Kunstwerk beeindrucken in Corvey

„Die Ewigkeit ist … nur einen Schritt weiter“ – mit diesen Worten entfaltete der jüngste Lightroom-Gottesdienst in der Abteikirche Corvey eine kraftvolle Osterbotschaft. Vor vollem Haus verband das spirituelle Format persönliche Glaubenserfahrung mit liturgischen Impulsen, moderner Kirchenmusik und einem eindrucksvollen Blick auf das neue Hochaltargemälde. Die zentrale Erkenntnis: Auferstehung ist keine ferne Jenseitsvision, sondern Hoffnung im Hier und Jetzt.

Im Zentrum des Abends stand das persönliche Zeugnis von Gemeindereferent Carsten Sperling. In einem bewegenden Interview mit Annika Maria Düker berichtete er von seiner Freundschaft zu einem Priester, dessen plötzlicher Tod für ihn zur tiefen Ostererfahrung wurde – eine Erfahrung, die ihn bis heute trägt. Seine Erzählung, musikalisch untermalt und atmosphärisch von Lichtinstallationen begleitet, machte die Auferstehungsbotschaft greifbar.

Lichtmoment mitten in der Nacht

Sperling schilderte, wie ihn kurz vor dem Tod seines Freundes eine existenzielle Frage bewegte: „Wo ist die Ewigkeit?“ Zwei Tage später starb der Priester – und in der Nacht seines Todes erlebte Sperling eine intensive innere Lichtvision. Später erhielt er über einen Dritten eine Botschaft: „Nur einen Schritt weiter.“ Für Sperling war dies die Antwort, die sein Herz suchte. Die Ewigkeit ist nicht fern – sie ist nah. Das ist der Kern des Osterfestes.

Kunst als Sprache des Glaubens

Teil des Gottesdienstes war auch der Blick auf das neue Hochaltargemälde von Künstler Thomas Jessen. Es zeigt keine triumphale Szene, sondern eine leere Grabeshöhle, aus der ein blauer Schmetterling emporsteigt – Symbol der Seele und der Verwandlung. Sperling: „Die Raupe lebt am Boden – irdisch begrenzt. Dann kommt der Kokon, eine Hülle des Abschieds, des Sterbens. Doch darin geschieht Verwandlung. Nicht das Ende, sondern ein Anfang.“

Das moderne Kunstwerk ergänzt seit Herbst 2024 den Bilderzyklus des barocken Wechselaltars – ein von langer Hand geplantes Projekt, das durch das Bonifatiuswerk ermöglicht wurde. Die sonst verschlossene Chorschranke wurde geöffnet, sodass die Gäste das Gemälde aus nächster Nähe betrachten konnten.

Vorbereitung auf historische Firmung

Der Lightroom-Gottesdienst war Teil eines umfangreichen Vorbereitungswegs auf ein besonderes Ereignis: Am 9. Mai 2025 empfangen erstmals mehr als 70 junge Menschen im Welterbe Corvey das Sakrament der Firmung. Die beiden Lightroom-Gottesdienste, eine Feier des Triduums und besondere Kirchenführungen haben junge Menschen mit dem historischen Ort in Berührung gebracht.

Annika Maria Düker, selbst Firmbewerberin des Vorjahres, brachte den Geist des Abends auf den Punkt: „Ich finde den Gedanken schön, dass man verstorbene Freunde und Verwandte irgendwann wiedersieht. Ostern ist der Beweis dafür.“

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