Seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten sind Mitarbeitende, Schülerinnen und Schüler sowie Familienmitglieder der Reitschule mit dabei.
Als St. Martin reiten sie im Zug mit, bei der Montekita am Bergkloster in Bestwig, deren Umzug schon stattfand, sowie im Ortsteil Ramsbeck. Mit Blick auf mehr als 100 Islandpferde, die im Gestüt im beschaulichen, kleinen Dorf Berlar zu Hause sind, ist nichts logischer als das.
An die Legenden rund um den heiligen Martin von Tours rein pragmatisch ranzugehen, würde der Sache nicht gerecht. Denn den St. Martins-Tag jährlich zu erleben und den Heiligen darzustellen, das macht etwas – mit allen! „Ich finde, es ist einfach ein toller Brauch, weil Werte vermittelt werden. Es nehmen immer auch Kinder verschiedenen Glaubens teil und sie erleben diese Geschichte als Schauspiel hautnah mit“, sagt Angela Hütter, Besitzerin und Leiterin des Islandpferdezentrums Sauerland. In diesem Jahr ist es Joshua Scharrer, nebenbei auch Verlobter ihrer Tochter Lotti und damit ihr zukünftiger Schwiegersohn , der den Martin spielt. „Ich frag ihn mal, ob er dazu etwas erzählen möchte“, sagt sie am Telefon. Wenig später zeigt ein Rückruf: Ja, möchte er. Ein Glück!
Wie sind die Kinder sind beim Martinszug? „Anders!“
Der 25-Jährige arbeitet von Berlar aus selbstständig als Softwareentwickler. Gerade aus dieser Position heraus freut es ihn, viele Kinder vom Martinsross aus zu erleben. Wie sind sie denn so? „Anders!“ Er erklärt: „Ich bin ja auch schon mit viel Technik groß geworden und habe sie sogar zu meinem Beruf gemacht. Umso schöner finde ich es, zu sehen, dass die Kinder heute immer noch rausgehen, um zuzugucken. Viele wollen auch mal zum Pferd und es streicheln. Vorsichtig gehen sie ran und das Pferd reagiert sofort. Es verfälscht die Kommunikation nicht, seine Reaktion ist echt!“ Die Kinder sind live dabei, schauen nicht ein schnelles Filmchen, das findet er ganz entscheidend.