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© muratart / Shutterstock.com
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Räume im Wandel gestalten und personale Nähe stärken

Generalvikar Thomas Dornseifer ermutigt zur Gestaltung neuer Möglichkeiten des kirchlichen Lebens

Kirchliche Orte und Räume im Erzbistum Paderborn sollen künftig „nicht weniger, sondern Kirche anders ermöglichen“. Das schreibt Generalvikar Prälat Thomas Dornseifer in einem Beitrag im Mitarbeitendenportal des Erzbistums. „Dabei müssen wir uns immer wieder daran erinnern, dass Kirche im Kern Beziehung ist“, unterstreicht der Generalvikar des Paderborner Erzbischofs. Nähe entstehe durch Begegnung, Aufeinander-Zugehen und Sich-Einlassen. „Darin drückt sich eine Haltung aus, die entscheidender ist als jeder Grundriss.“

Wenn sich vertraute kirchliche Orte verändern oder es künftig weniger kirchliche Gebäude gebe, betreffe das die Identität, macht Generalvikar Thomas Dornseifer in seinem Beitrag deutlich. Räumliche Präsenz werde nicht mehr überall möglich sein. „Aber wir können personale Nähe stärken. Und wir können Menschen neu erreichen“, blickt der Generalvikar nach vorn. Das sei keine Verkleinerung der Kirche, „sondern eine Einladung, das Evangelium mit neuer Klarheit zu leben“.

Neugewinn von Möglichkeiten

Wie kann eine vielfältige Nutzung kirchlicher Räume gelingen, ohne das Sakrale zu verlieren? Für diese zentrale Zukunfts-Frage liefert Generalvikar Dornseifer ein Beispiel: Wenn ein über hundert Jahre alter Kirchenraum verkleinert werde, der liturgische Raum erhalten bleibe und rundherum flexible Räume für Begegnung, Bildung, Beratung und Begleitung entstehen, werde etwas Neues geschaffen. „Solche Lösungen zeigen: Wir verlieren keine Räume, sondern gewinnen neue Möglichkeiten zur Gestaltung des kirchlichen Lebens hinzu“, zeigt sich Generalvikar Dornseifer überzeugt.

Für die Entscheidung, welche Gebäude erhalten werden sollen, brauche es gut begründete Entscheidungen. Fünf Leitlinien – pastorale Notwendigkeit, kulturelle und spirituelle Bedeutung, ökologische Verantwortung, wirtschaftliche Tragfähigkeit und generationengerechte Nutzung – seien Entscheidungshilfen. „Diese Kriterien ersetzen nicht die Gespräche und das Ringen vor Ort. Sie machen jedoch deutlich, dass Entscheidungen nicht zufällig, sondern verantwortbar getroffen werden“, veranschaulicht Generalvikar Thomas Dornseifer.

Denken wir großzügig und über bisherige Grundrisse hinaus. Kirche wächst dort, wo Menschen miteinander glauben, hoffen und handeln.

Generalvikar Thomas Dornseifer

Strahlkraft bewahren

Bei der Nutzung künftiger Räume sei das Spektrum möglicher Partner größer als oftmals vermutet – von ökumenischen Kooperationen über soziale und kulturelle Träger, Initiativen aus Dorf oder Stadtteil, Bildungs- und Jugendeinrichtungen bis hin zu neuen geistlichen und gemeinschaftlichen Formen. „Wenn eine Kirche nicht mehr liturgisch genutzt wird, bedeutet das nicht, dass sie abgeschlossen oder abgerissen werden muss. Viele Gebäude können eine neue Bestimmung finden“, so Generalvikar Dornseifer. Wichtig sei dabei, dass die geistliche Grundprägung der Räume spürbar bleibe, um weiter christlich in die Gesellschaft hineinzuwirken.

Tragfähige Lösungen mit Vorort-Perspektiven

Veränderung dürfe niemanden aus dem Blick verlieren, fordert der Generalvikar des Paderborner Erzbischofs. „Kinder und Jugendliche benötigen Räume, die sie selbst gestalten können. Ältere Menschen brauchen Orte der Vertrautheit und Geborgenheit. Und auch Menschen, die der Kirche fernstehen, sollen sich angesprochen und eingeladen fühlen.“ Veränderung gelinge zudem nur, wenn es keine fertigen Antworten gebe. „Bleiben Sie im Gespräch. Bringen Sie Ihre Sichtweise und Ihre Vorstellungen ein. Sie kennen Ihre Orte, Ihre Bedürfnisse und Ihre Geschichte am besten. Ohne Ihre Perspektiven kann es keine tragfähigen Lösungen geben“, bittet der Generalvikar die Menschen vor Ort.

Generalvikar Thomas Dornseifer ruft zum gemeinsamen Mut auf, Neues zuzulassen: „Nicht, weil das Alte wertlos wäre, sondern weil Zukunft entsteht, wenn wir ihr Raum geben. Denken wir großzügig und über bisherige Grundrisse hinaus. Kirche wächst dort, wo Menschen miteinander glauben, hoffen und handeln.

 

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