Übergeordnetes Thema des Tages ist „Alte Heimat – neue Heimat“. Damit greift das Erzbistumsarchiv in der Archivalie wie zum Publikumstag das Motto vom Tag der Archive 2026 auf, der am 7. und 8. März stattfand, in der Archivalie sowie am Publikumstag selbst.
Nach dem Zweiten Weltkrieg herrscht in Deutschland ein gewaltiges Durcheinander. Die Alliierten schicken Millionen von Soldaten der besiegten Achsenmächte in Kriegsgefangenschaft. Zeitgleich befreien sie Millionen ausländische Kriegsgefangene, Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge. Natürlich wollen die Befreiten möglichst rasch nach Hause. Kinder, die vor dem Bombenkrieg aus den Städten aufs Land evakuiert worden waren, ziehen nach Kriegsende auf eigene Faust los und suchen ihre Eltern. Schon in den letzten Kriegsmonaten waren die Trecks der Kriegsflüchtlinge im Westen angekommen und mit ihnen die Alten, die Frauen und Kinder, die vor den sowjetischen Truppen in den Westen geflohen waren. Ihnen folgen als zweite Welle die Heimatvertriebenen, also die Deutschen, die von tschechischen, polnischen, russischen, ungarischen, rumänischen und jugoslawischen Behörden aus ihren Dörfern und Städten vertrieben worden waren. Schätzungen zufolge sind in der ersten Nachkriegszeit zwischen 30 und 40 Millionen Menschen in Mitteleuropa unterwegs – und dies bei zerbombten Städten, zerstörten Eisenbahnlinien und einer schlechten Ernährungslage.
Aus dieser Zeit (um genau zu sein aus der Zeit kurz darauf) stammt die Archivalie, die das Erzbistumsarchiv anlässlich des Tags der Archive 2026 präsentiert. Initiiert wird der im Zwei-Jahres-Rhythmus stattfindende Aktionstag vom VdA, dem Verband deutscher Archivarinnen und Archivare e. V., wobei jeder Tag der Archive unter einem besonderen Motto steht. Das diesjährige Thema „Alte Heimat – neue Heimat“ beleuchtet unterschiedliche Formen von Heimatverlust und Neubeginn: von Migration und Flucht bis zu Umsiedlungen durch Bergbau, Tagebau oder tiefgreifenden Strukturwandel.