Nach dem von Weihbischof Matthias König geleiteten Pontifikalamt im Hohen Dom zu Paderborn stand der Nachmittag ganz im Zeichen des Austausches zwischen den Missionarinnen, Missionaren und Fachkräften für Entwicklungszusammenarbeit.
Im Bildungs- und Tagungshaus Liborianum würdigten Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz, Generalvikar Dr. Michael Bredeck und Weihbischof Matthias König, als Bischofsvikar für die Aufgaben der Weltkirche und Weltmission sowie für Institute des geweihten Lebens zuständig, die Arbeit und das Engagement der Frauen und Männer aus dem Erzbistum, die in der Welt wirken.
Geopolitische Herausforderungen
In Form eines Erfahrungsaustausches berichteten die Gäste über Entwicklungen und Herausforderungen in ihren Einsatzgebieten. Allen Schilderungen gemein war die Erkenntnis, dass geopolitische Machtinteressen zunehmend für Instabilität und Polarisierungen in der Gesellschaft sorgen. Eine zunehmende Herausforderung für die Weltkirche, die auf allen Kontinenten spürbar ist.
Ebenso rückläufige Zahlen an katholischen Gläubigen, Priestern, sowie Katechetinnen und Katecheten. Die Schaffung von großen Seelsorgeräumen wie sie der Bistumsprozess im Erzbistum Paderborn vorsieht, ist in Afrika und Mittelamerika längst Alltag.
Christina Eilebrecht von der Entsendeorganisation mundus Eine Welt e. V. informierte über den Nord-Süd-Freiwilligendienst mit Einsatzmöglichkeiten im sozialen, medizinischen und ökologischen Bereich im Globalen Süden.
Ein Zeugnis für das „Vertrauen ins Morgen“
Insgesamt entstand trotz aller globaler Herausforderungen ein hoffnungsvolles Bild zur Lage der Weltkirche. Ein Zeugnis für das „Vertrauen ins Morgen“. Das diesjährige Libori-Motto lasse sich, so Weihbischof Matthias König, ganz besonders auf die Missionarinnen und Missionare anwenden.
Sie verbreiten Hoffnung. Durch ihr Glaubenszeugnis, Leben und Wirken, oft unter schwierigsten, manchmal gar lebensbedrohlichen Bedingungen. In Afrika, Mittel- und Südamerika. Dort, wo Armut, Korruption und Perspektivlosigkeit herrscht, bauen sie Schulen, Gesundheits- und Sozialeinrichtungen auf und betreiben diese. Damit bieten sie den Einheimischen Perspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten und den Glauben an ein friedliches Miteinander. Als Hoffnungsträger aus dem Glauben.
Auch das Liborifest trägt dazu bei, dass sich aus der Begegnung Neues entwickelt. So berichtet Elke Rischmüller von neuen Kontakten zu einem Pater aus Malawi, die sie auf dem Liborifest geknüpft habe. Rischmüller ermöglicht in Mexiko Frauen eine medizinische Ausbildung und sorgt dafür, dass hochwirksames naturheilkundliches Wissen weitergegeben wird. Genau dieses Konzept und Wissen könne man doch auch in Afrika anwenden. Erste Termine sind schon vereinbart.
Mit Vertrauen ins Morgen und auf Gottes Hilfe entstehen dank Libori neue Projekte. Oder wie es Erzbischof Udo Markus Bentz abschließend vergleicht: „Die Brücke zwischen Paderborn und Le Mans trägt auch die weltkirchlichen Beziehungen.“