Als Dr. Uwe Slabke im Frühjahr 2024 nachts einen epileptischen Anfall erlitt, veränderte sich sein Leben schlagartig. Er kam ins Krankenhaus und die Ärzte stellten einen walnussgroßen Hirntumor fest. „Das war natürlich ein Schock“, sagt Slabke, „weil es vor diesem Anfall keine Anzeichen dafür gab. Da ist für mich eine Welt zusammengebrochen.“ Der 58-Jährige ist promovierter Elektrotechniker, war lange Zeit ein erfolgreicher Unternehmer und seit vielen Jahren Triathlet.
Als der Tumor entdeckt wurde, war klar: Slabke muss operiert werden – und eine solche OP bleibt selten folgenlos. Der leitende Arzt habe ihm sehr positiv zugesprochen. „Er hat immer gesagt: ‚Sie bekommen das schon hin‘. Das hat mir sehr viel Zuversicht gegeben“, berichtet Slabke. „Ich wollte gar nicht wissen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass ich während oder kurz nach der Operation sterbe. Ich hatte das starke Gefühl, dass ich die Operation überlebe.“
Kleine Fortschritte geben neue Hoffnung
Damit sollte er recht behalten. Doch nach den ersten drei kritischen Tagen nach der OP zeigte sich: Slabke konnte bis auf den kleinen Finger seine linke Körperhälfte nicht bewegen. „Ich dachte das Leben geht zu Ende“, sagt Slabke. Doch seine Zuversicht habe er nicht verloren. „Meine Einstellung war und ist: Es ist jetzt so und ich arbeite daran, jeden Tag etwas mehr zu können als am Tag zuvor“, so Slabke. „Ich bin in ein sehr dunkles Loch gefallen und arbeite an meinem kontinuierlichen Aufstieg.“
Während fünf Wochen Krankenhaus und neun Wochen Reha hielt er selbst kleinste Fortschritte in einem Tagebuch fest. „Selbst wenn ich mein linkes Bein nur um zwei Zentimeter höher heben konnte, war das für mich ein Erfolg“, sagt er. „Jedes Training bringt mir mehr Lebensqualität.“ Die Funktionen in seinem linken Arm und in der linken Hand konnte er sich relativ schnell zurückerarbeiten. Die Reha, die er im Rollstuhl begann, konnte er ohne verlassen. „Als ich das erste Mal allein Duschen gehen konnte, habe ich geweint“, gesteht er.